Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Mit brennender Geduld
OT Ardiente paciencia OA 1984 DE 1985Form Roman Epoche Gegenwart
Mit brennender Geduld von Antonio Skármeta ist nicht nur eine Hommage an den berühmtesten chilenischen Dichter Pablo R Neruda, sondern ebenfalls an das einfache Volk Chiles, das auch unter schweren Bedingungen ein sinnenfrohes Leben führt.
Inhalt: Der Roman spielt zwischen 1969 und 1973 in einem kleinen Ort an der chilenischen Küste. Der junge Mario Jiménez beschließt, den Fischerberuf aufzugeben, als er hört, dass ein Briefträger gesucht wird, der die Post zum berühmten Dichter Pablo Neruda auf die Isla Negra bringen soll. Mario bemüht sich, dessen Freundschaft zu gewinnen; er lernt Gedichte von ihm auswendig und antwortet ihm schlagfertig mit Neruda-Zitaten. Als er Neruda bittet, ihm bei der Werbung um die Gastwirtstochter Beatriz behilflich zu sein, weiht der ihn in die Geheimnisse der Poesie ein. Mit der Hilfe eines Gedichts erringt er ihre Zuneigung. Ihre Mutter erkennt die Gefahr und bewacht das Mädchen, aber als das Volk am 4. September 1970 den Wahlsieg von Salvador Allende feiert, treffen sich die beiden Verliebten. Die Mutter muss nachgeben, Neruda wird Trauzeuge und später Taufpate des Sohns.
1971 erhält Neruda den Nobelpreis für Literatur und sagt in seiner Dankesrede den hoffnungsvollen Satz von Arthur R Rimbaud, der dem Roman den Titel gab: »Im Morgengrauen werden wir, bewaffnet mit brennender Geduld, die strahlenden Städte betreten.« Die politische Lage in Chile verschärft sich; konservative Kräfte organisieren Streiks und es kommt schließlich zum blutigen Putsch durch die Armee unter General Pinochet. Einmal kann Mario den todkranken Dichter noch heimlich besuchen und ihm von den Angeboten aus dem Ausland berichten, ihm Exil zu gewähren, bevor Neruda stirbt.
Aufbau: Im Prolog behauptet Skármeta, er habe sowohl Neruda als auch das Liebespaar (Mario und Beatriz) gekannt, wahrscheinlich aber ist die Geschichte fiktiv. Sie schildert sehr realistisch und detailliert die politische Wirklichkeit der Zeit. Sowohl die Gefühlswelt Nerudas, der sich noch als Mann von über 60 Jahren für die emotionalen Nöte eines Briefträgers interessiert, sich als Präsidentschaftskandidat aufstellen lässt und als Botschafter seines Landes nach Paris geht, als auch die Gefühle Marios, der als Verliebter sprachlos wird und später selbst zu dichten beginnt, werden in einfachen, eindringlichen Worten erzählt. Der Stil wechselt zwischen humorvollem umgangssprachlichem Volkston und poetischen symbolischen Überhöhungen.
Wirkung: Mit brennender Geduld wird als ein zugleich politischer und poetischer Roman geschätzt. Gelobt wurde die geglückte Verbindung zwischen dem einfachen Volk und derIntelligenz Chiles (personifiziert durch Mario Jiménez und Pablo Neruda), die sich gegenseitig ergänzen und eine Entwicklung in Gang setzen, die mit dem Militärputsch blutig abreißt. 1994 verfilmte Michael Radford den Roman unter dem Titel Der Postmann mit Philippe Noiret als Neruda. G. Pa. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
Mit brennender Geduld
OT Ardiente paciencia OA 1984 DE 1985Form Roman Epoche Gegenwart
Mit brennender Geduld von Antonio Skármeta ist nicht nur eine Hommage an den berühmtesten chilenischen Dichter Pablo R Neruda, sondern ebenfalls an das einfache Volk Chiles, das auch unter schweren Bedingungen ein sinnenfrohes Leben führt.
Inhalt: Der Roman spielt zwischen 1969 und 1973 in einem kleinen Ort an der chilenischen Küste. Der junge Mario Jiménez beschließt, den Fischerberuf aufzugeben, als er hört, dass ein Briefträger gesucht wird, der die Post zum berühmten Dichter Pablo Neruda auf die Isla Negra bringen soll. Mario bemüht sich, dessen Freundschaft zu gewinnen; er lernt Gedichte von ihm auswendig und antwortet ihm schlagfertig mit Neruda-Zitaten. Als er Neruda bittet, ihm bei der Werbung um die Gastwirtstochter Beatriz behilflich zu sein, weiht der ihn in die Geheimnisse der Poesie ein. Mit der Hilfe eines Gedichts erringt er ihre Zuneigung. Ihre Mutter erkennt die Gefahr und bewacht das Mädchen, aber als das Volk am 4. September 1970 den Wahlsieg von Salvador Allende feiert, treffen sich die beiden Verliebten. Die Mutter muss nachgeben, Neruda wird Trauzeuge und später Taufpate des Sohns.
1971 erhält Neruda den Nobelpreis für Literatur und sagt in seiner Dankesrede den hoffnungsvollen Satz von Arthur R Rimbaud, der dem Roman den Titel gab: »Im Morgengrauen werden wir, bewaffnet mit brennender Geduld, die strahlenden Städte betreten.« Die politische Lage in Chile verschärft sich; konservative Kräfte organisieren Streiks und es kommt schließlich zum blutigen Putsch durch die Armee unter General Pinochet. Einmal kann Mario den todkranken Dichter noch heimlich besuchen und ihm von den Angeboten aus dem Ausland berichten, ihm Exil zu gewähren, bevor Neruda stirbt.
Aufbau: Im Prolog behauptet Skármeta, er habe sowohl Neruda als auch das Liebespaar (Mario und Beatriz) gekannt, wahrscheinlich aber ist die Geschichte fiktiv. Sie schildert sehr realistisch und detailliert die politische Wirklichkeit der Zeit. Sowohl die Gefühlswelt Nerudas, der sich noch als Mann von über 60 Jahren für die emotionalen Nöte eines Briefträgers interessiert, sich als Präsidentschaftskandidat aufstellen lässt und als Botschafter seines Landes nach Paris geht, als auch die Gefühle Marios, der als Verliebter sprachlos wird und später selbst zu dichten beginnt, werden in einfachen, eindringlichen Worten erzählt. Der Stil wechselt zwischen humorvollem umgangssprachlichem Volkston und poetischen symbolischen Überhöhungen.
Wirkung: Mit brennender Geduld wird als ein zugleich politischer und poetischer Roman geschätzt. Gelobt wurde die geglückte Verbindung zwischen dem einfachen Volk und derIntelligenz Chiles (personifiziert durch Mario Jiménez und Pablo Neruda), die sich gegenseitig ergänzen und eine Entwicklung in Gang setzen, die mit dem Militärputsch blutig abreißt. 1994 verfilmte Michael Radford den Roman unter dem Titel Der Postmann mit Philippe Noiret als Neruda. G. Pa. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
Pressestimmen
»Die Figuren des Romans besitzen allesamt eine dralle Plastizität, werden mit leiser Ironie, bisweilen auch drastisch-burlesker Komödianterie, aber immer mit augenzwinkernder Sympathie beschrieben. Und so entsteht ein dichtes Porträt der Bewohner eines winzigen chilenischen Fischerdorfs – und eine Hommage an Pablo Neruda.« Cosmopolitan »Als Autor lebt Skármeta niemals vom eitlen Bezug auf sich selbst, sondern immer von den Stilmitteln der Literatur. Seine Prosa ist glatt, sie verkörpert Neugier und Spiel. Skármeta schafft zauberhafte Figuren und entlässt sie in die Realität. (…) Antonio Skármeta hat dem chilenischen Roman einen Platz in der Weltliteratur gesichert.« Süddeutsche Zeitung
Kurzbeschreibung
Antonio Skármeta hat mit diesem Meisterwerk dem großen Chilenen Pablo Neruda und seinem Postboten Mario ein bleibendes und poetisches Denkmal gesetzt. Dieser Roman über Freundschaft und Liebe, über Poesie und Leidenschaft, über Freiheit und Politik wurde zweimal eindrucksvoll verfilmt, zuletzt mit Philippe Noiret und Massimo Troisi (»Der Postmann«).
Der Autor über sein Buch
Ein politischer Hilfeschrei!
Bitte verzeihen sie mir wenn mein Deutsch etwas schlecht ist , doch möcht ich ihnen sagen, wie wichtig mir es ist das diese Buch richtig verstanden wird. Mir ging es darum der Welt zu zeigen wie wichtig es ist eine eigene poetische Meinung haben zu dürfen was bei uns immer noch nicht der Fall ist. Menschen werden noch immer umgetötet und verfolgt, ich kämpfe mit diesem Buch gegen diese Tyranei! Danke---Antonio Skármeta -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Bitte verzeihen sie mir wenn mein Deutsch etwas schlecht ist , doch möcht ich ihnen sagen, wie wichtig mir es ist das diese Buch richtig verstanden wird. Mir ging es darum der Welt zu zeigen wie wichtig es ist eine eigene poetische Meinung haben zu dürfen was bei uns immer noch nicht der Fall ist. Menschen werden noch immer umgetötet und verfolgt, ich kämpfe mit diesem Buch gegen diese Tyranei! Danke---Antonio Skármeta -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
Antonio Skármeta, geboren 1940 in Antofagasta, Chile, ist einer der bekanntesten Autoren Südamerikas. Er war Dozent für lateinamerikanische Literatur an der Universidad Santiago de Chile bis er 1973 seine Heimat verlassen mußte. Seine Exiljahre verbrachte er in Berlin und kehrte dann im Jahre 1989 wieder nach Santiago de Chile zurück. Von 2000 bis 2002 war er chilenischer Botschafter in Deutschland. Sein literarischer Welterfolg »Mit brennender Geduld« wurde auch als Film (»Il Postino«) zur Legende. Der dafür oscarpreisgekrönte Produzent widmet sich nun auch der Verfilmung von »Der Dieb und die Tänzerin«, für den Skármeta den hochdotierten spanischen Literaturpreis Premio Planeta entgegennehmen konnte. Der Autor lebt heute in Santiago de Chile.
Auszug
Zwei ebenso glückliche wie gewöhnliche Umstände brachten Mario Jiménez im Juni 1969 dazu, seinen Beruf zu wechseln. Der erste war seine Abneigung gegen die Fischereiarbeit, die ihn schon vor Tagesanbruch aus dem Bett trieb, und das meist mitten in seinen Träumen von verwegenen Liebesabenteuern mit den strahlenden Leinwandheldinnen, die er im Kurbelkino von San Antonio sah. Dieses Talent gestattete ihm, frankiert von seiner beharrlichen Neigung zu - wirklichen oder erfundenen Schnupfenanfällen, derentwegen er sich jeden zweiten Morgen für sein Fehlen bei der Arbeitsvorbereitung am Boot seines Vaters entschuldigte, schnell wieder unter seine warmen Decken aus Chiloé zu schlüpfen und seine Traumromanzen weiterzuspinnen, bis der Fischer José Jiménez hungrig und durchnäßt von hoher See zurückkam. Sein schlechtes Gewissen beschwichtigte Mario damit, dem Vater eine Mahlzeit aus einem anregenden Tomatensalat mit Zwiebeln, Petersilie und Koriander und dazu knuspriges Brot aufzutischen, während er selbst theatralisch ein Aspirin in sich hineinstopfte, wenn ihm die beißende Bitterkeit seines Erzeugers bis in die Knochen fuhr.
»Such dir eine Arbeit«, lautete der kurze, schreckliche Satz, mit dem der Mann einen anklagenden Blick ... . -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.