Irgendwann 1978 hatte Marius die Nase voll vom überproduziertem, viel zu glatt klingendem Peter-Hesslein-Sound der ersten drei Alben (Das erste Mal, Bittersüß, Ganz allein krieg ich's nicht hin). Für einen deutschen Musiker hatte er damit zwar beachtlichen Erfolg gehabt, aber er wollte, dass die Plattenfirma ihn nicht mehr bevormundete. Also ging er nach eigenen Angaben zu seinem Manager und nahm ihn sich zur Brust: „Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten, entweder ich hör auf, oder ich krieg von euch 'nen Wisch wo drinsteht: Totale künstlerische Freiheit." Wie wir alle wissen, bekam er den neuen Vertrag und einen neuen Produzenten (Lothar Meid). Dann ging es für wenige Tage ins Studio und heraus kam eine ungehobelte Rock 'n' Roll LP in einer regelrecht rotzigen Atmosphäre. Sie ist ein authentisches Dokument und war letztlich Marius' richtiger Durchbruch. So locker sie auch klingt, so weiß nur Marius alleine, wie viel Mühe verwendet wurde, um das Album natürlich und mühelos erscheinen zu lassen.
Westernhagen war unheimlich schlau bei der Auswahl seiner Songs. Er hatte jetzt die geforderte künstlerische Freiheit, die er nutzte, indem er sich ganz bewusst eine kreative Beschränkung auferlegte, was durchaus kein Widerspruch ist. Denn je kleiner die Welt, desto vollständiger das Wissen des Künstlers und desto größer daher seine schöpferischen Auswahlmöglichkeiten. Er erfand eine begrenzte Welt und Anzahl an Figuren (passen im wesentliche alle auf das Cover), die er dann intensiv und mit breiter Kenntnis besang. So kann man noch nach 100mal hören und fast 25 Jahren mit dieser hervorragenden und ehrlichen Platte emotional mitgehen und sich herzlich über coole Songs wie „Dicke", „Willi Wucher" oder „Margarethe" vor Lachen ausschütten. Pfefferminz ist eben einmalig und weitestgehend frei von Klischees, was eine Rarität ist und ihm die Fans in Scharen zutrieb.