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Mittelmäßiges Heimweh: Roman [Taschenbuch]

Wilhelm Genazino
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. Dezember 2008

Eines Tages verliert Dieter Rotmund ein Ohr. Doch das ist gar nicht so schlimm, denn ihm ist Wichtigeres abhanden gekommen: Seine Gefühle sind nur noch mittelmäßig. Genazino erzählt von einem Mann, dessen Leben auseinanderbricht und der nur hilflos zusehen kann. Der lakonische Chronist des Alltags tut dies gewohnt souverän, unprätentiös und mit viel Sinn für die komischen Seiten des Unglücks.


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Mittelmäßiges Heimweh: Roman + Das Glück in glücksfernen Zeiten: Roman + Ein Regenschirm für diesen Tag
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342313724X
  • ISBN-13: 978-3423137249
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 280.390 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Herr Rotmund hat sich in seinem beschädigten Leben halbwegs eingerichtet -- und das im wahrsten Sinne des Wortes. Halbwegs hat sich der 43-jährige Protagonist und Ich-Erzähler aus Wilhelm Genazinos Roman Mittelmäßiges Heimweh von Frau und Kind getrennt, es geht ihm halbwegs gut und halbwegs schlecht. Halbwegs leidet er am Dasein und dann doch eigentlich auch wieder nicht. Alles ist Mittelmaß in seinem Leben. Wenn er sich freut, dann nur „ein bisschen“. Wenn er sich grämt, dann nur „ein bisschen“. Das fehlende Andere reicht, um immer mehr aus dem Alltag ins Nichts völliger Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

Auch dieses Verschwinden hat Genazino auf eindrückliche und eindringliche Weise sichtbar gemacht. Denn die einzigen Momente, die als schärfe Kanten aus dem Meer an Mittelmaß herausragen, sind jene, wo Herrn Rotmund ein Körperteil abhanden kommt. „Plötzlich sehe ich unter einem der vorderen Tische ein Ohr von mir liegen“, heißt es an einer Stelle, an einer anderen verliert er im Schwimmbad einen Zeh. Für Rotmund ist dies allerdings kein Grund, die Signale zu verstehen. Er umschifft die Klippen, um dann wieder zur Normalität zurückzukehren. Hatte der Verlust von Körperteilen in der Aufklärung -- etwa in Voltaires Candide oder in Johann Carl Wezels Belphegor -- die Funktion, den Pessimismus augenfällig zu berechtigen, verweist er in Mittelmäßiges Heimweh nicht mehr auf die Schlechtigkeit der Welt. Erkenntnisse sind Herrn Rotmund nicht vergönnt. Er löst sich einfach auf.

Mittelmäßiges Heimweh ist traurig. Es zeigt einen Helden, der haltlos durch die Wirklichkeit torkelt und dabei an Seele und Körper Schaden nimmt, ohne es zu merken. Das alles ist grandios beschrieben und zu lesen ein Genuss. Denn Genazino ist ein ganz Großer in der deutschen Literatur, mit einem seismographischen Gespür für (nicht nur) deutsche Befindlichkeiten. Hierfür ist Mittelmäßiges Heimweh ein weiterer Beweis. -- Thomas Köster, literaturanzeiger.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Eingeschlossen in die bestürzend komische Geschichte vom eskalierenden leib-seelischen Verlust hat Genazino ein Porträt des Angestellten-Alltags mit seinen ganz normalen Bizarrerien geschaffen.«
Literaturen Dezember 2008

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Genazinosche Katharsis 22. April 2007
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Konrad Lorenz hat im Jahre 1973 in "Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit" vom "Wärmetod des Gefühls" gesprochen, von der Abflachung aller Emotionen und ihrem Verlöschen in der "Mittelmäßigkeit" der durchschnittlichen Empfindung. Wilhelm Genazino ist der Autor, der diese Befindlichkeit seit dem ersten Erscheinen seiner "Abschaffel Trilogie" literarisch in immer neuen Anläufen durchdekliniert hat, bis seine Lesergemeinde den Genazinoschen Protagonisten, ganz gleich in welcher sozialen Verkleidung er auftritt, schon von weitem erkennen können.

In dem vorliegenden Buch "Mittelmäßiges Heimweh" trägt der Genazinosche Protagonist den Namen Dieter Rotmund und arbeitet als allein verdienender Finanzbuchhalter in einer nicht näher gekennzeichneten Stadt, wahrscheinlich Frankfurt, während seine Familie im Schwarzwald lebt. Die Ehefrau Edith trägt zwar nichts zum Lebensunterhalt bei, arbeitet aber als SPD Lokalpolitikerin in der Kommune mit, ist nörgelig bis in die Spitzen ihres "kleinen Busens" und mit einer zeitgemäßen Sucht nach "Emanzipation" geschlagen, die sie schließlich in ein Techtelmechtel mit einem Nachbarn treibt. Der arme Dieter Rotmund dagegen darf an den Wochenenden, an denen er seine Frau uns seine kleine Tochter Sabine besucht, noch nicht mal ran und fliegt eines Tages sogar in hohem Bogen aus seinem Haus, weil die Affäre der werten Gattin öffentlich wird.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen kurz und einprägsam 25. April 2007
Von IG
Format:Gebundene Ausgabe
Sollte ich dieses Buch in eine Kategorie einordnen, ich würde den Ordner Stille Bücher nehmen. Es ist weder herausragend noch sensationslüstern. Dieser Roman kommt auf leisen Sohlen daher geschlichen, ganz unauffällig, ohne stören zu wollen. Mutig finde ich von Genazino, den Ich-Erzähler konsequent im Präsens berichten zu lassen. Das ist doch eher unüblich in der Prosa und wird doch mehr der Popliteratur zugeordnet, die von den Kritikern und Literaturwissenschaftlern mehr belächelt als ernst genommen wird.

Also hier verliert jemand sein Ohr, später noch einen Zeh und man nimmt es hin. Völlig unaufgeregt erfahren wir solche Dinge, und noch viel mehr. Die allmähliche Trennung von Ehefrau und Kind, der berufliche Aufstieg. Die einfache Sprache, diese unaufdringlichen Sätze steigern das Grauen, welches sich oftmals hinter der Sprache verbirgt. Andere würden lamentieren lassen oder aufgeregt Emotionen aneinanderreihen. Das fehlt und macht aber das Prägnante dieses Romans für mich aus. Ich lese gerne solche Romane, die es nicht immer auf die Bestsellerlisten schaffen. Das mittelmäßige Heimweh strotzt vor lauter Bildern, die sich dem Leser erst erschließen müssen.

Das Ende überrascht? Ja und nein, würde ich sagen. Denn es wird dem Leser wieder einmal vorgeführt, dass nichts so ist wie es scheint. Und das aus den kleinen Dingen große werden können. Und vor allem, dass einen das Glück manchmal dort findet, wo man es nicht erwartet. Ich hatte Freude beim Lesen. Genazino hat den Leser durch den Erzähler gut führen lassen, es gab eigentlich keine vordergründigen Unstimmigkeiten, die einen stutzig werden lassen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ich löse mich auf 29. März 2009
Von Anke Przybilla VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Dieses kleine Büchlein hat unter den Literaturkritikern helle Begeisterung hervorgerufen. So schrieb z. B. die FAZ: "Ein Glücksfall von einem Roman." Und in der Tat ist dieses, mit dem "Corine"-Belletristik-Preis des ZEIT-Verlages ausgezeichnete Werk, eine lesenswerte Darstellung von Scheitern und Auferstehung.

Mit dem feinen Gespür für die Tragik des Alltäglichen schildert Genazino den Zerfall des bürgerlichen Lebens des Hauptprotagonisten Dieter Rotmund. Am Anfang des Romans steht der Verlust seines eigenen Ohres, welches plötzlich und ohne Vorwarnung in einer Kneipe unter dem Tisch liegt. Dieter Rotmund ist sofort klar, daß es sich um sein Ohr handelt. Jedoch verspürt er keinen Schmerz und kann sich auch nicht erklären, wie es dazu kommen konnte, daß ihm nun ein Ohr fehlt.

Und dies wird nicht sein einziger Verlust im Laufe der Geschichte bleiben. Und auch bei allen anderen wird er nicht verstehen, warum ausgerechnet ihn dieses Schicksal trifft. Seine Frau, die schon lange im Schwarzwald wohnt und mit der er eine Wochenendbeziehung führt, wird sich von ihm trennen, weil sie einen Liebhaber hat und wie so oft hat diese Trennung auch eine nicht unwesentliche Auswirkung auf sein Verhältnis zu seiner kleinen Tochter.

Obwohl er gerade zum neuen Finanzdirektor seiner Firma ernannt wurde, läuft nichts nach Plan. Nun sollte man annehmen, dies würde Herrn Rotmund aus der Bahn werfen und er würde versuchen, zu retten, was zu retten ist. Aber nein, er nimmt alles scheinbar gelassen hin, so, als würde dieses, aus den Fugen geratene Leben, nicht seins sein.
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Die neuesten Kundenrezensionen
4.0 von 5 Sternen Geschenk
selbst nicht gelesen -- Geschenk
........... ........... ... . ....... ..... ... .... .... ..... .... ..... ..... ..... ...
Vor 3 Monaten von M.Pinnhammer veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Wärmetod des Gefühls
Wilhelm Genazino zeichnet in dem ihm eigenen resignativen Stil das Bildnis eines Mannes, der die Fremdheit überwinden will und doch von Fremdheit zugewuchert wird. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von W. R. Frieling veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Oft gelesen und empfohlen
Ich sage Ihnen gleich: Ich liebe dieses Buch. Nicht, dass ich Genazino an sich nicht auch schon liebte, aber dieses Buch ist mein Liebling. Warum? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Mai 2011 von L. Reinhard
5.0 von 5 Sternen Einfühlsam geschrieben, so daß man das Buch nicht mehr aus...
Mittelmäßiges Heimweh beinhaltet eine wunderbar einfühlsam erzählte Geschichte, von einem Autor, der ein sehr guter Beobachter ist. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. November 2010 von Tino Dittrich
4.0 von 5 Sternen Gedehnte Betrachtungen eines emotional Unscheinbaren
Wilhelm Genazino besitzt eine gute Beobachtungsgabe und hat ein Faible für die kleinen Dinge des Lebens. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. August 2010 von k_taplan
5.0 von 5 Sternen Unverwechselbar
Immer wenn ich Genanzino lese, begreife ich, dass es die Künstler sind, die uns die Welt erklären. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Juli 2009 von Papa
4.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung
Wie kann es einem Autor gelingen ohne jeglichen Spannungsbogen den Leser an sein Werk zu fesseln? Zudem da der Protagonist dem Genazino-Kenner eigentlich sogar schon als Person... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Juni 2008 von Heide Riemann
5.0 von 5 Sternen Mittelmaß,? nicht mal mäßig! Belehrendes mal...
Mittelmäßiges Halbwegs.

Das Buch bewegt beim lesen und mehr als einmal möchte man dem Protagonisten zurufen das er aus seiner Mittelmäßigkeit... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. September 2007 von Karin Fiedler
3.0 von 5 Sternen Verlust auf zwei Ebenen
Ein Mann zerfällt. Erst verliert er ein Ohr, einfach so. Nein, natürlich nicht einfach so. Der Verlust des Ohres sowie evt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Juni 2007 von Floetelei
5.0 von 5 Sternen ohne ohr hört man besser
wie schön, daß es dieses buch gibt. so schnell man es liest, so lange kann man nachdenken, wie ein leben ohne ohr eigentlich wäre - was ja auch ein leben ohne... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. April 2007 von liebesleserin
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