"Für Feindschaften gibt es immer einen Grund. Wenn man gerade keinen Grund findet, wird halt einer erfunden", so beschreibt Marie, die als Mädchen in der Jungenbande des "General Lebrac" mitmachen darf, ganz treffend die lang gehegte Fehde zwischen zwei Dörfern im schönen Frankreich. Eine Straße, die sich durch die Landschaft zieht, auf jeder Seite ein Dorf: links Langeverne und rechts Velran. Das ist der Schauplatz, auf dem der "Krieg der Knöpfe" ausgetragen wird. Hier bekämpfen sich die Jugendbanden von "General Lebrac" aus Langeverne und "dem Azteken" aus Velran, die sich spinnefeind sind. Tag für Tag tragen sie kleine Kämpfe miteinander aus. Ob Schlachten mit Obst oder Kastanien als Munition, Duelle im Beschimpfen oder Schmierereien an der Kirchentür des anderen Dorfes - die Banden sind erfindungsreich, wenn es darum geht, die traditionelle Feindschaft zwischen den Banden zu pflegen. Marie versucht zwar, den Jungs Disziplin und Vernunft einzubläuen, hat damit aber nicht immer viel Erfolg.
Erzählt wird die lebendige Geschichte abwechselnd von Marie, Lebrac und dem Azteken. Die Sprecher Laura Maire, Stefan Kaminski und Jens Wawrczeck beweisen hier das richtige Gespür für den Charakter ihrer Parts und bringen dem Hörer die Figuren nahe. Der Roman "Der Krieg der Knöpfe" ist ein Kinderbuchklassiker von Louis Pergaud und wurde von Gerda von Uslar aus dem Französischen übersetzt.
Eines Tages denken sich die Jungs jedoch eine neue Taktik aus, die ihre Opfer besonders demütigen und lächerlich machen sollen - sie entführen einen der verfeindeten Jungen und schneiden ihm die Knöpfe und Schuhbänder ab, sogar die Knopflöcher müssen dran glauben und werden durchtrennt. Was dazu führt, dass die Jungs wie Lumpensäcke halb nackt nach Hause schleichen müssen - wo sie für ihre Dummheiten erst einmal ordentlich Prügel von den Vätern beziehen. Um der väterlichen Strafe zu entgehen, ohne die Feindschaft zu den Velranern zu vernachlässigen, beschließt die Gruppe von Lebrac, einfach nackt zu kämpfen. Die erbeuteten Knöpfe sind der Kriegsschatz, um zu verhindern, dass die Jungs in Zukunft mit zerlumpten Klamotten nach Hause müssen. Doch die Velraner wollen diesen Plan von Lebrac durchkreuzen und denken sich eine neue Gemeinheit aus, bei der die Grenze deutlich überschritten wird... Kommt es zu einem Showdown zwischen den Jungen, oder gelingt es Marie noch rechtzeitig, das Schlimmste zu verhindern?
"Der Krieg der Knöpfe" ist kein gewöhnliches Hörspiel. Es stammt aus der Reihe "...mit Pauken und Trompeten" für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren und wird somit von Musik begleitet, sodass man die Ereignisse förmlich hören kann. Der Komponist Henrik Albrecht inszeniert mit Geigen, Bratschen, Celli, Hörnern, Klarinetten, Flöten, Oboen und natürlich Pauken und Trompeten die Kämpfe der Jungs und unterstreicht mit den Instrumenten die Charaktere der Kinder. Im Booklet schreibt Henrik Albrecht ein paar informative Fakten über die Trompete und ihre Eigenheiten und verrät den Kindern wie man mit dem Blechblasinstrument sogar das Bellen eines Hundes imitieren kann.
"Der Krieg der Knöpfe" ist als Orchesterhörspiel sehr zu empfehlen. Die lustige und spannende Geschichte ist gleichermaßen für Jung und Alt geeignet und wird durch die instrumentalen Einlagen und die Stimmen der Erzähler zu einem echten und immer wieder genießbaren Hörerlebnis!