Endlich ein Praxisbuch zu Mittelalter-Möbeln!!
Dieses gelungene Buch enthält detaillierte Anleitungen für 16 Originalstücke („für fast jeden Raum in einem Schloss oder Herrenhaus") aus dem 12. bis 16. Jahrhundert („zu den schönsten erhaltenen Exemplaren" der Epoche gehörend, heute in britischen und US-Sammlungen). 158 reich mit Bauzeichnungen und Materiallisten illustrierte Seiten. Auch für Laien geeignet, da die Reihenfolge der Möbelstücke dem sich steigernden Schwierigkeitsgrad entspricht. Alle Möbel wurden ohne Elektromaschinen gefertigt, man braucht also keine professionelle Werkstatt. Will man schnellere, schlichte Ergebnisse, läßt man einfach die ornamentalen Schnitzereien weg. Holz: meist Eiche oder Kiefer. Einfache Holzverbindungstechniken, nur zweimal eine Schwalbenschwanzverbindung. Zur Metallbearbeitung (wer hat schon eine Schmiede?) gibt der Autor Tips, wie man mit einfachen Mitteln (u.a. Schweißgerät, Anleitung für Biegevorrichtung) und Baumarkt-Material alte Beschläge nacharbeiten oder solche vom Flohmarkt umarbeiten kann (wer das nicht will, bestellt zur Not beim Schmied).
Inhalt: Einführung, Holzbearbeitung, Metallbearbeitung, Oberflächenbehandlung (Rezepturen; Tricks, um das Holz jahrhundertealt aussehen zu lassen; womit Möbel bemalt wurden), Bank (15.Jh.), Lesepult (14.Jh.), Banketttisch, Truhe, Kleidertruhe, Vorratsschrank, Scherenstuhl, Kerzenständer, Himmelbett (aus Abtei), Fensterrahmen (15.Jh.), Weinschrank, Gotische Wiege, Tür (15.Jh.), Glastonbury-Stuhl, Wandleuchter mit Reflektor, Zur Herkunft der Möbel.
Auch für Wissenschaftler oder Amateurhistoriker interessant, die verstehen wollen, wie man im Mittelalter Möbel baute. Der Autor gibt in seinen Zeichnungen sogar den Verlauf der Holzmaserung an und hat auf post-mittelalterliche Umbauten an den Originalstücken geachtet - er bleibt bei der ursprüngliche Konstruktion. Zu jedem Möbelstück eine kurze historische Einleitung.