Element of Crime sehen die Veränderung nicht als Wert in der Musik. Sie denken sich: Warum sich neu erfinden, die Leute, die uns schätzen, wollen auch eine Platte hören, die sich nach uns anhört. Seit dem ersten deutschsprachigen Album sind zwar leichte, fließende Entwicklungen zu bemerken, aber letztendlich können die Elements Songs von den Pet Shop Boys, den Beatles (wie in letzter Zeit geschehen) oder Udo Lindenberg spielen, man hört immer sofort, um welche Band es sich handelt.
Wenn sich die ersten Takte von "Delmenhorst" in die Gehörgänge schrammeln, wenn Sven Regener bei "Wenn der Winter kommt" es schafft, einen fast schon verboten kitschigen Text doch irgendwie würdevoll rüberzubringen, wenn sich Paranoia auf teuer reimt und wenn bei "Mittelpunkt der Welt" ein Song mit zwei Akkorden doch hervorragend funktioniert, ist das zu hundert Prozent Element of Crime. Der Unterschied zum Vorgängeralbum ist die fehlende Opulenz und das zweifelsohne bessere Cover.
Ein wunderbares Album für den Fan. Ein schönes Hörerlebnis für den Element of Crime-Novizen. Eine Enttäuschung für all jene, die sich ihre Lieblingsband noch länger als Geheimtipp gewünscht hätten (die Verkaufszahlen sprechen Bände) und für alle, die sich radikale Neuentwicklungen erwartet hätten. Ich gehöre zur ersten Kategorie - deshalb fünf Sterne.