Sara ist eine einfache Bäuerin aus Siebenbürgen in Rumänien. Autor Werner Schmitz lernte sie dort kennen, als er für seinen Krimi "Das Karpaten-Projekt" recherchierte. Sara, die Bäuerin, erzählte ihm ihr Leben. Werner Schmitz zeichnete es nach und stellte sich dabei völlig in den Hintergrund. Mit einfach und klaren Worten, aus denen man Sara sprechen hört, wird ein hartes, entbehrungsreiches Leben geschildert - ohne Larmoyanz oder Anklage.
Sara Dootz ist in Siebenbürgen geblieben, viele andere Dorfbewohner haben Rumnänien nach Ceaucescus Hinrichtung verlassen, Sara hütet heute das Unesco-Weltkulturerbe, die Kirchenburg von Deutsch-Weißkirch, inzwischen eine Touristenattraktion.
Die Siebenbürger Sachsen, die von der Mosel stammen und keineswegs aus Sachsen, wurden vor 800 Jahren durch den König von Ungarn in Rumänien angesiedelt. Sie bauten ein eigenes Dorfleben auf, in dem die Frauen weitgehend unterdrückt wurden. Ehen wurden in der Kneipe abgesprochen, man heiratete oft unter sich und schon der Kontakt zum nächsten Dorf war ein Ausflug in die Fremde.
Sara, die Bäuerin, fügte sich nicht immer. "Ich war ein Störenfried". Sie wurde zu einer Tante abgeschoben, die sich aber als gute Ersatzmutter erwies, höhere Schulbildung wurde dem Kind zugunsten eines dümmeren Bruders verweigert. Und dennoch: Sara findet in ihren beiden Ehemännern liebende Partner und ist bis heute mit ihrem Leben zufrieden.
Werner Schmitz hat das Leben der Sara Dootz in Ich-Form beschrieben. Das Buch ist hochspannend für Leser, die sich für Lebensläufe anderer Menschen interessieren - so fremd sie einem auch sein mögen. Es gibt eine Wertungen und kein erhobener Zeigefinger. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen und war fasziniert von seiner Authentizität. Es gefällt mir besser als "Herbstmilch", weil die Wahrheit spürbar ist. Ich wünsche dem Buch viele Leser. Sie alle sollten die Frau kennenlernen, die sagt: "Frag nicht, wo in der weiten Welt es besser für dich wäre. Da, wo dein Gott dich hingestellt hat, da blüh zu seiner Ehre!"