...doch das weiss ich nur ganz alleine - so sangen die Prinzen 1993, und irgendwie hat sich A. Marinina das wohl auch gedacht, als sie 1995 mal eben ausprobiert hat, was man aus westlichen Kriminalstories so alles rausziehen und auf der Folie krisengeschütteltes Jelzin-Russland neu montieren kann. Das „auf-der-Flucht-Prinzip” läßt ebenso grüßen wie ab halber Strecke eine Nebenhandlung aus dem "Clou", und danach kann man eigentlich nur noch das genießen, was das eigentliche Markenzeichen der Marinina ist: Lokalkolorit - etwas bieder, etwas bräsig, faszinierend bürgerlich, ohne den uns so vertrauten kaltschnäuzigen Zynismus - kurz: hier lösen keine Helden, sondern echte verbeamtete Familienmenschen ihre Fälle.
Und das lesend mitzuerleben hat dann doch wieder seinen ganz eigenen Reiz.