Dieser Roman ist ein atmosphärisch dichtes Feuerwerk aus Stimmungen, herzzerreißendes Gruseln und Lachen, das unter die Haut geht. Laura erlebt eine alptraumhafte Kindheit. Für ihre zu junge Mutter - Josefine - ist sie das "falsche Kind". Josefine fühlt sich durch ihre Mutterrolle wie in einer Falle und kann dieser Rolle nicht gerecht werden. Sie beobachtet die anderen "glücklichen" Mütter und gibt Laura die Schuld für ihre Situation. "In allen Räumen hat sich das Kind ausgebreitet wie eine immer fetter werdende Made:" Laura hingegen ist gefangen in einer gewalttätigen Welt aus Strafen, Lügen und Verboten - bis ihre Oma erscheint: eine abenteuerlich unkonventionelle und warmherzige originelle Frau, die für Laura zur "Retterin" wird. In einer Zeitschere wird hier die überraschende Geschichte der drei Frauengenerationen entschlüsselt. Mit unerhört scharfer Beobachtungsgabe und in knapper und die Nerven blanklegender Diktion entwirft Michaela Seul Bilder, die die Banalisierung des Alptraums Kindheit und Glück nicht zulassen. Gleichzeitig zeigt die Autorin, daß der Verlauf einer Kindheit nicht zwingend für den Verlauf eines Lebens verantwortlich ist. Für ein kurzatmiges Lesen im Achterbahntempo.