Kompakt im Sinn eines prägnanten Überblicks der entscheidenden Aspekte? Nur sehr bedingt.
Natürlich ist es eine Herausforderung, dieses relativ komplexe Instrument auf knapp 100 Seiten darzustellen. Einerseits. Andererseits wären 100 Seiten auch gar nicht so wenig. Vorausgesetzt man konzentriert sich auf das Wesentliche.
Definitiv nicht wesentlich ist etwa die "Multidimensionale Skalierung", der der Autor beinahe 4 Seiten widmet. Sie ist mittlerweile kaum noch gebräuchlich, aufwändig zu erstellen, vor allem aber für statistisch Ungeübte schwer zu verstehen. Gründlich kürzen ließe sich auch beim raumgreifenden und durchaus komplexen "Leistungs-Zufriedenheits-Motor" des Autors, beim geschichtliche Rückblick, bei der ausführlichen Unterscheidung in interventionistische "iMABs" und messorientierte "mMABs" und bei etlichen anderen Abschnitten.
Die Zielgruppe des Buches sind Leser, für die das Thema Mitarbeiterbefragung noch völliges Neuland ist. Umso ungünstiger scheint es mir, dass an vielen Stellen der Eindruck erweckt wird, die durchaus subjektiven und willkürlichen Präferenzen des Autors für bestimmte Ansätze der Durchführung und Auswertung seien die best- oder gar einzig möglichen. Ein Beispiel unter vielen: Der Autor empfiehlt, die demografischen Daten jedes Teilnehmers auf einen Aufkleber zu drucken, den dieser dann auf den Fragebogen kleben muss. Eine Vorgangsweise, die aufwändig und zweischneidig ist und nur in ganz bestimmten Settings Sinn macht. Gerade in einem Buch für Einsteiger wäre es hilfreicher, an den richtigen Stellen die wesentlichen Alternativen und ihr Für und Wider sichtbar zu machen.
"Das Buch soll den Personalspezialisten und den Linienmanager befähigen, eine Mitarbeiterbefragung anzulegen, gegebenenfalls selbst durchzuführen und optimal zu nutzen". Das wäre laut Klappentext der hohe Anspruch gewesen.
Weniger kompakt, aber deutlich lohnender: "Führungsinstrument Mitarbeiterbefragung" vom selben Autor.