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Mister Aufziehvogel: Roman
 
 

Mister Aufziehvogel: Roman [Kindle Edition]

Haruki Murakami , Ditte Bandini , Giovanni Bandini
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (97 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Japans «ranghöchster Romancier»?

Schwierigkeiten mit Murakami Haruki

Der immer noch als Jungstar der postmodernen japanischen Literatur geltende Murakami Haruki ist am 12. Januar 50 geworden. Mit der Postmoderne ist auch er in die Jahre gekommen, und das, was als sein Markenzeichen galt, ebenso. Der jetzt in der deutschen Übersetzung erschienene 684-Seiten-Roman «Mister Auf ziehvogel» , 1994/95 in der japanischen Erstausgabe publiziert, verlangt seinen Lesern neben der obligatorischen Ausdauer ein gewisses Mass an Umlernen ab.

Bekannt geworden ist Murakami mit seinen Romanen «Wilde Schafsjagd» (1982), «Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt» (1985), den Erzählungsbänden «Der Elefant verschwindet» (1993) und «Wie ich eines schönen Morgens im April das 100prozentige Mädchen sah» (1993). Darin vollzog er eine coole Abkehr von den Traditionen des melancholischen Ästhetizismus (Kawabata Yasunari) und des japanischen Humanismus (Inoue Yasushi). Besonders Oe hat ihm vorgeworfen, dass er sich widerstandslos der kommerzialisierten Populärkultur unterwerfe, «um seine innere imaginäre Welt aus sich herauszuspinnen, als lausche er einer Hintergrundmusik». Dieses weniger literatur- als moralkritische Urteil trifft zwar auch auf die Atmosphäre, den charakteristischen Murakamischen «Meed» und den Duktus seines neuen Romans im ganzen, nicht aber auf einige seiner Segmente zu.

Schwer durchsetzbar

Dass Murakamis viertes Buch bereits im dritten Verlag erscheint, signalisiert verlegerische Vorbehalte und Schwierigkeiten bei der Durchsetzung des Autors auf dem deutschsprachigen Markt – dies während er im angloamerikanischen Raum mit marktschreierischer Hierarchisierung als «Japans ranghöchster Romancier» angepriesen wird. Die «herausgesponnene imaginäre Welt» ist hier eine, in der Fantasy und Science Fiction sich mit neuromantischen, neoesoterischen, neospiritistischen Motiven zu einer nicht eben leicht dingfest zu machenden Konstruktion verbinden. Erzählt wird die Geschichte Ukada Terus, eines arbeitslosen (!) japanischen Juristen, der von seiner Frau Kumike verlassen wird, in den tiefen Brunnen seines wie stets bei Murakami ausserordentlich durchlässigen Ichs absteigt, um vor allem mehreren hellsehenden Frauen zu begegnen und zusammen mit ihnen der antipodischen Welt seines Schwagers Nataya Nobora, eines zynischen Medienstars und korrupten Politikers, zu widerstehen.

Diese Geschichte ist trotz ihren politik- und medienkritischen Elementen zu diffus, zu gesucht, um ein anhaltendes Interesse zu wecken. Die penetrant hellsehenden Frauen mitsamt einigen ebenfalls medial disponierten Männern sind das unfreiwillige ironische Gegenbild der Dunkelheit und Konfusion, in der sich der Leser bewegt. Leider ist der Witz des «Buddha von McKamakura» ebenfalls verlorengegangen.

Auch der titelgebende «Aufziehvogel», nach einem unsichtbaren Vogel so genannt, dessen schnarrender Ruf die Feder der Welt jeden Tag von neuem aufziehen muss, wenn ihr Mechanismus nicht stillstehen soll, gewinnt schwerlich grösseres Interesse, es sei denn bei Literaturwissenschaftern und Komparatisten, die hier zweifellos ein ideales Untersuchungsfeld finden. Robert Schumanns «Vogel als Prophet», von dem in der europäischen Kultur bestens bewanderten Murakami ausdrücklich zitiert, mehr noch der nicht explizit bemühte Vogel aus Tiecks «Blondem Eckbert» geben die erwünschte tiefere Bedeutung kaum her, bestenfalls eine modernisierte spätromantische Musik und für den Monsterroman ein leitmotivisches Korsett. Ein wagnerisierender japanischer Thomas Mann wird Murakami deswegen noch nicht.

Mehr Aufmerksamkeit verdienen freilich die novellistischen Teile, die Murakami dem Roman einschreibt. Hier zeigt er sich als konturenscharfer Erzähler, von dem man ohnehin weiss, dass er technisch alles kann. Und hier stimmt auch das Urteil über die Defizite an historischer und sozialer Zeitgenossenschaft nicht mehr. Murakami führt in diesen Teilen zunächst in die Zeit des japanischen Krieges, der Gründung des «Reichsprotektorats» Mandschukos, danach in die Arbeitslager Stalins zurück. Die irrwitzige Exekution der wilden Tiere eines Zoos vor dem Heranrücken der sowjetischen Truppen; die Verbrechen der japanischen Besatzer; die fürchterliche Folterung eines wie Marsyas im griechischen Mythos von Apollon «geschundenen», buchstäblich geschälten Menschen; das Porträt eines Berija-Gehilfen, den «böse» zu nennen weit untertrieben wäre – das alles ist überaus brutal, aber bei aller Coolness auch so engagiert erzählt, dass man es nicht vergessen wird. Murakamis schlimmster und triftigster Satz steht auf Seite 614: «Die Hölle kennt keinen tiefsten Punkt.»

Japanischer «Archipel Gulag»

Man staune: Murakami wendet sich in diesen düsteren Kapiteln seines Romans mit Entschiedenheit der in Japan immer noch verdrängten japanischen Kolonial- und Kriegsgeschichte zu. Ausserdem schreibt er eine japanische Variante des «Archipel Gulag». Es scheint so, dass sein erzählerisches Talent für den novellistischen Rahmen taugt, aber nicht den Atem für den grossen Roman hat. Möglicherweise setzt sich auch mit einer gewissen Verzögerung der postmoderne Atheismus durch. Diese Vermutung wird durch die Tatsache gestützt, dass das erste Kapitel von «Mister Aufziehvogel» als Erzählung in seinem Sammelband «Der Elefant verschwindet» gesondert erschienen ist.

Sprachlich zeigt der Neudruck einen bedauerlichen Rückschritt: Die japanische Reihenfolge von Familien- und Vornamen wurde umgestellt. Und man hat nicht mehr wie beim Erstdruck direkt aus dem Japanischen, sondern aus dem Englischen übersetzt. In dieser Hinsicht sind inzwischen, etwa von der «Japanischen Bibliothek des Insel-Verlags, andere Massstäbe gesetzt worden. Es geht um keine Quisquilien, wie der Vergleich der ersten fünfzig Romanseiten mit der Erzählung zeigt.

«Als diese Frau anrief, stand ich gerade in der Ecke und kochte Spaghetti. Die Spaghetti waren so gut wie fertig, und ich pfiff zusammen mit dem Radio die Ouverture aus Rossinis ‹Die diebische Elster›, die perfekte Musik zum Spaghetti-Kochen» – so der erste Absatz der unmittelbar aus dem Japanischen übersetzten Erzählung. «Als das Telefon klingelte, war ich in der Küche, wo ich einen Topf Spaghetti kochte und zu einer UKW-Übertragung der Ouverture von Rossinis ‹Die diebische Elster› pfiff, was die ideale Musik zum Pastakochen sein dürfte» – so «Mister Aufziehvogel». Ein umständlicher, langatmiger Satz; der Lakonismus und die Suggestizität («ich pfiff zusammen mit dem Radio») werden völlig verspielt. «Mister Aufziehvogel» hätte bei allem Sinn für die Erleichterungen des Diebischen durch Sekundärübersetzungen besser nach dem Japanischen gepfiffen.

Ludger Lütkehaus

Pressestimmen

Japans «ranghöchster Romancier»?

Schwierigkeiten mit Murakami Haruki

Der immer noch als Jungstar der postmodernen japanischen Literatur geltende Murakami Haruki ist am 12. Januar 50 geworden. Mit der Postmoderne ist auch er in die Jahre gekommen, und das, was als sein Markenzeichen galt, ebenso. Der jetzt in der deutschen Übersetzung erschienene 684-Seiten-Roman «Mister Auf ziehvogel» , 1994/95 in der japanischen Erstausgabe publiziert, verlangt seinen Lesern neben der obligatorischen Ausdauer ein gewisses Mass an Umlernen ab.

Bekannt geworden ist Murakami mit seinen Romanen «Wilde Schafsjagd» (1982), «Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt» (1985), den Erzählungsbänden «Der Elefant verschwindet» (1993) und «Wie ich eines schönen Morgens im April das 100prozentige Mädchen sah» (1993). Darin vollzog er eine coole Abkehr von den Traditionen des melancholischen Ästhetizismus (Kawabata Yasunari) und des japanischen Humanismus (Inoue Yasushi). Besonders Oe hat ihm vorgeworfen, dass er sich widerstandslos der kommerzialisierten Populärkultur unterwerfe, «um seine innere imaginäre Welt aus sich herauszuspinnen, als lausche er einer Hintergrundmusik». Dieses weniger literatur- als moralkritische Urteil trifft zwar auch auf die Atmosphäre, den charakteristischen Murakamischen «Meed» und den Duktus seines neuen Romans im ganzen, nicht aber auf einige seiner Segmente zu.

Schwer durchsetzbar

Dass Murakamis viertes Buch bereits im dritten Verlag erscheint, signalisiert verlegerische Vorbehalte und Schwierigkeiten bei der Durchsetzung des Autors auf dem deutschsprachigen Markt – dies während er im angloamerikanischen Raum mit marktschreierischer Hierarchisierung als «Japans ranghöchster Romancier» angepriesen wird. Die «herausgesponnene imaginäre Welt» ist hier eine, in der Fantasy und Science Fiction sich mit neuromantischen, neoesoterischen, neospiritistischen Motiven zu einer nicht eben leicht dingfest zu machenden Konstruktion verbinden. Erzählt wird die Geschichte Ukada Terus, eines arbeitslosen (!) japanischen Juristen, der von seiner Frau Kumike verlassen wird, in den tiefen Brunnen seines wie stets bei Murakami ausserordentlich durchlässigen Ichs absteigt, um vor allem mehreren hellsehenden Frauen zu begegnen und zusammen mit ihnen der antipodischen Welt seines Schwagers Nataya Nobora, eines zynischen Medienstars und korrupten Politikers, zu widerstehen.

Diese Geschichte ist trotz ihren politik- und medienkritischen Elementen zu diffus, zu gesucht, um ein anhaltendes Interesse zu wecken. Die penetrant hellsehenden Frauen mitsamt einigen ebenfalls medial disponierten Männern sind das unfreiwillige ironische Gegenbild der Dunkelheit und Konfusion, in der sich der Leser bewegt. Leider ist der Witz des «Buddha von McKamakura» ebenfalls verlorengegangen.

Auch der titelgebende «Aufziehvogel», nach einem unsichtbaren Vogel so genannt, dessen schnarrender Ruf die Feder der Welt jeden Tag von neuem aufziehen muss, wenn ihr Mechanismus nicht stillstehen soll, gewinnt schwerlich grösseres Interesse, es sei denn bei Literaturwissenschaftern und Komparatisten, die hier zweifellos ein ideales Untersuchungsfeld finden. Robert Schumanns «Vogel als Prophet», von dem in der europäischen Kultur bestens bewanderten Murakami ausdrücklich zitiert, mehr noch der nicht explizit bemühte Vogel aus Tiecks «Blondem Eckbert» geben die erwünschte tiefere Bedeutung kaum her, bestenfalls eine modernisierte spätromantische Musik und für den Monsterroman ein leitmotivisches Korsett. Ein wagnerisierender japanischer Thomas Mann wird Murakami deswegen noch nicht.

Mehr Aufmerksamkeit verdienen freilich die novellistischen Teile, die Murakami dem Roman einschreibt. Hier zeigt er sich als konturenscharfer Erzähler, von dem man ohnehin weiss, dass er technisch alles kann. Und hier stimmt auch das Urteil über die Defizite an historischer und sozialer Zeitgenossenschaft nicht mehr. Murakami führt in diesen Teilen zunächst in die Zeit des japanischen Krieges, der Gründung des «Reichsprotektorats» Mandschukos, danach in die Arbeitslager Stalins zurück. Die irrwitzige Exekution der wilden Tiere eines Zoos vor dem Heranrücken der sowjetischen Truppen; die Verbrechen der japanischen Besatzer; die fürchterliche Folterung eines wie Marsyas im griechischen Mythos von Apollon «geschundenen», buchstäblich geschälten Menschen; das Porträt eines Berija-Gehilfen, den «böse» zu nennen weit untertrieben wäre – das alles ist überaus brutal, aber bei aller Coolness auch so engagiert erzählt, dass man es nicht vergessen wird. Murakamis schlimmster und triftigster Satz steht auf Seite 614: «Die Hölle kennt keinen tiefsten Punkt.»

Japanischer «Archipel Gulag»

Man staune: Murakami wendet sich in diesen düsteren Kapiteln seines Romans mit Entschiedenheit der in Japan immer noch verdrängten japanischen Kolonial- und Kriegsgeschichte zu. Ausserdem schreibt er eine japanische Variante des «Archipel Gulag». Es scheint so, dass sein erzählerisches Talent für den novellistischen Rahmen taugt, aber nicht den Atem für den grossen Roman hat. Möglicherweise setzt sich auch mit einer gewissen Verzögerung der postmoderne Atheismus durch. Diese Vermutung wird durch die Tatsache gestützt, dass das erste Kapitel von «Mister Aufziehvogel» als Erzählung in seinem Sammelband «Der Elefant verschwindet» gesondert erschienen ist.

Sprachlich zeigt der Neudruck einen bedauerlichen Rückschritt: Die japanische Reihenfolge von Familien- und Vornamen wurde umgestellt. Und man hat nicht mehr wie beim Erstdruck direkt aus dem Japanischen, sondern aus dem Englischen übersetzt. In dieser Hinsicht sind inzwischen, etwa von der «Japanischen Bibliothek des Insel-Verlags, andere Massstäbe gesetzt worden. Es geht um keine Quisquilien, wie der Vergleich der ersten fünfzig Romanseiten mit der Erzählung zeigt.

«Als diese Frau anrief, stand ich gerade in der Ecke und kochte Spaghetti. Die Spaghetti waren so gut wie fertig, und ich pfiff zusammen mit dem Radio die Ouverture aus Rossinis ‹Die diebische Elster›, die perfekte Musik zum Spaghetti-Kochen» – so der erste Absatz der unmittelbar aus dem Japanischen übersetzten Erzählung. «Als das Telefon klingelte, war ich in der Küche, wo ich einen Topf Spaghetti kochte und zu einer UKW-Übertragung der Ouverture von Rossinis ‹Die diebische Elster› pfiff, was die ideale Musik zum Pastakochen sein dürfte» – so «Mister Aufziehvogel». Ein umständlicher, langatmiger Satz; der Lakonismus und die Suggestizität («ich pfiff zusammen mit dem Radio») werden völlig verspielt. «Mister Aufziehvogel» hätte bei allem Sinn für die Erleichterungen des Diebischen durch Sekundärübersetzungen besser nach dem Japanischen gepfiffen.

Ludger Lütkehaus -- Neue Zürcher Zeitung


Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1105 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 767 Seiten
  • ISBN-Quelle für Seitenzahl: 3442726689
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B005QJS7XC
  • X-Ray:
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (97 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: #8.158 Bezahlt in Kindle-Shop (Siehe Top 100 Bezahlt in Kindle-Shop)

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Mehr über den Autor

Haruki Murakamis Karriere begann 1974 an einem warmen Frühlingstag: Während eines Baseballspiels kam ihm die Inspiration zu seinem ersten Roman. Es war der Start einer beeindruckenden literarischen Laufbahn des 1949 in Kyoto geborenen Autors. Nach seinem Abschluss an der Waseda-Universität in Tokio betrieb er zunächst eine kleine Jazzbar. Später verbrachte er mehrere Jahre als freier Schriftsteller und Dozent in Princeton, USA. Murakamis Leidenschaft für die Literatur kennt, im wahrsten Sinne des Wortes, keine Grenzen - übersetzt er doch auch berühmte Kollegen wie John Irving ins Japanische.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
57 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sprachlos 25. Februar 2005
Format:Audio CD
haruki murakami ist japaner. das klischee der japaner, dass wir aus dokumentationen etc kennen, ist das des angepaßten, auf urlaub verzichtenden, leistungs-und konsumoritierten homo robotikus. japaner erscheinen als immense gruppenmenschen, immer höflich, selbstsicher, freundlich und ständig mit einer kamera bewaffnet.
aber es scheint so, als ob dieses bild nicht stimmt. allein 4 millionen exemplare von "norwegian wood (naokos lächeln)", einer traurigen liebesgeschichte, wurden alleine in japan verkauft. ein buch, dass von der einsamkeit desjenigen handelt, der sich nicht den gängigen konventionen unterwirft, dies jedoch weder durch handeln, kleidung oder konsumverzicht ausdrückt, sondern dies in einer eigenen, für andere nicht zugänglichen innenwelt tut, bis es zu spät ist, in der realen welt fuss zu fassen. wobei offen bleibt, ob dies das eigentliche ziel der protagonisten ist oder ob dies nur das ist, was "die anderen" von ihnen wollen.
4 jahre hat haruki murakami an dem roman "mister aufziehvogel" gearbeitet. er handelt von einem durchschnittsmenschen, mitte dreissig, der ein durchschnittsleben führt und dem bisher nie etwas aussergewöhliches passiert ist, bis er eines tages beim spaghetti-kochen einen merkwürdigen anruf einer frau erhält. und damit ändert sich alles...
murakami erzählt über die sehnsucht nach individualität, dem ausbruch aus der gesellschaft und konventionen, über menschen, die man gerne als freunde hätte und die immer irgendwie untergehen. seine helden, wie auch hier, sind immer introvertiert und wortkarg, aber nicht sprachlos. sie leben immer mehr in ihren innenwelten als in der realen welt.
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39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Murakami's 'Meistervogel' 29. Oktober 2002
Von "verill"
Format:Taschenbuch
Eigentlich ist schon fast alles über dies Buch geschrieben, was wichtig ist, ich möchte aber dennoch ein paar Worte darüber loswerden, vor allem, weil mich selten ein Buch derart gefesselt, ergriffen, verwirrt und in seinen Bann gezogen hat, wie Haruki Murakami's ‚Mr.Aufziehvogel'! Murakami schafft es nicht nur existenzielle Fragen über Sein und Schein näher zu bringen, sondern vermag darüber hinaus den Leser über die gesamten 764 Seiten des Buches von einem emotionalen Wechselbad in andere zu treiben und ganz nebenbei auch mit der fernöstlichen Philosophie vertraut zu machen.
Held des Buches ist der arbeitslose Toru Okada, ein Zen Held des 21. Jahrhunderts, der, von seiner Frau verlassen, seinen Job verloren hat und in einen Brunnen steigt. Mit ihm und aus seiner Sicht erlebt der Leser eine reihe von Prüfungen (das Wort ‚Abenteuer' scheint mir nicht ganz passend) in dessen Verlauf sicht nicht nur der Protagonist, sondern eben auch der Leser selbst tief im Inneren verändert, eine spirituelle Erfahrung durchlebt und tief in die japanische Seele eintaucht.
Sicherlich ein Meilenstein im gesamten Schaffen von Murakami, krankt das Buch aber zuweilen an einer arg gestelzt wirkenden deutschen Übertragung. Übersetzt hat nämlich nicht, wie in den besten Fällen von Murakami's Büchern, der bewährte Jürgen Stalph, sondern das Duo Giovanni und Ditte Bandini, die bei ihrer Arbeit auch nicht unmittelbar aus dem Japanischen übertragen haben, sondern eine bereits ins englische übersetzte Vorlage bearbeiteten. Schade, aber in Anbetracht des genialen Grundmaterials zu verschmerzen. LESEN!
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54 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tief berührt 5. Juli 2001
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Skurrile Personen und Handlungen tauchen in diesem Buch auf, fast als wären sie das normalste der Welt. Erst geht ein Kater verloren, dann die Frau der Hauptperson, dafür tauchen plötzlich wie aus dem Nichts viele neue Personen auf und der Protagonist findet sich unversehens in einer kafkaesken Welt wieder und weiß nicht mehr, wie ihm da eigentlich geschieht. Nichts scheint mehr wie es ist. Viele spannend-mysteriöse Handlungsstränge laufen auf spannende Weise lange nebeneinander her, um am Ende in einem furiosen Finale aufgelöst zu werden.
Auf phantasievolle und ergreifende Art beschreibt Haruki Murakami den Weg der Befreiung der Menschen von einer dunklen Vergangenheit. Gemeint ist die oberflächliche japanische Gesellschaft, die die Kriegsschuld ihres Landes verdrängt hat und mit Macht versucht, das Bohren in dieser schwärenden Wunde zu verhindern. Wieviele Seelen sie dabei in die Dunkelheit stürzt und wie diese daraus befreit werden, beschreibt dieses Buch.
Ich habe die über 700 Seiten in nur drei Tagen verschlungen und würde sie am liebsten gleich noch einmal lesen, um all die liebevoll eingebauten kleinen Hinweise und Rätsel besser zu verstehen. "Mister Aufziehvogel" hat mich tief berührt.
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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warten 27. September 2004
Format:Taschenbuch
Haruki Murakumi scheint ein Kultautor zu sein, von dem ich vorher noch nicht gehört habe, den ich aber auf der Suche nach japanischer Literatur nun entdeckt habe und von dem ich angenehm überrascht war. "Mr.Aufziehvogel" ist ein ungewöhnliches Buch, an dessen Stil man sich gewöhnen muss. Das Rätselhaft-Anziehende an dem Buch hat nicht zu viel mit der japanischen Kultur, in der die Handlung eingebettet ist, zu tun, als viel mehr mit dem Umgang moderner Krisenbewältigung, die typisch westlich ist, aber eine japanische Qualitaet erhält. Wie sehr auch der Japaner die Lebenskultur des modernen abendländischen Menschen annehmen will, so kann er doch seine eigenen Wurzeln nicht leugnen und ohne diese auch nicht Krisen bewältigen. So kann das Buch auch eine Antwort geben auf die Frage: "Was können wir von der japanischen Kultur lernen?"
Vordergründig scheint die Antwort auf diese Frage zu sein: Warten. Das, was für uns eine unerträgliche Zeitverschwendung erscheint, das Warten, wird in dem Buch zu einer aktiven Tätigkeit, die letztendlich die Lösung bringt. Es ist nicht das passive Warten auf ein Ereignis, das schon in seinem Ablauf feststeht, sondern es ist ein Warten, das alles offen laesst: das Eintreten eines Ereignisses, die Zeitspanne bis dahin und den Ablauf des Ereignisses. Dies ist gar nicht wichtig, sondern wichtig ist das Warten als Tätigkeit an sich und mit Hingabe ausgeführt, treten Ereignisse ein, die unvorhergesehen waren, die aber die Zukunft ändern. Warten hat so nicht den Charakter des Zeittotschlagens, sondern den der Aktivität. Es gilt aber das paradoxe Gesetz: Je weniger ich tue, deso mehr erreiche ich.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen TOP!
Ich war mit allem sehr zufrieden! Es gab keine Probleme und die Ware kam wie angekündigt termingerecht bei mir an.
Vor 18 Stunden von Sabine veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Keine Seite ohne Rechtschreibfehler.
Meine Kritik betrifft die Kindle-Version: Keine Seite ohne Rechtschreib- und Grammatikfehler. Ein ziemliche Schlamperei im DUMONT-Verlag. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Afterdark veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen schnell und gut
Das Buch kam schnell und gut und genau wie beschrieben bei mir an. Gerne bestelle ich hier bei diesem Anbieter wieder!
Vor 9 Monaten von Loope veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen stark angefangen und stark nachgelassen
die ersten 400 seiten spannend, wenn auch des öfteren etwas zu detailliert und daher langatmig, dann eher mühsam und zunehmend uninteressant; schluss sehr plötzlich;... Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von jaruvi veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Spannend verknüpft
Alles hängt mit dem plötzlichen Verschwinden seiner Frau zusammen. Die möglichen Hintergründe werden vom Autor Stück um Stück aufgezeichnet und dies... Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Brigitte Fuchs veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen murakami
eben murakami... obwohl mich die häutungsszenen schon enorm abgestoßen haben... schön, dass er immer über spezielle musiker/ titel spricht... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Martina Vollmer veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Typisch japanisch oder wie?
Ich lese gerade ein Buch von Haruki Murakami.

Es heisst:" Mister Aufziehvogel".

Ich hatte es einfach so gekauft und meinem Bruder geschenkt. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Theo Rettich veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Everything perfect.
No reason to complain, everything was perfect. The paying infomation came in fast, so did the delivery. Top noch seller.
Vor 17 Monaten von Sarah Stalder veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Gut, aber zu grausam
Die Geschichte des Buches hat mich gefesselt, aber ich musste immer wieder das Buch beiseite legen und pausieren. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Hühnerdame veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Wunderschön
Ich habe gestern - am heiligen Abend - im Zug meinen Kopf hineingesteckt und kaum wieder heraus bekommen.
Ich mag diese Figuren, die Stille zwischendurch. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Ricarda veröffentlicht
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