Ute Weidlich, erfahrene Lehrerin für Pflegeberufe, sowie die beiden Mitautoren Kathrin Fettweiß und Thomas Erbskorn- Fetweiß, zwei versierte Trainer (Psychologen) in der Fort- und Weiterbildung im Krankenhaus, haben sich ein hohes Ziel gesteckt: Das wesentliche der "Be-urteilung" in transparenten, nachvollziehbaren und systematischen Schritten darzustellen. Sie nähern sich gamit einem Thema, welches immer wieder den Anspruch an Objektivität einer Person voraussetzt, widerum aber an der subjektiven "Sichtweise" einer Person scheitert bzw. zum Scheitern (vor-) verurteilt wird. "Alle Beurteilung sagt also immer mehr über den Beurteiler aus, als über den Beurteilten. In einem Wort: Jede Beurteilung ist Selbstbiographie."( Reinhardt K. Sprenger, Das Prinzip Selbstverantwortung. Wege zur Motivation: 1997, /Frankfurt/Main. Campus)
Ist es also möglich diesem "frommen Wunsch" nach Objektivität annähernd gerecht zu werden?
In Zeiten wo Personal- Management in dienstleistenden Berufen Einzug gehalten hat, ist es unbedingt notwendig, konzeptionell und zielgerichtet Mitarbeiterbeurteilungen und Zeugnisse zu erstellen. Und zwar als ein Mittel zur Mitarbeitermotivation-, Qualifikation bzw. als qualitätssichernde Maßnahme eines Krankenhausunternehmens. Denn inzwischen gibt es ebenso wie in der freien Wirtschaft enormen Konkurrenzdruck. (Budgetreduzierungen, Bettenabbau etc.)
Die Autoren liefern hierzu eine entscheidende Hilfestellung für Mitarbeiter in Führungsebenen , Personalabteilungen sowie für genau definierte Pflegebereiche. Ausgehend vom Menschenbild des Beurteilers, über beeinflussende Faktoren, Beurteilungskriterien hin zur Frage was der Sinn und Zweck eines Beurteilungssystems ist, wird mit "Beurteilen-aber wie?" ein entscheidendes Kapitel aufgeschlagen.
Hier werden konkrete, praxisrelevante Angebote anhand von Schlüsselqualifikationen dargestellt, wie z.B. Anforderungen an Krankenpflegepersonal, Stationsleitungen ect. (in den jeweils spezifischen Bereichen).Durch Formulierungshilfen kommt der entscheidende Praxisbezug zustande. Dieser kann vom Leser im nächsten (4.) Kapitel:"Beurteilertraining" erprobt und angewendet werden. Durch die farbigen Markierungen der wichtigsten Kernaussagen, ist es für den Leser ein übersichtliches und leicht zu handhabendes Instrument im täglichen umgang.
Die Anwendung der Schlüsselqualifikationen für Beurteilungsgespräche und Arbeitszeugnisse werden explizit am Schluss des Buches dargestellt.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass mit diesem Hilfsmittel ein aisgezeichnetes Arbeiten möglich ist. es wird begründbar und nachvollziehbar dargestellt, wie letztendlich immer vom Subjekt ausgehend eine reelle Beurteilung erzielt werden kann. Besonderheit dieses Buches ist, dass es auch fächerübergreifend Anwendung finden kann. Es ist jederzeit möglich, mit Hilfe der Schlüsselqualifikationen, Bewertungskriterien für andere Arbeitsbereiche außerhalb der Pflege zu bestimmen.
Magdeburg, den 29.01.2002