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Mit dem Kopf zuerst
 
 
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Mit dem Kopf zuerst [Gebundene Ausgabe]

Noëlle Châtelet
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Lespress-Rezension

Denise ist ein Mädchen – aber nur dem Namen nach. Sie fühlt sich nicht wie eins, im Gegenteil: Denise möchte ein Junge sein. Am Ende der Kindheit stellt sich heraus: Sie ist auch einer - jedenfalls halb. Denn im Körper von Denise existieren beide Geschlechter, Junge und Mädchen. Sie bekommt Brüste, aber auch einen kleinen Penis. Nach langen schmerzhaften Kämpfen mit dem Anderssein und der eigenen Identität fällt Denise eine Entscheidung: Sie will Paul sein, nur noch Paul.

Die Autorin Noelle Chatelet beschreibt in ihrem Roman „Mit dem Kopf zuerst“ die Wandlung von Denise zu Paul einfühlsam und ohne Voyeurismus oder moralischen Zeigefinger? Die Geschichte bewegt, auch deshalb, weil sie aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Chatelet schafft es mit ausgefeilten Bildern und einer sehr musikalischen Sprache, einen Einblick in Denise/Pauls Seele zu vermitteln. Das Leiden am eigenen Anderssein, die Erniedrigungen durch unverständige Mitmenschen, der Wunsch nach einem anderen Körper, die Liebe zu einem Mädchen: All’ das erlebt die Leserin unmittelbar mit Paul/Denise.
Aber gerade durch die intensive, poetische Erzählweise wird vieles verwischt, was interessant gewesen wäre. Denise/Pauls Eltern reagieren extrem verständnisvoll und unterstützen ihr Kind in allem, was es tut. Ist das wirklich realistisch? Und Denise/Pauls erste Liebe wendet sich irgendwann ab – aber warum? Sie wusste von Denise/Pauls Zweigeschlechtlichkeit, wieso sie aber eines Tages nach jahrelanger Zuneigung urplötzlich aus Denise/Pauls Leben verschwindet, bleibt offen.
Was Chatelet in ihrem Buch überhaupt nicht hinterfragt, sind die Geschlechterrollen, die Kindern, auch Denise, zugeschrieben werden. Der Vater wünscht sich einen Sohn, das angebliche Mädchen hasst Röcke, erst als Junge kann sie ein Mädchen lieben. Das dies nicht weiter thematisiert wird, ist ärgerlich.
Dennoch hat Chatelet ein wichtiges Buch über ein Tabuthema geschrieben. Das Ringen von Denise/Paul mit dem eigenen Körper und der eigenen Identität ist bewegend, und wer das Buch einmal angefangen hat, kann es sicher nicht wieder weglegen.

Claudia Frickel

Pressestimmen

"Noelle Chetelet hat einen Roman voller Einfühlungsvermögen geschrieben. Durch den ausgefeilten, poetischen Stil, die Musikalität der Sprache, die zarten und komischen Bilder wird die Grausamkeit des Dramas gemildert, dieses tragische Schicksal überhöht." (Marie Claire) "Dieser Roman ist zunächst einmal eine wunderbare Geschichte über die Liebe, die Liebe eines Vaters und einer Mutter für dieses Kind, das so anders ist und dem sie in seinen Wünschen und Leiden ohne moralische Vorbehalte beistehen." (Telerama)

Kurzbeschreibung

Mit ihren Romanen »Die Dame in Blau«, »Die Klatschmohnfrau« und »Das Sonnenblumenmädchen« ist Noëlle Châtelet zur Bestsellerautorin geworden. Ob sie nun über jüngere oder ältere Frauen schreibt, immer geht es in ihren Büchern um die Identität, um den Körper, den Umgang mit sich selbst und darum, sich selbst anzunehmen. So auch in »Mit dem Kopf zuerst«. Nur ist diesmal die Hauptfigur keine Frau ... Denise hasst Röcke und tobt am liebsten mit den Jungs herum. Ihr Vater, der sich einen Sohn gewünscht hatte, geht spielerisch auf ihre Bedürfnisse ein, die Mutter jedoch wird zunehmend besorgter. Denn am Ende der Kindheit zeigt sich deutlich, dass im Körper von Denise zwei existieren – ein Mädchen und ein Junge. Schon immer war dieses Anderssein für sie schmerzhaft spürbar gewesen, aber nun fällt mit Hilfe der Eltern die Entscheidung. Er hat zu sich selbst gefunden. Er heißt Paul. Noëlle Châtelet hat einen Menschen wie Paul gekannt. Mit der ihr eigenen Sensibilität und ohne jeglichen Voyeurismus erzählt sie sein Leben, die Leiden, die Erniedrigungen, aber auch die Liebe, die er erfährt. In der Ichform geschrieben, entwickelt dieser bewegende Roman eine Suggestivkraft, der man sich als Leser nicht entziehen kann.

Der Verlag über das Buch

Geheimnisse des Körpers

Über den Autor

Châtelet Noëlle, die als Universitätsdozentin in Paris lebt, hat Romane, Erzählungen und Essays veröffentlicht. 1987 erhielt sie den Prix Goncourt de la Nouvelle, für "Die Dame in Blau" den Prix Anne de Noailles der Academie Francaise.
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