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Mitten in Amerika: Roman
 
 
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Mitten in Amerika: Roman [Taschenbuch]

Annie Proulx , Melanie Walz
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (1. Dezember 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442732697
  • ISBN-13: 978-3442732692
  • Originaltitel: That Old Ace in the Hole
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 11,6 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 248.939 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Das "Panhandle", das Grenzgebiet zwischen Oklahoma und Texas, ist keine besonders anziehende Region. Das trockene, kaum fruchtbare, spärlich bewachsene Grasland taugt gerade einmal für eine mühevolle Rinderzucht. Es wundert wenig, dass dies der allerletzte Flecken des Wilden Westens war, auf dem sich seinerzeit Siedler niederließen, und es wundert noch weniger, dass die Menschen, die heute dort leben und auf riesigen Ranches hart für ihren Broterwerb arbeiten, ein ganz besonderes Verhältnis zu ihrem Land haben und, nun ja, auf eine ganz spezielle Art etwas kauzig sind.

In diese gottverlassene Gegend, in der schon die Polizei angerufen wird, wenn ein Auto mit dem Nummernschild eines fremden Bundesstaates, ein Jogger oder ein Mensch mit dunkler Hautfarbe gesichtet werden, verschlägt es einen jungen Mann mit dem schönen Namen Bob Dollar. Bob stammt aus Denver und ließ sich bislang mehr oder weniger willen- und ideenlos durch sein Leben treiben. Sein aktueller Job nun bringt ihn hierher: Er soll im Auftrag eines Schweinemastkonzerns inkognito im Panhandle Land aufkaufen. Er beginnt sich umzuhören und lernt dieses Land und seine eigenwilligen Bewohner zu begreifen -- und ihm wird klar, dass die großen Schweinefarmen, von denen er ja eine vertritt, am gegenwärtigen Niedergang dieser Region nicht unschuldig sind.

Dieser große Roman von Annie Proulx, der preisgekrönten Autorin von Schiffsmeldungen und Das grüne Akkordeon, ist ein modernes Märchen, dessen Plot sehr an den herrlichen englischen Film Local Hero erinnert. Das Buch führt uns mitten hinein in die archaische Welt der amerikanischen Prärie, die wir so kaum kennen und in der Internet, Mikrowellenherde und Mobiltelefone zwar existieren, aber wie Fremdkörper aus zukünftigen Welten wirken. Die eigentliche Geschichte, die Proulx erzählt, ist dabei fast zweitrangig; viel fesselnder, begeisternder und im Grunde auch interessanter sind ihre Schilderungen von Nebenfiguren, Familiengeschichten und Randanekdoten, die für die Handlung kaum von Bedeutung sind, aber die eigentliche Essenz des Buches ausmachen. Diese scharfsinnigen und fein-ironischen Abschweifungen fügen sich zu einem außergewöhnlichen Mosaik des amerikanischen Herzlands der Gegenwart und machen Mitten in Amerika zu einem ganz großen Wurf. --Christoph Nettersheim -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Nie zuvor wurde der Mythos des Wilden Westens so gnadenlos demontiert wie in diesen atmosphärisch dicht erzählten Legenden und Lebensläufen." (Die Woche )

"Eine neue Expedition mitten ins Herz der amerikanischen Finsternis - mit einem Lichtblick: Menschlichkeit." (BRIGITTE )

"Ein waschechtes Stück Landeskunde über die raue Gegend des einstigen "Wilden Westens", fabelhaft verpackt in einen Roman." (Münchner Merkur )

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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von T-Elch
Format:Gebundene Ausgabe
Egal, was ich noch schreiben werde oder was Sie über dieses Buch noch hören: Es ist ein großartiges Buch, es macht riesigen Spaß es zu lesen und Annie Proulx ist wahrscheinlich zurzeit Amerikas beste Erzählerin.
Das neue Buch ist ähnlich und doch anders als ihre vorigen. Auch dieses Werk ist perfekt recherchiert, mit viel Liebe zum (geographischen) Detail (ich saß stundenlang mit einer Straßenkarte von Texas daneben) und mit unvergesslichen Figuren bevölkert, die mal wieder herrlich sprechende Namen haben. das fängt beim Protagonisten Bob Dollar an und hört bei Charakteren wie Freda Beautyrooms noch lange nicht auf. Der eigentliche Plot ist schnell erzählt: Der 25jährige Bob Dollar, dessen Eltern ihn als 7jährigen Jungen einfach bei seinem Onkel abgeladen hatten und auf Nimmerwiedersehen verschwunden waren, hat eine durchschnittliche Bildungskarriere hinter sich und hat nun bei Global Pork Rind angeheuert. Für dieses riesige Schweinezuchtimperium soll er mögliche Grundstücke für weitere Schweinefarmen im gottverlassenen Texas Panhandle suchen. Da er mit Widerstand gegen diese stinkenden Großbetriebe rechnen muss, tarnt er sich als Grundstücksmakler für Luxusvillen und verbringt die nächsten Monate im fiktiven Städtchen Woolybucket, wo er einigen alteingesessenen Ranchern versucht ihre Grundstücke abzuluchsen. Letztendlich gelingt ihm das nicht, denn der Stolz der Texaner und die Abneigung gegen die Massentierhaltung sind zu groß. Damit wäre die Handlung schon erzählt, was erstmal enttäuschend wäre, aber wie schon in ihren vorigen Romanen und Kurzgeschichten versteht es Annie Proulx vor allem brillant zu erzählen; und so wird die eigentlich kurze Handlung mit Dutzenden kleiner Stories über die Einwohner des Panhandles und deren Vorfahren geschmückt und gewürzt. Liebhaber von Skurrilitäten und Schnurren kommen voll auf ihre Kosten und so ganz nebenbei erfährt man viel Historisches und Soziologisch über diese Region "Mitten in Amerika", die wahrscheinlich selbst von den Amerikanern relativ vergessen wurde. Genau wie Bob wird man in diesen Mikrokosmos hineingezogen und kann gar nicht anders als ihn mit der Zeit lieb zu gewinnen. Wie immer schmückt Annie Proulx ihre Erzählung mit großer sprachlicher Schönheit. Vor allem die Leser des englischen Originals kommen dabei auf ihre Kosten. Es ist kritisiert worden, dass die Charaktere in diesem Roman diesmal nur skurril sein, aber nicht "rund", dass sie nur wie in einem Kuriositätenkabinett an einem vorbeizögen. Nun, das mag mancher so empfinden, doch man muss erst mal in der Lage sein, solche Charaktere zum Leben zu erwecken. Ich kenne keinen zeitgenössischen Autor/Autorin, der/die das in solcher Vollendung vermag. Allein die liebevolle Zeichnung des Uncle Tam, Bobs Onkel, sei hier erwähnt: Ein Besitzer eines "junkshops", dessen große Liebe der Plastik-Kunst gehört und der alles für eine Bakelit-Brosche aus den 20er Jahren geben würde und der Bob lehrt, wie man Zelluloid von Bakelit am Geruch unterscheiden kann. Es ist auch kritisiert worden, dass am Ende zu viele Handlungsstränge unverknüpft blieben, dass sie quasi richtungslos im Präriewind flattern würden. Nun ja, das Ende ist offen, aber ist das ein Mangel? Eher scheint da schon die Lösung der Handlung kritikwürdig zu sein. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, ist der deus ex machina, der das Problem am Ende erst einmal löst, sicherlich mit ein wenig Stirnrunzeln zu sehen, aber andererseits ist diese Lösung durchaus plausibel, wenngleich sie sicherlich sehr überraschend kommt. Proulx gleicht das dadurch wieder aus, dass sie ihren Helden angesichts dieser Lösung sehr zwiespältig zeigt. Es wäre ein Leichtes für ihn sich dieser Lösung, diesem Weg anzuschließen, doch er tut es zunächst nicht und der Leser erfährt auch nichts über Bobs Entscheidung, zu sehr ist er noch im Hier und Jetzt des modernen Amerika verwurzelt, als dass er ohne Weiteres den Rückwärtsgang einlegt. Aber darum geht es Annie Proulx eigentlich: Wie in "Schiffsmeldungen" beschreibt sie eine Anti-Entwicklung des Helden, der von der Großstadt zurück aufs Land geht und zwar nicht wie Quoyle mit seinen eigenen Wurzeln konfrontiert wird, aber zumindest mit den Wurzeln eines ländlichen Amerika, mit dem Pionier und Frontier-Geist einer eigentlich längst untergegangenen Kultur und Gesellschaft, die sich im Panhandle hartnäckig ans Überleben klammert. Insofern ist dieser neue Roman auch wieder ein stark gesellschafts- und fortschrittskritischer und ein zutiefst amerikanischer Roman, den man nur wirklich versteht, wenn man ein bisschen über die USA weiß. Andererseits könnte er dazu (ver)führen, sich mal wieder abseits von Irak-Krise und George Bush mit den USA zu beschäftigen. Man sollte sich aber davor hüten, Proulxs neues Buch einfach nur als grün-liberale Zurück-zur-Natur-Fibel abzutun. Es steckt ein Stückchen davon darin, ja, aber es ist doch auch viel mehr: es geht um Menschen, um ihre Träume und ihre Geschichte(n), um den amerikanischen Traum, was aus ihm geworden ist und was aus ihm werden könnte. Vielleicht will Annie Proulx ein bisschen zu viel mit ihrem neuen Roman, was man z.B. an dem alten Indianer festmachen könnte, der Manitous Hilfe für Bob Dollar, der natürlich auch der archetypische Amerikaner auf der Suche nach Erfolg und Ansehen ist, herabfleht. Der wirkt wirklich etwas sehr aufgesetzt, aber all diese Kritikpunkte werden durch die wunderbare Erzählung und Sprache wieder wettgemacht. So etwas ist heute selten geworden und deshalb kann man es gar nicht genug loben.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Da sucht ein unbedarfter Looser namens Bob Dollar einen Job - und läßt sich auf ein windiges Projekt ein, aus dem er von vornherein nur wieder als Looser hervorgehen kann,- daß der Mann nur geopfert werden soll für niedere Zwecke, ist sofort jedem klar.Aber statt einer Story mit dem erwarteten Mord an Bob wird daraus ein wunderbarer Appell für "verlorene" Landschaften wie diese in Texas, Panhandle, die, wirtschaftlich betrachtet, nur noch zum Ausbeuten taugen können. Denn die Menschen in diesem unwirtlichen Landstrich lassen sich und ihr Land nicht ohne Widerstand unter Marktwert verkaufen, und wie zäh sie sind sich durchsetzen, zeigen sie deutlich durch unzerstörbares Mißtrauen gegenüber Fremden und eine gute Portion Sturheit,die mit Dummheit gleichgesetzt wird, zumindest von Unkundigen. Aber Bob wird dort dennoch aufgenommen und ein bißchen anerkannt, womit sein Leben letztlich durch einen dicken Zufall eine unerwartete Wende und eine Chance erfährt, mit der der treuherzig zutrauliche Mann nicht gerechnet hätte.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
sehr empfehlenswert 22. April 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Annie Proulx beschreibt in ihrem wunderbaren Buch wieder einmal sehr lakonisch ein Amerika jenseits von CNN und McDonalds. Die skurilen Geschichten von den Menschen im tiefsten Texas zeigen den Kampf und die Verbundenheit mit einer Landschaft, die nicht für den Menschen geschaffen ist. Die Rahmenhandlung um Bob Dollar ist nur der Faden, der die Geschichten von Pionieren, Erdölmagnaten und Windrad-Erbauern miteinander verbindet. Ich habe das Buch verschlungen und warte immer noch auf die Geschichte wie die Naben auf den Rücken von LaVons Grandeddy gekommen sind. Die Übersetzung ist sehr gelungen.
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Vor 2 Monaten von Miezekatze veröffentlicht
"Wußten Sie, daß es hier früher...
Nein, wussten wir leider nicht. Und so manches andere auch nicht, was Frau Proulx aus diesem Landstrich zwischen Oklahoma und Texas zu Tage fördert. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von o-o veröffentlicht
Menschen im Westen
Über den Inhalt sagen die Amazon Produktbeschreibung und einige der Rezensionen hier bereits genug, so dass ich mich auf meine Eindrücke beschränke. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von LieberLeser veröffentlicht
Psssssst ...
Dies ist ein stilles Buch in einer lauten Zeit. Es kommt ganz leise und völlig entschleunigt daher, tippt dich sanft an die Schulter und pustet dir seinen langen Atem ins... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von suspekt veröffentlicht
Schräge Vögel, weites Land
SCHRÄGE VÖGEL WEITES LAND (THOMAS REUTER)
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Veröffentlicht am 8. Dezember 2009 von Rheinischer Lesekreis
Weites Land, schräge Vögel
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Veröffentlicht am 20. Februar 2009 von Thomas Reuter
Die Käuze vom Panhandle hassen die Schweinemast
Amerika, du hast es besser. Im Herzen dieses weiten Landes ist die Luft noch rein, die Menschen sind anständig und die öffentlichen Lustbarkeiten von moralischer... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. Februar 2009 von ludwigwitzani
Weites Land...
...für eine ausschweifende Geschichte. Annie Proulx wird bei -Mitten in Amerika- ihrem Ruf als erstklassige Erzählerin gerecht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. März 2008 von Thomas Knackstedt
Originell und witzig
In "Mitten in Amerika" entführt uns die Autorin, Anni Proulx, in die Prärie, in der sich die Einwohner noch an die goldenen Zeiten des "Wilden Westens" erinnern... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. August 2007 von Tanja Heckendorn
Sommerhitze und Langeweile
Ich denke in diesem Buch wird die Hitze der Gegend sehr gut

wiedergegeben, wie auch die vermeintliche Langeweile die dort

herrscht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Juni 2006 von hgs
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