"Am Dienstag, dem 20. September, stachen wir von Sanlúcar aus in See und segelten in südwestlicher Richtung. Unser erstes Ziel auf dieser Fahrt waren die Kanarischen Inseln. Magaglianes war während dieser Tage immer guter Laune und wer ihn sah, hätte glauben können, er wüsste nicht, welche Gefahren auf uns alle noch warteten."
So der Chronist Antonio Pigafetta (1480-1534) in seinem Augenzeugenbericht über die erste Weltumseglung von 1519-1522, auf der er den berühmten Magellan begleitet hat. Und er - und jetzt wir - wurde bald hinsichtlich der Gefahren, die "auf uns alle noch warteten" informiert. Schließlich war Pigafetta einer der wenigen Überlebenden der Besatzung. Er hat uns in diesem überaus spannenden und abenteuerlichen Bericht über Gefahren und Dramatik der Reise unterrichtet.
In der sorgfältigen - und man muss es so sagen: sehr schönen - Neuausgabe hat der Herausgeber einbedeutendes Stück Entdecker-, aber auch Kulturgeschichte der Menschheit wieder zugänglich gemacht. Durch die einfühlsame und kluge Einführung von Lars Hoffmann wird die Bedeutung der Reise, aber auch die literarische bedeutsame Leistung von Pigafetta sehr präsent.
Zu den Gewürzinseln wollte Magellan. Nach einem Jahr fand er die Passage vom Atlantik in den Stillen Ozean. Und so segelte er als ersten Europäer durch die Meerrenge zwischen Südamerika und Feuerland. Und damit war der Beweis, dass sich Columbus getäuscht hatte, perfekt. Und das war von weltgeschichtlicher Bedeutung. Leider blieb Magellan nur der Nachruhm. Er starb im Kampf gegen Eingeborene, die sich weder unterwerfen noch missionieren lassen wollten.
Und damit jedem Leser viel Freude und Gewinn bei dieser aufregenden Lektüre über eine Reise um die Erde.