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Mitleid mit den Ratten
 
 
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Mitleid mit den Ratten [Broschiert]

Jean Amila , Helm S. Germer
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Broschiert: 211 Seiten
  • Verlag: Conte; Auflage: 1., Aufl. (September 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3936950431
  • ISBN-13: 978-3936950434
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.299.180 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

mordlust.de, 16. September 2006

Der nächste Streich in Sachen Amila aus dem Verlagshaus Conte und, vorne weg, ein sehr gelungener. Mitleid mit den Ratten hat alles, was ein eindringlicher Roman noir braucht - Verbrechen, Leidenschaft, Tragik. Das ganze kompakt und ohne störendes Beiwerk. Verspielte Mond über Omaha noch seine besten Momente, zeigt Mitleid keine Schwäche. Da entwickelt sich eine Sympathie für die Familie Lenfant, der man als Leser eigentlich keine Sympathie schuldig ist - immerhin sind es Kleinkriminelle, die sich ihr illegales Handeln schönreden. Und dennoch erwärmt man sich für die Bande, spürt im Nacken die dunklen Wolken, die über ihrer (beinahe) kleinbürgerlichen Existenz aufziehen. Leidet auf den letzten Metern mit, ehe die Tragik die Figuren fortreißt. Alles was bleibt, ist Mitleid, denn für Hoffnung reicht es in einem Noir-Universum nicht. Myron Bünnagel

berlinkriminell.de, 18. September 2006

Die Ehre des Gauners ist sein Herz Gutes, altes Handwerk. Wo gibt es das noch? Die Pariser Kleinstfamilie Lenfant geht, neben ihren bürgerlichen Berufen, mit Leidenschaft dem Einbruchdiebstahl nach. Vater Julien (50), Ehegattin Yvonne ebenso, wie die 17-jährige Tochter Solange. Als Julien bei einem Einbruch in Corneilles einem fanatischen Polizeibeamten in die Falle geht, rettet ihm 'Michel', der große Unbekannte, das Leben. Was zunächst als altruistische Tat daherkommt, entpuppt sich bald als plumper Erpressungsversuch und wird das Leben der Lenfants nachhaltig verändern. [...] Votum: Krimi mit Herz. Als Roman noir ein Plädoyer für die Leidenschaft als Grundnahrungsmittel. Barbara Keller

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Herbert Huber TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Mit Mitleid mit den Ratten hat Jean Amila einen gelungenen moralischen Kriminalroman geschrieben.

Die Familie Lenfant hat sich auf Einbrüche spezialisiert. Dabei haben Mutter Yvonne und Vater Julien genau bestimmte Aktionsrollen; sogar die 17-jährige Tochter Solange mischt mit. Da sie bei ihren Taten konsequent einen Ehrenkodex einhalten, prallen die moralischen Vorhaltungen Juliens Bruder, dem Arzt André Lenfant ab.

Da taucht Michel auf und krempelt das beschauliche Gaunerleben um. Er gehört zu einer politischen Gruppe, bei der vornehmlich das Ziel zählt. Julien nimmt Michel auf eine seiner Touren mit. Beide merken, dass ihre Methoden völlig verschieden und nicht miteinander vereinbar. Julien legt Wert auf schonendes Vorgehen. Seinen Stil erläutert er Michel (und damit dem Leser) ausführlich. Gekonnt zieht umgekehrt die Gruppe die Familie Lenfant in ihre Geschäfte mit Waffen und Sprengstoff ein. Schließlich kommt es zur Katastrophe.

Der Roman ist für die Richtung »noir« sorgfältig konstruiert. Das Einnisten der Gangster in die bescheidenen Wohnverhältnisse der Lenfant ( l'enfants, die Kinder) wird hervorragend erzählt. Ich dachte unwillkürlichan Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter. Das Dreieck Gauner ("Diebsgesindel" meinen die anderen) ? politischer Extremist ? bürgerliche Moral (Arzt André Lenfant) wird klug inszeniert. Der entscheidende Umschwung steht genau in der Mitte: die Gangster bringen Waffen (S. 105). Zur Ebene der Tat kommt die Ebene der beiden Frauen, Mutter und Tochter. Auch hier baut Amila manche Überraschung ein. Die Übersetzung scheint mir sehr gelungen. In einem Roman dieser Art darf man flotte Sprüche einbauen und auch ? obwohl das Original schon 1964 erschienen ist ? ein "Weltkulturerbe" benennen.

Im letzten Akt kulminiert der "Clash" zwischen den beiden Kulturen, die Bibersymbolik und das Buchtitel werden klar.

Hervorragend und mit gelungener moralischer Thematik.
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