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Mittelreich: Roman [Gebundene Ausgabe]

Josef Bierbichler
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (40 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

12. September 2011
Im Ersten Weltkrieg zerschlägt eine feindliche Kugel zuerst den Stahlhelm und dann den Schädel des ältesten Sohnes vom Seewirt. Also muß sein jüngerer Bruder Pankraz das väterliche Erbe antreten. Der überlebt zwar den zweiten großen Krieg, wäre aber trotzdem lieber Künstler als Bauer und Gastwirt geworden. Da braucht es schon einen Jahrhundertsturm, der droht, Haus und Hof in den See zu blasen, damit aus Pankraz doch noch ein brauchbarer Unternehmer und Familienvater wird. Aber als der eigene Sohn ihn später anfleht, ihm die Erziehung im katholischen Internat zu ersparen, versteht er ihn nicht. Zu sehr ist man in diesen Zeiten mit anderem beschäftigt: das Vergangene vergangen sein zu lassen und die Geschäftsbedingungen der neuen Gegenwart zu studieren. Eine Seewirtschaft in Bayern, bizarre Gäste und eine Familie über drei Generationen, heillos verstrickt ins ungeliebte Erbe. Josef Bierbichler, der große Menschendarsteller des deutschen Theaters und Films, erzählt hundert Jahre Deutschland. Ein Epos über Krieg und Zerstörung, alte Macht und neuen Wohlstand, über die vermeintlich fetten Jahre.

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Produktinformation

Leseprobe Jetzt reinlesen [300kb PDF]
  • Gebundene Ausgabe: 391 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 8 (12. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422685
  • ISBN-13: 978-3518422687
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,4 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (40 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 119.581 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Josef Bierbichler wurde 1948 am Starnberger See geboren. Seit Anfang der siebziger Jahre ist er als Theaterschauspieler auf allen großen Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz präsent. Für den Film arbeitete er mit Regisseuren wie Werner Herzog (Herz aus Glas), Herbert Achternbusch (Servus Bayern, Heilt Hitler!), Tom Tykwer (Die tödliche Maria) und Michael Haneke (Das weiße Band) zusammen. Er lebt am Starnberger See.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Derb und poetisch 5. Januar 2012
Format:Gebundene Ausgabe
In seinem Roman Mittelreich erzählt Joseph Bierbichler die Geschichte einer bayerischen Seewirtsfamilie über drei Generationen und beinahe einhundert Jahre deutsche Geschichte. Im ausgehenden 19. Jahrhundert errichtet der alte Seewirt einen neuen Anlegesteg und setzt auf das ohnehin schon reichlich protzige Haus ein weiteres Stockwerk. Die idyllische Lage lockt die Ausflügler in Scharen an den See. Mit den Gästen kommt gesellschaftlicher Weitblick und ein gewisser Wohlstand. Man gehört nun nicht mehr zu den armen Leuten, ist aber auch nicht richtig reich: mittelreich eben.

Doch dem ältesten Sohn und Erben Toni zerstört im ersten Weltkrieg eine Gewehrkugel nicht nur den Stahlhelm, sondern auch Teile seines Gehirns.
Nach Jahren, in denen die geistige Zerrüttung Tonis immer weiter voranschreitet,
bringt der alte Seewirt seinen ältesten Sohn in einer Anstalt für Geisteskranke unter und stellt seinen zweiten Sohn Pankraz, der den zweiten Weltkrieg mit einem Granatsplitter im Bein überlebt hat, vor die Wahl. Entweder übernimmt der Jüngere die Seewirtschaft mit allen Konsequenzen oder er lehnt sein Erbe ab und wird vom Vater keine weitere finanzielle Unterstützung erhalten.

Pankraz, ein sanfter und grüblerischer junger Mann, der von einer Zukunft als Opernsänger träumt, entscheidet sich für die materielle Sicherheit und gibt seine Gesangsstunden auf. Er heiratet die Bauerntochter Theresa, mit der er einen Sohn und zwei Töchter zeugt und baut die Seewirtschaft weiter zur Touristenattraktion aus.
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48 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ....bierbichlers wuchtiger, echter heimatroman ..... 25. September 2011
Von J. Fromholzer TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Josef Bierbichler hat einen echten bayerischen Heimatroman geschrieben, ohne Sentimentalitäten, ohne Kitsch. Er schreibt so, wie er spricht, man hört ständig seine Stimme im Kopf beim Lesen (wenn man ihn öfters auf der Bühne gesehen und gehört hat).

Bierbichler packt die familiären Geschichten und großen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts in stimmungsvolle, lokale Bilder. Das Leben auf dem Land (unweit von München) wird auch von der Nähe der Hauptstadt "Minga" dominiert. Die reichen und neureichen Münchner ("Sommerfrischler") erobern sich den See, wo das Ganze spielt. Dass der Autor diese Leute nicht mag, hat er schon in seinem ersten Buch "Verfluchtes Fleisch" geschrieben. Ein besonderer Glücksfall ist das "Mittelreich-Hörbuch", das eine Gesamtlesung des Textes durch den Autor bietet; man kann es nach dem Lesen des (gedruckten) Buchs zusätzlich anhören und wird durch Bierbichlers Vortrag ganz neue Facetten entdecken. Obwohl Josef Bierbichler auf Bayern-2-Radio angekündigt hatte, sein Buch so zu lesen wie Heiner Müller gelesen hat, also einen Text "runterzuleiern" (Zitat), macht er dies nicht. Bierbichlers Vortrag ist souverän bayerisch, jedoch mit großer Distanz zu professionellen Hörbuchsprechern.

Bücher wie "Mittelreich" sind eine Seltenheit in unserer Gegenwart.

Ein Nachtrag (1): Momentaufnahmen von Bierbichlers Lesung in St. Pölten am Landestheater, 19.10.2011, die ich besucht habe. Das Publikum "windet" sich bei eingeschaltetem Saallicht, als er die ganze Schlachtszene, Zuber Storch mit der Sau, liest. Das Publikum beginnt zu hüsteln, sich zu räuspern, den Zuhörern wird es unangenehm.
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47 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mittelgut 28. Oktober 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Ja, dieser Roman ist wuchtig, nicht nur von seiner Stämmigkeit, mit der er in der Hand liegt. Er wirkt wortgewaltig, Sprachverliebt, in seiner Mischung aus bayerischer Derbheit und poetischer Schilderung auch richtig neu. Was kraftvoll beginnt, lässt auch kaum nach, der Autor kann diesen mitunter anmaßend pathetischen Ton halten, und doch, leider muss ich es sagen, kam es mir manchmal vor, als würden alle Worte die Figuren vor allem nur verschütten, sie unsichtbar machen hinter dem Anspruch, es auf die eigene Weise zu schildern, eben jenem kraftvoll bayerisch donnernden Tonfall. Auch bemerkte ich, wie mir die Personen lange oft fremd blieben, wie sie hinter all den vielen Worten ihr eigentliches Leben eher versteckten, wie es dem Autor wichtiger war, als allwissend darüberschwebender Erzähler seine Meinung über die dunklen Zeiten im Land und speziell dort am See kundzutun, statt sie seine Figuren fühlen und erleben zu lassen.

Wortgewalt heißt hier langsames, fast lähmend redundantes Erzählen, als wäre das schlichtere Leben der Figuren dahinter zu wenig. Ich hatte mich auf eine bayerische Familiengeschichte gefreut, kein Komödienstadel natürlich, sondern echte, handfeste Figuren und ihr Leben voller Brüche und Gegensätze. Auch auf Dialoge, doch diese liebt der Autor nicht sehr. Josef Bierbichler bleibt auch als Autor kantig und nicht jedermanns Sache. Was ich durchaus positiv meine. Aber eine hymnische Rezension wie andere kann ich nicht schreiben, dazu hat mich diese Geschichte einfach zu oft - sorry - gelangweilt.

Und noch was zum Schluss, aber dafür kann der Autor ganz bestimmt nichts: Warum geriet das Titelbild bloß so fad? Deutsche Tristesse at its best.
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Die neuesten Kundenrezensionen
3.0 von 5 Sternen Mittelreich
Joef Bierbichler: schreibt etwas langwierig über das Leben v. Landleuten zwischen dem 1.-2. Weltkrieg. Sehr aufschlussreich, aber oft grausame Einzelbeschreibungen!
Vor 1 Monat von Ursula Allwein veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Erdiger Bauernroman
So wie die Person Bierbichler hat alles, was in diesem Roman geschieht, eine ganz starke Präsenz. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von LaFlamande veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Deftig und wahr!
Ich war selber Flüchtlingskind am gleichen Ort - es ist hoch interessant, die Nachkriegszeit aus der Sicht des mittelreichen Grossgrundbesitzers zu erleben!
Vor 5 Monaten von Sant'Antima veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Mittelreich sagt schon Vieles.
Bis man sich an den Schreibstil von Bierbichler gewöhnt hat, sollte man jede Zeile zweimal lesen. Nicht, weil er schwer verständlich wäre - ganz im Gegenteil. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Radfahrer veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ausgesprochen positives Leseerlebnis
Erst war ich skeptisch - schreibende Schauspieler, das endet oft als missglückter Selbstverwirklichungsversuch. Viel kommt dann doch nicht bei rum. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von HeikeS veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Nicht überzeugend
Ich kann mit der "umständlich-gedrechselten" Sprache des Buchs nichts anfangen. "Pathos, Ungeniertheit,... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von GemiSawo veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein wuchtig,kantiges Werk
Josef Bierbichler kannte ich bis dahin nur als Schauspieler und mir hat immer seine kantige,eigenwillige Art seiner Darstellung gut gefallen. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Detlef.H. veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein grandioses, sprachgewaltiges Buch
Empfehlenswert für alle, die Freude an der deutschen Sprache haben. Der Autor beschreibt in diesem Familienepos seine Figuren mit viel Liebe und Ironie und läßt sie... Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von hans waldmann veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Eine wahre Sensation
Dieser Roman ist eine wahre Sensation: Er vermittelt deutsche Zeitgeschichte, ein eindrucksvolles Dorfpanorama und vor allem tiefe Einblicke in das Allzumenschliche. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Franz Schmied veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen ein düsteres Bild mit starken Bildern
Anfangs fand ich es schwer, in den Roman hinein zu kommen. Dann folgen viele Einzelbilder oder Einzelschicksale. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Milchbart veröffentlicht
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