Aus der Amazon.de-Redaktion
Sportlich war er nie, der Herr Regener. Das mag einen in Berlins Chi-Chi-Kneipen leicht den Ruf eines alten Sacks eintragen, in Delmenhorst freilich interessiert es keine Sau, ob man Sport treibt. Die Disziplinen, um die es hier geht, die sozusagen diesmal den Mittelpunkt der Regnerschen Welt definieren, heißen: durch Kindheitserinnerungswälder streifen, orangenen Helden der Entsorgung zuschauen und Rekorde im Vergessen von Exfreunden aufstellen. Delmenhorst ist natürlich überall: nämlich da, wo man sich nicht einreden läßt, dass Melancholie und Fröhlichkeit Widersprüche sind. (Finger weg von meiner Paranoia, die war mir immer lieb und teuer. Nie ließ sie mich so kalt im Stich wie Du!) Aber dass die Geschichten von Sven Regeners neuen Songs, vier Jahre nach der letzten EOC-Scheibe, eher in der norddeutschen Heimatregion des Wahlberliners angesiedelt sind, ist nach den literarischen Bremen-Reminiszenzen in
Neue Vahr Süd wohl kein Zufall.
Musikalisch bietet Mittelpunkt der Welt nichts Neues, also Altbewährtes in bewährter Besetzung (Jakob Ilja: Gitarre; Richard Pappik: Schlagzeug; David Young: Baß und Sven Regener: Gesang, Rhythmusgitarre und Trompete) sprich: Das, was wir immer schon gerne gehört haben und wieder gerne hören wollen. Man muss das Rad ja nicht jedes Mal neu erfinden. Solange Schnodderschnauze Regener immer noch solche Zeilen einfallen wie Wo die Neurosen wuchern, will ich Landschaftsgärtner sein, und dich will ich endlich wieder sehen, darf einem der eine oder andere Song ruhig bekannt vorkommen.
Jetzt freuen wir uns erst mal auf den Herbst. Denn der ist damit gerettet. Und danach kommt der Winter. Und wenn der überstanden ist, gibt es bald schon wieder eine Element of Crime-Tour: Draußen ist alles klar, der letzte Sportsfreund, da geht er, die letzte U-Bahn geht später, und du bist immer noch da...und alles ist ganz wunderbar. -- Axel Henrici
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