Ähnlich wie die beiden ersten Fälle Marininas hebt sich auch der dritte Fall wohltuend vom üblichen Krimieinerlei ab. Die Autorin scheint mit einer fast perversen Phantasie gesegnet zu sein, die ihre Figuren zu zwar faszinierenden aber abgründigen Höchstleistungen auflaufen läßt. Schade nur, daß der Zufall, der den Beamten Platonow und die Bibliothekarin Kira zusammenführt, so unglaubwürdig ist, das die ansonsten gute Geschichte durch diesen erzwungenen Zusammenhang belastet wird (man hätte auch zwei Geschichten daraus machen können). Und offensichtlich ist Marinina am Schluß des Buches die Zeit oder die Lust ausgegangen, der Roman schließt in einer für die Autorin ungewohnten, recht ungefriedigten Weise.