Die Serie:
...hat wohl mittlerweile Kultstatus erreicht. Das charmante und stilsichere Agentenduo Steed & Peel nimmt es mit viel britischem Humor und lockeren Sprüchen in sehr originellen Geschichten abseits jeglicher Norm mit äußerst skurrilen und einfallsreichen Bösewichten auf, die meist aus einem neurotischen Spleen heraus eine surreale Bedrohung entfachen. Besonders faszinierend ist, wie die smarte und elegante Peel gegenüber ihren männlichen Kontrahenten immer wieder ihre verbale und vor allem physische Schlagfertigkeit unter Beweis stellt und es dabei noch schafft, in figurbetonter Mode stets gut auszusehen. Die Besetzung von Diana Rigg als ideale Ergänzung zu Patrick Macnee zu Beginn der vierten Staffel war mit Sicherheit ein echter Glücksfall für die Serie.
Die Box:
Aufbewahrt werden die DVDs in einem Pappschuber mit einem transparenten Digi-Stak, bei dem die DVDs auf jeweils einem Inlay übereinander liegen und sich jede DVD mitsamt Inlay ähnlich einer Seite eines Buches komfortabel umblättern lässt. Die einzelnen DVDs wurden mit verschiedenen charakteristischen Motiven aus der Serie bebildert. Auf einer DVD sind jeweils 3 Folgen abrufbar. Insgesamt sind 24 Folgen verteilt auf 8 DVDs vorhanden. Neu produziertes Bonusmaterial und weitere verschollene Extras findet man auf einer Zusatz-DVD. Zu sehen sind in dieser Edition 16 Folgen der fünften Staffel, bei der die Serie zum ersten Mal in Farbe ausgestrahlt wurde und die ersten acht Folgen der 6. Staffel. Der große Makel ist, dass die letzte Folge mit Diana Rigg ("Auf Wiedersehen Emma") leider auf dieser Edition nicht vorhanden ist, sondern am Beginn zu Edition 3 erschienen ist. Beiliegend ist zudem ein Booklet, in dem die Biografien von Diana Rigg und Patrick Macnee kurz abgerissen werden und die einzelnen Folgen der Serie mit einer Kurzbeschreibung aufgelistet sind.
Der Kommentar von Oliver Kalkofe und Wolfgang Bahro:
Vor jeder Episode besprechen die beiden Avengers-Fans in einem kurzen Intro die jeweilige Folge. Im Menü lässt sich der Kommentar wahlweise ausschalten. Da ich die Serie erst vor ein paar Wochen auf ARTE zum allerersten Mal sah, ist der Kommentar für mich sehr hilfreich und informativ gewesen. So wird z.B. erklärt, dass die Folge "Der geflügelte Rächer" Jahre später mit anderen Synchronstimmen bearbeitet werden musste, weil das ZDF bei Erstausstrahlung auf die Rechte an der Episode aufgrund der für die damaligen Verhältnisse zu brutalen Bilder verzichtet hat. Vor allem Kalkofe glänzt mit interessanten Anekdoten rund um die jeweilige Episode und ordnet sie auch meist wunderbar in den Kontext der damaligen Zeit ein. Auch kritische Worte wie etwa zu Logikfehlern werden nicht ausgespart.
Die Bild- und Tonqualität:
Da einige Szenen aus diversen Gründen für das deutsche Fernsehen bei Erstausstrahlung herausgeschnitten und demzufolge auch nicht synchronisiert wurden, wechselt die Tonspur bei den wieder eingefügten Sequenzen in den englischen Originalton, der aber dann automatisch mit deutschem Untertitel unterlegt wird. Das Bild hat für das Alter der Serie beachtlich wenige Texturen und auch Schlieren, Komprimierungssverluste und Bildrauschen sind kaum auszumachen. Einziger Makel ist, dass im Gegensatz zur Ausstrahlung auf ARTE die Haut der Schauspieler teilweise einen leichten Rotstich hat, der sich aber durch Justierung am TV-Gerät aufs Erträgliche reduzieren lässt. Das Bildformat ist 4:3 (1,33:1). Die englische und deutsche Tonspur liegt jeweils in Mono Dolby Digital vor, sodass kaum Monoton-Rauschen wahrnehmbar ist.
Lieblingsfolgen:
Eigentlich hält fast jede Episode einzelne wunderbare Momente bereit, die in der Erinnerung haften bleiben. Beispielsweise als Emma Peel in der Folge "Ein Vogel, der zuviel wusste" nur mit dem Union Jack bekleidet und mit einer Heugabel in der Hand als Model abgelichtet wird und das Shooting mit ironischen Spitzfindigkeiten kommentiert. Die mit Abstand gruseligste Folge ist "Weekend auf dem Lande", in der Emma Peel von einem ehemaligen Doppelagenten in ein einsames Haus gelockt wird, wo er dann in einem bizarren Ambiente (z.B. sind die Wände im Speisesaal mit riesigen Spielkarten dekoriert) versucht, Rache an ihr zu nehmen. Das ist eine der wenigen Folgen, wo man die toughe Emma mal so richtig verängstigt und verzweifelt sieht. Sie ist auch etwas atypisch für die Serie, aber dennoch ist das eine der besten Episoden der Staffel. Meine Top 5 sind: "Kennen Sie Snob?", "Filmstar Emma Peel", "Vorsicht Raubkatzen", "Der Geist des Duke von Benedict" und "Der todbringende Anzug". Diese Folgen haben so den typischen Charakter der Serie mit dieser Mischung aus doppeldeutigem Dialoghumor, absurden Spionagestories mit Sci-Fi-Sujet, grotesken Gegenspielern, deren finsteren Bedrohungen, die meist in psychedelischen Bildern abgefilmt sind, und einer Prise beklemmenden Hammer-Film-Horror.