"Was das Team Joachim Franz tut, ist richtungsweisend und sollte weltweit als Vorbild für die Jugend dienen!", so Dr. Peter Piot, Executive Director von UNAIDS.
Dieser Kommentar ist für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Über Aids erfährt man außer ein paar (Todes)Zahlen und Infizierten- und Sterbeprognosen quasi nichts in diesem Buch. Sicherlich hat das Team trotzdem weltweit viel zur Aufklärungsarbeit beigetragen und durch ehrenamtlichen Einsatz immense Summen für die Aidshilfe eingefahren. Dies verdient Respekt und Anerkennung und hat selbstverständlich Vorbildfunktion.
Weniger vorbildlich erscheint mir der Umgang von Joachim Franz mit Risiken, Training- und Wettkampfgrundsätzen und seinen Mitmenschen und es beschleicht mich der Verdacht, dass das Thema Aids nur Mittel zum Zweck "Egotrip Joachim Franz" ist.
Es ist zwar mehr als beachtlich, wie sich Joachim Franz vom 118 Kilo-Menschen zu einem der extremsten Sportler dieser Welt entwickelt hat, und dass er in der Lage ist, nahezu unmenschliche Belastungen auf sich zu nehmen, aber ein Vorbild sieht für mich anders aus. Immer wieder hebt sich Joachim Franz hervor, indem er sich herablassend über Teamkollegen äußert, die bei den außergewöhnlichen Strapazen im wahrsten Sinne des Wortes zusammenbrechen. Auch an der unvernünftigen Herangehensweise am Pik Pobedy, wo durch kindliche Ungeduld mit der Expedition begonnen wurde, ohne dass sich das Team vernünftig akklimatisieren konnte, zeigt nichts Vorbildliches.
Und überhaupt, muss man, um ein Zeichen gegen Aids zu setzen, einen 7439 m hohen Berg besteigen?
Das Buch ist mehr oder weniger eine endlose Aneinanderreihung von Tourdaten. Viel mehr persönliche Eindrücke außer in der Form von "es war hart", "der Zieleinlauf rührig" und Aufzählungen von Verletzungen gibt es leider nicht.
Immerhin lässt sich das Buch durch seine einfache Sprache sehr gut lesen, und es gab einige wenige Hintergrundinformationen zu den durchquerten Gebieten.