Diese Mission ist wirklich spannend, unglaublich unterhaltend und erfrischend unkonventionell. Statt sich erst durch trockene Theorie oder geschichtliche Abhandlungen quälen zu müssen, darf ich hier gleich die aktuellen Entwicklungen lesen und werde über die spannendsten Neuerungen informiert. Weiter hinten im Buch folgen dann kurzweilige Rückblicke auf geglückte und fehlgeschlagene Raumfahrtmissionen, wobei stets der Bezug zur aktuellen Forschung hergestellt wird. Zwei, drei ganz kuriose Kapitel gibt es auch. Vermutlich ist dies das einzige Astronomie-Buch, in dem Orson Welles und Charles Darwin vorkommen. Aber auch dieses Kapitel ist sehr gelungen plaziert und eine grandiose Ergänzung der eher technischen Dinge. Gerade in solchen Passagen spürt man, welchen ungeheuren Überblick der Autor hat. Die Sprache ist für ein Sachbuch ungewöhnlich packend und verständlich. Wo andere Texte eher oberlehrerhaft daherkommen, schlägt einen hier ein ganz ungezwungener und dennoch sehr tief gehender Plauderton in den Bann. Der Autor nimmt sich oft wohltuend zurück und läßt viele Wissenschaftler in direkter Rede zu Wort kommen. Der Mars öffnet sich einem wie von ganz allein. An einigen Stellen wird harte, aber faire Kritik geübt - man merkt, daß das Buch von einem versierten Journalisten ist, der seinen Beruf und die Leser ernst nimmt.
Den Text begleiten faszinierende Aufnahmen und die Bilder sind aktueller als in vielen Zeitschriften. So kann man sowohl mit dem Text als auch mit den Bildern den Mars erforschen. Allein die Bilder und Legenden erzählen eine tolle Geschichte vom Nachbarplaneten. Es hätte nicht geschadet, wenn der Umschlag etwas weniger reißerisch ausgefallen wäre.
Fazit: Wären alle Wissenschaftsbücher so packend, dann hätten wir wohl kaum Probleme bei der Pisa-Studie. "Mission: Mars" lohnt sich für alle, die sich auch nur entfernt für das All und gute Literatur interessieren. Zudem ist der Preis erfreulich niedrig!