Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Jagd nach der ersten Million ist ungebremst. Nach Bodo Schäfers Erfolgstitel
Der Weg zur finanziellen Freiheit. In sieben Jahren die erste Million mischen sich Nachahmer in die Reihe der Autoren. Doch wie heißt es: "Nichts ist so gut wie das Original." Bodo Schäfer mag als Veranstalter von Geld-Seminaren kritisiert worden sein, als Autor ist er auf jeden Fall besser als das, was die promovierte Volkswirtschaftlerin Doris Reffert-Schönemann abliefert.
Das erstaunt angesichts ihrer beachtlichen Vita. Die Autorin schrieb ihre Doktorarbeit bei Nobelpreisträger F.A. von Hayek über Geld und Währung. Seit 1994 ist sie mit einer unabhängigen Finanzberatung selbständig. Dennoch kommt das Buch nicht über einen Mix aus laienhaften Psycho-Erkenntnissen und unzähligen, viel zu individuellen Fallbeispielen hinaus.
Es gibt jede Menge Zahlenbeispiele dafür, was im Alter für ein angenehmes Leben benötigt wird. Doch die fortlaufende Beschäftigung mit den Ausgaben lässt die Vermehrung von Geld und Tipps dazu in Vergessenheit geraten. Wo Schäfer dazu rät, zehn Prozent des Nettoeinkommens monatlich zu sparen und in Aktien anzulegen, rechnet die Verfasserin in einem Eingangsbeispiel mit einer Verzinsung von "sicheren" vier Prozent.
Und der notwendige Kassensturz über die eigene Finanzlage, die Ein- und Ausgaben, finden sich erst im letzten Drittel. Statt dessen wird häufig psychologisiert. Ziemlich eindimensional teilt die Autorin Menschen in die "Lebe-morgen"- und "Lebe-heute"-Typen. Dabei werden viele Faktoren außer Acht gelassen: Lebensumstände, Alter, Faktoren wie Arbeitslosigkeit und äußere Umstände wie Erbe oder Unfall, die das Verhalten mitbeeinflussen.
Auf einer theoretischen Ebene ist die Verfasserin sicher versiert, auf der praktischen Schiene bietet sie wenig. Die Beispiele sind zu einseitig, zu kompliziert und leider fehlen richtig gute Anlagetipps. --Corinna S. Heyn
Neue Zürcher Zeitung
Finanzplanung für Anfänger
gab. In Anbetracht der steigenden Unsicherheit rund um das staatliche Sozial- und Rentenwesen und der zunehmenden Wahrscheinlichkeit von Karrierewechseln ist es für jedermann wichtig geworden, eine persönliche Finanzplanung zu betreiben. Das bedeutet, sicherzustellen, dass genügend Geld in liquider Form vorhanden ist, wenn man sich eine Wohnung kaufen will oder die Kinder im Ausland ein Universitätsstudium absolvieren sollen. Vorsorgen ist auch angebracht, wenn junge Frauen Kinder kriegen und in der Folge Teilzeit arbeiten wollen und natürlich für die Pensionierung. Diesen Anforderungen und der immer komplexeren Finanzwelt stünden heute viele Menschen gegenüber, die zwar sehr gut gebildet, doch in finanziellen Belangen Analphabeten seien, stellt die Bankfachfrau und Publizistin Doris Reffert-Schönemann in ihrem Beratungsbuch für Finanzplanung fest. An solche gebildete Finanzanalphabeten richtet sich das Buch. Es schlägt vor, sich selber und sein Verhältnis zum Geld genau kennenzulernen. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend, soll eine umfassende Finanzplanung vorgenommen werden, und zwar so, dass sie möglichst wenig einengend wirkt. Die verwitwete Geschäftsfrau, die ein Leben lang gespart hat und sich nun pensionieren lässt, hat ganz andere Bedürfnisse und Neigungen als der jungverheiratete Computerfachmann oder das Arztehepaar mit Kindern im Teenager-Alter. Entsprechend unterschiedlich muss die Finanzplanung ausgerichtet werden. Reffert-Schönemann definiert in ihrem Buch verschiedene Geld-Menschen-Typen und macht auf verständliche Art und Weise Vorschläge, wie diese Personen das Problem «Finanzplanung» angehen können und worauf sie speziell achten sollten.