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Mittendrin im Leben. Gebrauchsanweisung für die besten Jahre
 
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Mittendrin im Leben. Gebrauchsanweisung für die besten Jahre [Taschenbuch]

Doris Märtin
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Überlegen. Überzeugend. Über vierzig ...

Sie sind erfolgreich, aufgeschlossen, selbstbewusst. Sie fühlen sich stark, attraktiv und im Schnitt sieben Jahre jünger. Sie kennen sich aus mit HTML, rebellischen Teenies, Barrique-Rotwein und lichtreflektierendem Make-up. Sie sind noch lange nicht alt. Aber auch nicht mehr ganz jung: Die Generation, die keinem über 30 traute, geht auf die vierzig, die fünfundvierzig, die fünfzig zu. Der Höhepunkt des Lebens ist da, die besten Jahre sind zum Greifen nah. Doch die Uhr läuft. In winzigen Schritten wechselt das Leben seine Gestalt. Demnächst aus der RTL-Wunschzielgruppe rauszualtern, ist höchstens vordergründig ein Spaß. Zumal die nächste Generation nachdrängt. Frisch, unverbraucht, gnadenlos. Unbeschwert vom Kampf gegen Cellulitis, Müdigkeit und Augenringe.

Dieses Buch ist eine realistisch-ironische Bestandsaufnahme der Umbrüche, Abgründe und Höhenflüge in der Lebensmitte. Es enträtselt, wie man es schafft, erfolgreich älter zu werden und das Leben auf ganz neue Weise zu genießen.

Der Verlag über das Buch

"Mit gewandten Sätzen und anschaulich gewählten Worten versüßt die Autorin den Schmerz, der einen ob der Erkenntnis [nicht mehr am Anfang, sondern mittendrin zu stehen] ergreifen könnte - Gott sei Dank geht es einer ganzen Generation so. ... die Lektüre hat einen padagogischen Nebeneffekt. Aber die Lust am Lesen kommt durch den flüssigen Stil - für mich könnte Doris Märtin über alles schreiben."Kay Hoffman, ab 40

»Ihre realistisch-ironische Bestandsaufnahme der mittleren Jahre zeigt, wie man es schafft, das Leben auf ganz neue Weise zu genießen.« Frau mit Herz

Über den Autor

Doris Märtin , promovierte Anglistin, arbeitet als freie Autorin, Übersetzerin und Dozentin. Sie hat zahlreiche Bücher über Kommunikation, Karriere und Persönlichkeitsentwicklung veröffentlicht, darunter den Erfolgstitel ›Small talk. Die hohe Kunst des kleinen Gesprächs‹ (1998).

Auszug aus Mittendrin im Leben von Doris Märtin. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Älter werden wir später
Über Jugendwahn und Altersangst

Bei Sebastian war es der Schwächeanfall. Bei Sabine der selbstherrlich-souveräne Auftritt der neuen Volontärin. Bei Christoph die zunehmende Lust auf Gourmet-Menüs. Bei Anton die nachlassende auf One-Night-Stands. Bei Anna der Tag, als die Kleine ins Gymnasium kam. Bei Friedrich das schütter werdende Haar. Bei Annette der Herzinfarkt ihres Lebensgefährten. Bei Elisabeth der Aufstieg ins Leitungsteam. Bei Nina der Tod der Eltern. Bei Klaus die neu erwachte Liebe zur Kammermusik.

Die Auslöser variieren zwischen tragisch und trivial, der Zeitpunkt unterliegt individuellen Schwankungen. Aber früher oder später, irgendwann mit plus minus vierzig, weht es uns fast alle an: das Bewusstsein, dass der Höhepunkt des Lebens da ist. Dass die Zeit, die vor uns liegt, knapper wird. Dass wir, die keinem über dreißig trauten, demnächst vierzig, fünfundvierzig, fünfzig werden. Die Generation der Babyboomer, der geburtenstarken Jahrgänge kommt in die Jahre.

Waren wir nicht eben noch jung?

»Wenige Wochen nach seinem sechsunddreißigsten Geburtstag spürte Simrock zum erstenmal im Leben sein Herz«, beginnt Jurek Beckers Roman Schlaflose Tage. »Simrock fühlte sich zum erstenmal daran erinnert, dass sein Leben nicht ewig dauern werde. Dass die Zeit bis zu seinem Tod irgendwann, sagte ihm der Druck in seiner Brust, nichts als ein Rest war, ein großer oder kleiner, in jedem Fall ein im Schwinden begriffener.«

Mit wenigen Worten umreißt Becker das verstörende Gefühl, das das einleitet, wovon wir uns Lichtjahre entfernt glaubten: das Ende der Phase, in der wir uns unverwundbar fühlen, unsterblich und ewig jung.

Natürlich entging uns nicht, dass wir mit jedem Geburtstag ein Jahr älter wurden, sahen wir, dass schlaflose Nächte deutlicher als früher Spuren hinterließen. Das neue Baby, die beruflichen Anforderungen, sagten wir uns und erwogen flüchtig, die Allzweckcreme durch die Intensivpflege mit Sofort-Lifting-Effekt und Anti-Wrinkle-Code zu ersetzen.

Ansonsten nahmen wir die verstreichende Zeit nur am Rande wahr. Denn Turbulenzen hin, Rückschläge her, in der Hauptsache ritten wir auf dem Wellenkamm des privaten, beruflichen und materiellen Erfolgs. Die Karriere lief, wir hatten den Alltag im Griff, engagierten uns bei den Wirtschaftjunioren oder der Jungen Union und am Wochenende besichtigten wir die Neubaugebiete für junge Familien, die neuerdings jede aufstrebende Gemeinde im Umland auswies. Mit etwas Glück passten wir mit vierunddreißig noch in die gleiche Jeansgröße wie mit siebzehn, und wer es geschickt anstellte, flog bis 35 zum ermäßigten Studententarif. Falls uns der Job nicht gefiel, orientierten wir uns neu, und manche taten das Gleiche, wenn der Partner, die Partnerin die eigenen Glückserwartungen nicht mehr erfüllte. Das Leben lag vor uns, die Welt stand uns offen. In uns verkörperte sich die Gleichung: jung = erfolgreich = attraktiv = begehrenswert.

Älterwerden, das assoziierten wir mit Parodontose, Knoblauchpillen, Wechseljahren, Prostatabeschwerden – Worten, die uns nicht betrafen. Nein, älter würden wir später werden. Wenn überhaupt. Dachten wir selbstzufrieden, nicht ahnend, dass Älter werden nicht erst im Alter anfängt.

Die wenigsten von uns waren darauf vorbereitet, dass sich mitten im schönsten Crescendo Molltöne in das Dur unserer scheinbar ewigen Jugend schleichen würden. Erst leise, dann zunehmend unüberhörbar kündeten sie das Ende einer Ära, den Beginn eines neuen Zeitabschnitts an. Nachdrücklich machten sie uns klar, dass wir nicht mehr am Anfang standen. Sondern mittendrin im Leben. Mit allen damit verbundenen Gewinnen und Verlusten. Seither mischt sich ein Hauch von Schwermut in unseren Übermut.

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