Die Geschichte, die "Missisippi Delta" erzählt stammt ursprünglich aus der Feder von James Lee Burke. Der Held, Dave Robicheaux, ergreift wieder seinen Beruf als Polizist, diesmal in einer Kleinstadt.
Was im Roman bedeutend ist und wichtig fällt im Film völlig unter den Tisch. Erhalten bleibt uns ein Held, der verstrickt zu sein scheint mit Allem und Jeden.
Die kurze Story: ein Flugzeug stürzt ab; Dave Robichaux, kann ein kleines mexikanisches Mädchen retten; die erste Vermutung: Illegaler Grenzübertritt - Illegaler Immigrationsversuch, der Eltern mit ihrer Tochter...
...weiterer Verdachtsmoment später: Drogenhandel.
Das Schema schein zu sein: kleiner Polizist gegen übermächtige Drogenmafia. Doch gibt es dafür zu viele rührselige Kirchenbesuche, Alkoholrückfälle und vor allem zu viele Erinnerungen von Dave Robichaux unserem Polizisten.
Dave Robichaux kämpft einen Kampf den er nur verlieren kann.
Wer die Bücher von James Lee Burke nicht kennt, kann sich nicht vorstellen, dass ein "nasser" Ex-Alkoholiker mehr Anstand und Würde haben kann als ein gut situierter weißer Südstaatenbaron.
Wer sich nicht Seite für Seite überzeugen kann, dass Dave Robichaux ein Moralphilosoph, Killer und Titan zugleich ist, für den muss der Film nicht nur emttäuschend sein sondern verärgernd.
Weil der Film vereinfachen muß, was zu detailreich erklärt werden müßte, läßt einen miserablen Schauspieler wie Alec Baldwin schludern und schmieren was das Zeug hält. Alec Baldwin kommt niemals an seine Vorlage Dave Robicheaux heran, weiß das wohl auch und versucht es auch diesmal nicht.
Das Ende des Films stimmt dennoch erstaunlich mit der Romanfassung überein. Der Held gewinnt, auch wenn der Preis dafür zu hoch gewesen ist. Könnte er die Zeit zurückdrehen, müßte und würde er anders handeln; wenn er nicht so ein verdammter Herkules unserer Tage wäre.
Der Film gibt uns Gelegenheit die Romane von James Lee Burke kennenzulernen. Und wenn der Dave Robicheaux im Buch schwitzt, so tut er dass nicht annähernd so glaubhaft wie Alec Baldwin, der für knapp 90 Minuten in seine Rolle geschlüpft ist.
Der Film Missisippi Delta ist ein schlechter Anlass für ein fesselndes Hobby. Wer aufgrund des Films anfängt die Romane von James Lee Burke zu lesen, dem ist ein wahrhaft fesseldes Hobby sicher!
Viel Spaß