Seit vielen Jahren ist mir der Autor des vorliegenden Buches fast jeden Sonntag ein lieber Zeitgenosse geworden, wenn ich seine Artikel oder Kommentare in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung lese. Dort zeigt er sich als genauer Beobachter des aktuellen Geschehens und seine Kommentare und Bemerkungen treffen oft den Kern der Sache oder des Phänomens, das er gerade beschreibt.
In diesem Buch hat Minkmar sechs Essays versammelt, die er ganz persönliche Geschichten" nennt, und mit denen es ihm auf eine ganz besondere Weise gelingt, gesellschaftliche Entwicklungen deutlich und vor allem begreifbar zu machen. Denn es ist die große Unvorhersagbarkeit, die er als das Schlagwort unserer Epoche ausmacht. Was heute gilt, wird in zehn Jahren überholt sein. Obwohl es viele Journalisten, Soziologen, Philosophen, Schriftsteller und manchmal auch Theologen versuchen: die großen Themen unseres Lebens wie Wohnen, Arbeiten und Lernen, Freundschaften, Liebe und Familie sind mit den altbewährten Mustern fast nicht mehr zu umschreiben, zu fassen und zu begreifen.
Die Essays von Nils Minkmar nähern sich ihren Themen ganz persönlich und bringen so ihre Gegenstände ganz nah. Er tut das mit einer Sprache, die erfrischt und begeistert, der man die Lust abspürt, zu verstehen und eine irgendwie geartete moralische und philosophische Orientierung zu behalten.
Es ist köstlich, wie er zum Beispiel in dem Essay "Die Götter von Dudweiler. Vom Zusammenhang zwischen Islamismus und Freibädern" sich dem neuen Phänomen des Islamismus auf deutschem Boden nähert und sich in diesem Zusammenhang auch sehr belesen mit Tariq Ramadan und Paul Veyne auseinandersetzt.
Überhaupt sind alle seine Texte ein intellektueller und auch sprachlicher Genuss und man liest sie mit viel Freude und Erkenntnis. Ein Mann, dem das Denken Freude macht, und der mit seiner Arbeit in der Zeitung und mit seinen Büchern dieses aufgeklärte Denken weiter geben will. Er steht damit in bester Tradition von Montaigne, zu dessen Ehren er zusammen mit anderen eine Gesellschaft gegründet hat.