Der Titel "Mit einer Nadel bloß" ist doppeldeutig, ist er doch als Zitat von Shakespeare gemeint, doch kann er genauso gut als Hinweis auf Alice Adorf's große Passion das Nähen gewertet werden.
Und da sind wir auch bereits beim Thema, in dem Büchlein geht es um die Lebensgeschichte der Alice Adorf ("et Aliss'"), der Mutter des großen Mimen Mario Adorf.
Erzählt wird ganz von Anfang an, beginnend bei Alice Adorf's Eltern bis hin zu ihrer Geburt, ihrer Jugend, ihren "Wanderjahren" als sie noch nicht so recht wußte wo sie leben wollte/sollte, der Geburt ihres Sohnes Mario, dem Krieg, den beide in dem Eifelörtchen Mayen erlebten, den Nachkriegsjahren, dem Umzug in das ferne München, Mario Adorf's Karrierebeginn bis hin zu seinen großen Erfolgen, dem langsamen gesundheitlichen Verfall Alice Adorf's bis hin zu ihrem Tod im Jahre 1998 am Ende des Buches.
Ich habe das Büchlein (es hat nur 156 Seiten) innerhalb von zwei Tagen gelesen u. war sehr berührt von der einfühlsamen Schilderung Mario Adorf's vom Leben seiner Mutter.
Die beiden hatten eine nicht immer ganz leichte Beziehung, doch immer geprägt von tiefer gegenseitiger Zuneigung, das merkt man als Leser sofort.
Allerdings muß ich auch sagen, daß Mario Adorf es mit seiner Mutter zuweilen auch nicht immer ganz leicht hatte, sie konnte schon ganz schön seltsam reagieren, wenn sie von etwas eine andere Auffassung hatte als der "Sohnemann". Andererseits war das Leben für eine alleinerziehende Mutter in dieser Zeit sicherlich nicht sehr einfach, was vielleicht manch' krude Reaktion ihrerseits erklärt.
Mario Adorf als Sohn zu haben stelle ich mir umgekehrt auch nicht gerade ganz einfach vor. So wie er auf mich wirkt, könnte ich mir vorstellen, daß er auch seine ganz eigene Art hat.
Dennoch, das Buch ist sehr berührend u. schön geschrieben, es enthält bis auf die beiden Coverfoto's auf der Vor-u. Rückseite keine weiteren Foto's.
Hier wirkt allein das geschriebene Wort.
Aber man hat schon eine Vorstellung von beiden, da man sie ja aus den Medien kennt.
Toll finde ich Mario Adorf's offene Art, er erzählt wirklich sehr privat, was sehr anschaulich ist u. einem besseren Verständnis dient.
Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem empfehlen, absolut lesenswert !!!