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Mittelreich: Ungekürzte Autorenlesung [Audiobook] [Audio CD]

Josef Bierbichler
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Der Audio Verlag, Dav (16. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862311406
  • ISBN-13: 978-3862311408
  • Größe und/oder Gewicht: 13,2 x 13 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 7.565 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Josef Bierbichler
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Als der älteste Sohn des Seewirts im Ersten Weltkrieg fällt, muss der jüngste Sohn das väterliche Erbe antreten. Der wäre lieber Künstler statt Gastwirt geworden. Da braucht es erst einen Jahrhundertsturm, der droht, Haus und Hof in den See zu blasen, damit aus ihm doch noch ein brauchbarer Unternehmer wird. Als ihn später sein eigener Sohn anfleht, ihm das katholische Internat zu ersparen, kann er ihn nicht verstehen. Zu sehr ist man in diesen Zeiten damit beschäftigt, das Vergangene vergangen sein zu lassen und die Geschäftsbedingungen der neuen Gegenwart zu studieren. Josef Bierbichler (Foto), der große Menschendarsteller im deutschen Theater und Film, erzählt hundert Jahre Deutschland. Ein Epos über Krieg und Zerstörung, alte Macht und neuen Wohlstand.

Über den Autor

Josef Bierbichler, geboren 1948 in Ambach am Starnberger See, ist einer der großen und das deutsche Theater prägenden Schauspieler. Er war "Mein Herbert" in dem Stück seines Freundes Achternbusch, er war Müllers "Philoktet", Marthalers "Faust" und Lopachin in Zadeks "Kirschgarten". Er spielte in Michael Hanekes Filmen "Code Inconnu" und "Das weiße Band", in Jan Schüttes Film "Abschied" den alten Brecht sowie in Hans Steinbichlers "Winterreise".

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39 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mittelgut 28. Oktober 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Ja, dieser Roman ist wuchtig, nicht nur von seiner Stämmigkeit, mit der er in der Hand liegt. Er wirkt wortgewaltig, Sprachverliebt, in seiner Mischung aus bayerischer Derbheit und poetischer Schilderung auch richtig neu. Was kraftvoll beginnt, lässt auch kaum nach, der Autor kann diesen mitunter anmaßend pathetischen Ton halten, und doch, leider muss ich es sagen, kam es mir manchmal vor, als würden alle Worte die Figuren vor allem nur verschütten, sie unsichtbar machen hinter dem Anspruch, es auf die eigene Weise zu schildern, eben jenem kraftvoll bayerisch donnernden Tonfall. Auch bemerkte ich, wie mir die Personen lange oft fremd blieben, wie sie hinter all den vielen Worten ihr eigentliches Leben eher versteckten, wie es dem Autor wichtiger war, als allwissend darüberschwebender Erzähler seine Meinung über die dunklen Zeiten im Land und speziell dort am See kundzutun, statt sie seine Figuren fühlen und erleben zu lassen.

Wortgewalt heißt hier langsames, fast lähmend redundantes Erzählen, als wäre das schlichtere Leben der Figuren dahinter zu wenig. Ich hatte mich auf eine bayerische Familiengeschichte gefreut, kein Komödienstadel natürlich, sondern echte, handfeste Figuren und ihr Leben voller Brüche und Gegensätze. Auch auf Dialoge, doch diese liebt der Autor nicht sehr. Josef Bierbichler bleibt auch als Autor kantig und nicht jedermanns Sache. Was ich durchaus positiv meine. Aber eine hymnische Rezension wie andere kann ich nicht schreiben, dazu hat mich diese Geschichte einfach zu oft - sorry - gelangweilt.

Und noch was zum Schluss, aber dafür kann der Autor ganz bestimmt nichts: Warum geriet das Titelbild bloß so fad? Deutsche Tristesse at its best.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Derb und poetisch 5. Januar 2012
Format:Gebundene Ausgabe
In seinem Roman Mittelreich erzählt Joseph Bierbichler die Geschichte einer bayerischen Seewirtsfamilie über drei Generationen und beinahe einhundert Jahre deutsche Geschichte. Im ausgehenden 19. Jahrhundert errichtet der alte Seewirt einen neuen Anlegesteg und setzt auf das ohnehin schon reichlich protzige Haus ein weiteres Stockwerk. Die idyllische Lage lockt die Ausflügler in Scharen an den See. Mit den Gästen kommt gesellschaftlicher Weitblick und ein gewisser Wohlstand. Man gehört nun nicht mehr zu den armen Leuten, ist aber auch nicht richtig reich: mittelreich eben.

Doch dem ältesten Sohn und Erben Toni zerstört im ersten Weltkrieg eine Gewehrkugel nicht nur den Stahlhelm, sondern auch Teile seines Gehirns.
Nach Jahren, in denen die geistige Zerrüttung Tonis immer weiter voranschreitet,
bringt der alte Seewirt seinen ältesten Sohn in einer Anstalt für Geisteskranke unter und stellt seinen zweiten Sohn Pankraz, der den zweiten Weltkrieg mit einem Granatsplitter im Bein überlebt hat, vor die Wahl. Entweder übernimmt der Jüngere die Seewirtschaft mit allen Konsequenzen oder er lehnt sein Erbe ab und wird vom Vater keine weitere finanzielle Unterstützung erhalten.

Pankraz, ein sanfter und grüblerischer junger Mann, der von einer Zukunft als Opernsänger träumt, entscheidet sich für die materielle Sicherheit und gibt seine Gesangsstunden auf. Er heiratet die Bauerntochter Theresa, mit der er einen Sohn und zwei Töchter zeugt und baut die Seewirtschaft weiter zur Touristenattraktion aus. Doch seine Frau leidet unter ihren beiden bigotten Schwägerinnen, die unverheiratet als Jungfrauen im Elternhaus wohnen bleiben, und darunter, dass ihr schwacher Mann sie und ihre Kinder nicht gegen seine Schwestern verteidigt. Erst ein Jahrhundertsturm, der das Dach des Seewirtshauses aus einer Verankerung reißt, holt den Pankraz aus seiner Lethargie und macht einen brauchbaren Familienvater und Unternehmer aus ihm.

Seinen ältesten Sohn Semi schickt Pankraz in ein katholisches Internat, damit dieser neben der Erziehung zur Frömmigkeit auch eine gute schulische Bildung erhält. Semi wird von einem der Mönche missbraucht und fleht den Vater an, ihm die katholische Erziehung zu ersparen. Aber Pankraz und Therese weigern sich, das Unfassbare zu glauben und schicken den Jungen nach den Ferien wieder ins Internat. Semi kehrt als zerbrochener Mensch nach Hause zurück.

Im ersten Drittel ist der Roman Bierbichlers anstrengend zu lesen. Sowohl die dumpfen, oft abstoßenden bäuerlichen Charaktere als auch die derbe, manchmal brachiale Sprache und die vielen langatmigen Beschreibungen, in denen das Gesinde und die Nachbarn der Seewirtsfamilie eingeführt werden, machen es dem Leser nicht leicht, in die Erzählung hineinzufinden.

Doch wer nicht aufgibt, wird beinahe unmerklich in die Geschichte der Seewirtsfamilie hineingezogen. Vor allem der eher intellektuelle Pankraz, der seine künstlerischen Ambitionen aufgeben muss und seine Frau Therese, die von ihren Schwägerinnen unterdrückt und als Häuslerin verachtet wird, bieten genug Identifikationspotential, um sich auf die Erzählung einzulassen.

Bierbichler entfaltet vor dem staunenden Leser ein wüstes Panoptikum dumpfen bäuerlichen Lebens. Man folgt der Geschichte mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu und kann sich dem Sog, den die Erzählung nach und nach entwickelt, nicht mehr entziehen.

Fazit: Keine leichte Lesekost. Aber wer sich auf Bierbichlers verqueres, derbes und doch poetisches Kunstbaierisch einlässt, wird mit einem grandiosen Blick auf hundert Jahre deutsche Geschichte belohnt.
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37 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von J. Fromholzer TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Josef Bierbichler hat einen echten bayerischen Heimatroman geschrieben, ohne Sentimentalitäten, ohne Kitsch. Er schreibt so, wie er spricht, man hört ständig seine Stimme im Kopf beim Lesen (wenn man ihn öfters auf der Bühne gesehen und gehört hat).

Bierbichler packt die familiären Geschichten und großen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts in stimmungsvolle, lokale Bilder. Das Leben auf dem Land (unweit von München) wird auch von der Nähe der Hauptstadt "Minga" dominiert. Die reichen und neureichen Münchner ("Sommerfrischler") erobern sich den See, wo das Ganze spielt. Dass der Autor diese Leute nicht mag, hat er schon in seinem ersten Buch "Verfluchtes Fleisch" geschrieben. Ein besonderer Glücksfall ist das "Mittelreich-Hörbuch", das eine Gesamtlesung des Textes durch den Autor bietet; man kann es nach dem Lesen des (gedruckten) Buchs zusätzlich anhören und wird durch Bierbichlers Vortrag ganz neue Facetten entdecken. Obwohl Josef Bierbichler auf Bayern-2-Radio angekündigt hatte, sein Buch so zu lesen wie Heiner Müller gelesen hat, also einen Text "runterzuleiern" (Zitat), macht er dies nicht. Bierbichlers Vortrag ist souverän bayerisch, jedoch mit großer Distanz zu professionellen Hörbuchsprechern.

Bücher wie "Mittelreich" sind eine Seltenheit in unserer Gegenwart.

Ein Nachtrag: Momentaufnahmen von Bierbichlers Lesung in St. Pölten am Landestheater, 19.10.2011, die ich besucht habe. Das Publikum "windet" sich bei eingeschaltetem Saallicht, als er die ganze Schlachtszene, Zuber Storch mit der Sau, liest. Das Publikum beginnt zu hüsteln, sich zu räuspern, den Zuhörern wird es unangenehm. Bierbichler ist in Topform, schaut demonstrativ ins Publikum hinunter, trinkt Rotwein und Weißbier durcheinander. Ein perfekter Abend. Bierbichler liest 90 Minuten, obwohl er eigentlich nur sechzig lesen wollte, wie er sagte.

Der gesamte Text lebt natürlich davon, dass er von Bierbichler selbst interpretiert wird.
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Vor 12 Tagen von Klaus Servene veröffentlicht
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Vor 14 Tagen von Rainer Ruby veröffentlicht
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durch Sturheit und Ignoranz... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Peter Kager veröffentlicht
"Die Erde ist keine Heimat"
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Vor 3 Monaten von Th. Leibfried veröffentlicht
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Ich gebe zu, kein großer Freund von Josef Bierbichler zu sein, dessen Darstellungsweise immer und in jeder Rolle einfach Josef Bierbichler ist. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Eva Bergmann veröffentlicht
kräftige Sprache
Bierbichler liest mit deutlich bairischer Sprachfärbung, jedoch ohne Dialekt; also auch für Nichtbayern verständlich. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Caligula Lischkaschek veröffentlicht
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Vor 5 Monaten von sarah goldstein veröffentlicht
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