Kurzbeschreibung
Vorgestellt werden Brechts Wohnungen und die seiner Freunde, die Lokale, in denen man sich getroffen hat, die Zeitungs-, Verlags und Rundfunkadressen sowie die Theater, an denen seine Stücke gespielt worden sind.Am 21. Februar 1920 reist der 22jährige Augsburger Bertolt Brecht zum ersten Mal nach Berlin, um für sich und seine Texte bei Theatern und Verlagen zu werben. Kurz vor der Ankunft 'abends 7 Uhr im Zug' schreibt er sein 'Sentimentales Lied No. 1004' (später bekannt geworden als 'Erinnerung an die Marie A.'). Seine ersten Eindrücke: 'Der Schwindel scheint hier größer als anderswo, und er wird mit mehr Ernst betrieben.' Oder: 'Ich liebe Berlin, aber m. b. H.'
In den folgenden vier Jahren fährt er insgesamt neun Mal jeweils für längere Zeit in die deutsche Hauptstadt, bevor er sich ab September 1924 endgültig dort ansiedelt, zunächst in der Alsheimerstr. 4 in Steglitz, ab Mitte Februar 1925 in der Spichernstr. 16 in Wilmersdorf. Vorgestellt werden seine Wohnungen und die seiner Freunde, die Lokale, in denen man sich getroffen hat, die Zeitungs-, Verlags-, Rundfunk- und Film-Adressen sowie die Theater, an denen seine Stücke gespielt worden sind (die erste Berliner Brecht-Premiere mit 'Trommeln in der Nacht' hat am 20. Dezember 1922 im Deutschen Theater stattgefunden).
Am 28. Februar 1933 - einen Tag nach dem Reichstagsbrand - verläßt Brecht Berlin, ohne zu ahnen, daß es über 15 Jahre dauern wird, bis er am 22. Oktober 1948 wieder dorthin zurückkehren kann.
Auch zu den Jahren 1948 bis 1956 gibt es zahlreiche Brechtsche Berlin-Adressen: sei es die Berliner Str. 190 in Weißensee oder die letzte Wohnung Chausseestr. 125 in Mitte, der Schiffbauerdamm, die Stalinallee u. a. m. bis hin zu den DEFA-Studios in Babelsberg, dem Landsitz in Bruckow oder dem Dorotheenstädtischen Friedhof.
Über den Autor
Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren und starb am 14. August 1956 in Berlin. Von 1917 bis 1918 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Naturwissenschaften, Medizin und Literatur. Sein Studium musste er allerdings bereits im Jahr 1918 unterbrechen, da er in einem Augsburger Lazarett als Sanitätssoldat eingesetzt wurde. Bereits während seines Studiums begann Brecht, Theaterstücke zu schreiben. Ab 1922 arbeitete er als Dramaturg an den Münchener Kammerspielen. Von 1924 bis 1926 war er Regisseur an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin. 1933 verließ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flüchtete über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, wo er sich die nächsten fünf Jahre aufhielt. Außer Dramen schrieb Brecht auch Beiträge für mehrere Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. 1948 kehrte er aus dem Exil nach Berlin zurück, wo er bis zu seinem Tod als Autor und Regisseur tätig war. Der Film Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt? aus dem Jahr 1931 ist in der filmedition suhrkamp erschienen.