Als wir unseren diesjährigen ersten Wohnmobilurlaub durch Frankreich vorbereiteten, wollten wir alles ganz genau planen. Wir besorgten uns allerlei Literatur und jegliche Planung erübrigte sich, als wir Jürgen Engels Empfehlungen, auch wenn sie aus dem Jahr 1996 stammte, für eine Reise durch die Pyrenäen studiert hatten. Und wir fassten den Entschluss, seinen Spuren zu folgen. Daraus entstand ein unvergesslicher Erlebnisurlaub. Die Begründung fällt nicht schwer. Zum Einen brachten uns seine genauen Wegbeschreibungen immer an Ziele, die wahrhaft sehenswert waren. Besonders beeindruckend war die Tour 12 mit den Überfahrten über den Col d'Aspin und den Col du Tourmalet. Zwar hatte meine Lebensgefährtin etwas Angst, als sie auf den engen und nicht mit Leitplanken versehenen Passstraßen in die Tiefe sah, aber der Fernblick bei herrlichstem Wetter entschädigte wohl für alles. Doch die Tage am Cirque de Gavrnie sollten alles übertreffen. Die abendlichen in Wolken verhüllten Gipfel ließen nur erahnen, welch schönes Panorama sie bei klarer Siche hergeben würden. Als wir am Morgen verschlafen aus unserem Wohnmobil blickten, trauten wir unseren Augen kaum. Herrlichstes Wetter, klare Sicht und ein traumhaftes Bergpanorama trieben uns zu früher Morgenstunde auf den von Jürgen Engel beschriebenen Port de Bouchard um dort den Tentes zu besteigen und die Breche des Roland zu bewundern. Auch die Touren 5 und 8 haben wir genau nach Beschreibung verfolgt. Zwar haben wir die Abfahrt zum Womo - Schlafplatz am Stausee de la Torrasa in Spanien nicht gefunden, aber in Espot unterhalb eines beleuchteten Burgturmes in einer kleinen Parkanlage ebensogut genächtigt. Eines ist uns auf unserer Rückfahrt von der spanischen Seite des Pyrenäen nach Frankreich aufgefallen. Es gibt wohl kaum eine Region in Europa, wo es soviele Tankstellen gibt, wie in Andorra. Es ist nicht Sinn einer Rezession, all das wiederzugeben, was ein Buch beschreibt und wir können nur empfehlen, das Beschriebene selbst zu erleben. Seien es die Schucht Gorges de Kakouetta, die in Tour 15 beschrieben wird und die zu durchwandern ein absolutes Muss ist, oder der Wallfahtrtsort Lourdes, wo Glaube und Hoffnung auf beeindruckende Weise unmittelbar nacherlebbar werden - Jürgen Engel hat den perfekten Individualurlaub beschrieben, der für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Zum anderen hat er uns auch oft geholfen, wie ich bereits erwähnt habe, wo man einen geegneten Stellplatz für die Nacht finden kann, und das ist schon wichtig, wenn man sich auf das Abenteuer Wohnmobil einläßt. Wir haben die Schönheit der Pyrenäen hautnah erlebt und festgestellt, dass nach der nächsten Passüberfahrt ein völlig neues Landschaftsbild zum Staunen verführt, dass man akzeptieren muss, wenn Esel, Schafe oder Pferde die Straße blockieren, man aber auch das Murmeltier einmal ganz nah sehen kann... Wir freuen uns heute schon auf Jürgen Engels Neuauflage seiner Reiseempfehlungen und nutzen gleichzeitig diese Gelegenheit, uns zu bedanken für seine vielen nützlichen Hinweise, seine lebendige Schreibweise und den traumhaften Urlaub, den wir dank seines Buches erleben durften. Und wenn jemand sagt, all diese Bemerkungen seien nur subjektive Eindrücke unsererseits, so geben wir einen Rat - einfach nachmachen und selbst erleben.
Dieter Gensty und Michaela Müller