Dieses zum Studium mittelhochdeutscher Literatur unverzichtbare Stück ist leider nicht völlig benutzerfreundlich; da aber die Eigenarten mittelhochdeutscher Buchstabierung bekanntermaßen der Verwirrung Nichteingeweihter dienen, sind sie insofern gerechtfertigt. (Schließlich lernt man den Umgang damit ja in den einschlägigen Seminaren.) Wenn man die Fallstricke einmal kennt und das aus ihnen erwachsende Frustrationspotential abzunehmen beginnt, dann lernt man den Lexer als Fundgrube wort- und sprachgeschichtlicher Erkenntnisse schätzen; denn merke: besonders die besonders wichtigen mittelhochdeutschen Wörter heißen meist nicht das, was man vermutet hätte (so ist zum Beispiel "michel" kein typisch mittelhochdeutscher Vorname, sondern heißt "groß, viel, sehr"). Merken sollte man sich, daß der Lexer ab der 29. Auflage einen Anhang von Ulrich Pretzel besitzt, in dem man noch mal extra nachschlagen muß. Interessant ist auch noch, daß der Taschenbuch-Lexer die handlichere Version des "Mittelhochdeutschen Handwörterbuchs" von Matthias Lexer ist, das alle einschlägigen Belegstellen bietet (also die Textzusammenhänge, aus denen sich die angegebenen Bedeutungen erschließen lassen). (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)