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Mit dem Herzen eines anderen leben
 
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Mit dem Herzen eines anderen leben [Taschenbuch]

Elisabeth Wellendorf
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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Kreuz-Verlag (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3268002285
  • ISBN-13: 978-3268002283
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 177.028 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Elisabeth Wellendorf
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Organtransplantationen gelten als Ruhmesblatt der Medizin. Elisabeth Wellendorf beschreibt die Kehrseite der Medaille, die großen seelischen und medizinischen Folgewirkungen einer Transplantation. Was bedeutet es für einen Menschen, wenn ein zentraler Teil vor ihm stirbt? Was, mit dem Organ eines Verstorbenen zu leben? Welche Rolle spielt der Spender in der Phantasie des Empfängers? Was geschieht mit dem Selbstbild, wenn das eigene unvertraute Innere, ständig dem 'Röntgenblick' der Medizin ausgesetzt, nur noch durch Zahlen und Kurven definiert wird? In ihrer Scham, dem Erfolgsanspruch der Medizin nicht zu genügen, bleiben die Patienten oft stumm, auch im Hinblick auf die medizinischen Komplikationen. Dieses Buch beschreibt die psychotherapeutische Arbeit mit Transplantationspatienten und deren Familien. Ein Buch, das neben den Betroffenen auch alle die lesen sollten, die sich zur Organspende entschlossen haben.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
E.Wellendorf stellt ihre sehr einfühlsame Begleitung der damals vor ca. 15 Jahren noch weniger erprobten medizinischen Technik, der Organtransplantation vor. Es wäre wunderbar, wenn diese Art der Begleitung auch heute stattfinden oder sogar ausgebaut würde. Leider ist dem offensichtlich nicht so üblich. Zumindest sind unsere Erfahrungen mit einer Lungentransplantation extrem und grausam anders. Ich hätte mich als Angehöriger gefreut, eine Frau Wellendorf als Begleitung über ein Jahr Wartezeit in der Klinik bzw. postoperative Dramatik zu haben.

Manchmal besteht beim Lesen tatsächlich der Eindruck, dass die Transplantation von ihr etwas zu zweifelnd gesehen wird. Aber andererseits wird damit das Ringen deutlich, dass sich denke ich wenige wirklich ersparen können, die sich dem Thema nähern.
Zumindest ist die in Kliniken geübte Art, den Organaustausch als Ersatzteilbeschaffung zu sehen wie sie derzeit praktiziert wird übel für alle Betroffenen. Eine Begleitung der Zeit vor und nach der Transplantation die auf die speziellen Fragen, Ängste und Wünsche des Patienten eingeht fehlt und damit geht eine Entwertung der Bedürfnisse einher, die es schwer bis manchmal unmöglich macht, diese hochkritische Zeit zu überstehen. Daran ändert nichts, dass jeder Beteiligte weiß, dass die Psyche eine Rolle spielt. Denn wenn dem nicht auch Rechnung getragen wird ist es ein hohles Wissen. Und die Entwertung der Bedürfnisse führt zu einer Entwertung der eigenen Person - letztlich.
E. Wellendorf beschreibt auch ihre Probleme als Psychotherapeutin gegenüber den weißen Göttern zu bestehen. Es wird deutlich, dass die Berücksichtigung seelischer Bedingungen auch mit dafür verantwortlich ist, ob der Patient gesundet oder nicht. Aber auch, dass das gerne ignoriert wird.
Zudem gibt sie einen weiten Blick auf die vielen Möglichkeiten - bedingt durch die Verschiedenartigkeiten des Menschseins - sich der Transplantation zu nähern und sie zu betrachten.

Mag sein, dass sie beim Schreiben des Buches ihre eigenen Probleme mit der Thematik verdaut. Sie gibt es anfänglich der ersten Begleitung einer Herz-Lungen-Transplantation klar und offen zu, dass ihr das Thema fremd ist und sie damit auch Probleme hat. Sie fragt den Patienten, ob er trotzdem sie als Begleiterin will: und er will.
Dass ein Mensch sich derart mit diesen Themen auseinandersetzt und dabei mit seinen Einstellungen und Gefühlen völlig außen vor bleibt halte ich auch für unmöglich.
Mir zeigt die Art, dass sie als Mensch präsent ist und authentisch. Ich kenne auch Seelenklempner, die innerlich mehr bei der Uhr und ihrem noch nicht abgezahlten Haus sind. Das ist zwar auch menschlich, aber nicht so hilfreich wie ein Engagement, dass sich offen mit allen eigenen Problemen einbringt und das auch artikuliert.
Mir hat das Buch viel gegeben. Es gibt Menschen, die sich nicht so sehr mit diesen Fragestellungen auseinandersetzen auch wenn sie selber in der Situation sind. Mich persönlich wundert das eher - es sei denn, es sind sehr junge Menschen oder Menschen, die (speziell nach jahrelangen Klinikaufenthalten) gelernt haben, dass ihre seelischen Regungen keinen interessieren.
E. Wellendorf zeigt die Möglichkeit auf, mit Mal- und Gesprächstechniken viele eigene Fragen erst sichtbar zu machen und sich dadurch von ihrem Druck zu erlösen, der sonst unbewußt beherrschend wirkt.
Beeindruckend und traurig wegen dem darin liegenden Wahrheitsgehalt ist ihre Aufstellung der Möglichkeiten, die der Satz "ich will nicht" beinhaltet. Er muss nämlich nicht nur heißen, dass der Patient nicht will, sondern es kann auch bedeuten, dass er nur jetzt nicht will. Oder dass er keinen Mut mehr hat zu wollen. Oder dass er nicht immer nur das Gefühl haben will, nur wollen zu müssen wenn andere können - also total ohnmächtig zu sein. Oder aber, dass derjenige mit dem anderen nicht kann, weswegen das Thema nicht unbedingt grundsätzlich für ihn erledigt sein muss. In der Praxis wird das nicht so gewertet und im Grunde wird mit dieser Art, die Patienten Worte auch in schwierigen Situationen für absolut zu nehmen der Patient selber oft im Stich gelassen. Denn der reagiert auf Dauer sehr auf die Erwartungen - ist er doch dem Klinikbetrieb ausgeliefert, hat wenig Intimsphäre, muss immer damit rechnen, dass in seinen Wohnbereich eingebrochen wird oder auch in seinen Körper, ist ungeheuer fremdbestimmt. Wenn die Schwestern oder Ärzte sich belästigt fühlen durch seine Bedürfnisse schraubt er sie eben aufs absolute Minimum runter. Oftmals unbewußt - vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Immerhin ist er dem Personal und auch oft dessen Zuwendung ausgeliefert.
Ich wünsche mir mehr Bücher wie das von Elisabeth Wellendorf über Transplantation.

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7 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Irreführender Titel 8. Oktober 2002
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Der Titel sowie der Klappentext lassen von Organtransplantation
Betroffene (Patienten, Angehörige, Freunde)vermuten, ein Buch in Händen
zu halten, was diese seelischen Folgen wenigstens annähernd positiv
beleuchtet. Allerdings herrschen bereits auf den ersten Seiten harte
Worte und zu subjektive Empfindungen der Autorin vor, die man einem
organtransplantierten Patienten auf keinen Fall zumuten möchte. Ich sehe
dieses Werk als Erfahrungsverarbeitung einer Psychologin, die ihre
9-jährige Tätigkeit mit diesen schwer kranken Patienten nicht
verarbeiten konnte und somit wohl mit deren Situation eher überfordert
war, als die Patienten selbst.

Dieses Buch tut in keiner Weise denen gut, die sich akut mit
Transplantation auseinandersetzen müssen - im Gegenteil. Diese manchmal
schaurig dargestellten Fälle regen Gedanken an, die in solch einer
Situation zusätzlich belastend und absolut unnötig sind. Es würde aber nichts an meiner Meinung ändern, dass dieses Werk nicht in
die Hände eines Transplantierten fallen sollte.

Tochter eines Herztransplantierten.

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