Allein der Titel hätte mir zu denken geben sollen: Wie kann man ein nichtchristliches Fest christlich feiern? Eine heimliche, feindliche Übernahme?
Die Diskussion darum, dass echte Christen Halloween nicht feiern sollten, finde ich verfehlt. Auch den drohenden Zeigefinger, es lieber auf christliche Art zu begehen (Grabkerzen basteln... naja... ich weiß ja nicht) kanns ja wohl nicht sein.
Sicherlich, mancherorts artet Halloween wirklich aus, aber tut das der Karneval nicht aus? Wenn ich wirklich wieder christliche Werte vermitteln möchte, dann nicht über das Schlechtmachen anderer Bräuche. Man könnte den christlichen Sinn von Allerheiligen sicherlich seinen Kindern altersgerecht erklären und vielleicht auch das Grab von einem verstorbenen Verwandten zusammen besuchen. In dieser Zeit gedenkt der Christ seinen Toten.
Dem Tod gedenken, das steckt eigentlich auch hinter den Halloweenbräuchen, auch wenn das den meisten wohl nicht bewußt ist. Ja, es ist ein buntes Spektakel geworden, den Kindern macht ein bisschen Grusel und Spuk Spaß und Süßigkeiten bekommen - welchem Kind würde das nicht gefallen. Keinem dieser Kinder käme in den Sinn, deswegen vom christlichen Glauben abzufallen. Bei uns gibt es z. B. auch das Rummelpottlaufen. Ebenfalls ein Abbitten von Süßigkeiten, aber keiner beschwert sich. Warum auch? Lasst den Kindern ihren Spaß.
Auswüchse gibts überall. Wenn das Kriterium wäre, dann müssten einige andere christliche Feste aber auch abgeschafft werden. Ich denke da nur an den "Vatertag". Wer denkt da bitte an "Himmelfahrt"?
Wenn der Kirche die Schäflein weglaufen, dann sollte sie den erhobenen Zeigefinger mal schön in der Jackentasche lassen und ihren Schäflein auch ein wenig Spaß gönnen. Denn mehr ist Halloween heutzutage für die Kinder nicht: Ein Spaß und keine Glaubenssache.
Und die Randalierer würden auch ohne Halloween einen Grund für ihre Randale finden. Lassen wir die Kirche doch im Dorf!