Dieser Film war nach"Kabhi Kushi Kabhi Gham" Hrithik Roshans zweiter "großer" Film, der ihn international bekannter machte, und das zu Recht. Zwar war er damals noch nicht der Superstar des indischen Kinos wie heute (und ja, Superstars gibt es in Bollywood auch jenseits von Shahrukh Khan), aber er zeigte schon viel von dem, was in ihm steckt, und eine Augenweide war er damals auch schon. Sein Altaaf, der sich nach der Auslöschung seiner ganzen Familie als Terrorist an seinem Pflegevater rächen will, der während einer Militäraktion genau dafür verantwortlich war, ist glaubhaft, stark und rührend - aber "mein" Star des Films ist Hrithik Roshan trotzdem nicht.
Der Mann, der Inayat Khan verkörpert (eben jenen Pflegevater) und der auf dem Cover der deutschen DVD-Ausgabe gerade noch namentlich auftaucht, heißt Sanjay Dutt. Er ist ein Veteran und Action-Star des indischen Kinos und spielt mit seiner aufwühlenden Darstellung des zwischen seinen Schuldgefühlen, der Liebe zu seinem Pflegesohn und seinem Pflichtbewusstsein zerrissenen Soldaten seinen jungen Co-Star Hrithik Roshan fast an die Wand. Das war meine persönliche erste Begegnung mit Dutt, und ich bedaure zutiefst, dass so wenige seiner Filme auf Deutsch verfügbar sind. Andererseits - wer einmal seine sehr charakteristische, tiefe Stimme gehört hat, wird sich wahrscheinlich ohnehin eher für die Hindiversion mit deutschen Untertiteln entscheiden - "the deadly Dutt" im Original ist ein absoluter Genuss. (Trotzdem ist die deutsche Synchronisation gelungen, auch wenn sie bei übereifrigen Shahrukh Khan-Fans für Irritation sorgt. Die sind aus unerfindlichen Gründen der Ansicht, Pascal Breuer habe lebenslang nur auf SRK abonniert zu sein - sorry, aber "Mission Kashmir" kam 2000, vor dem großen Bolly-Boom, und mir gefällt Breuer als Roshans deutsche Stimme sehr gut. Witzigerweise wird Roshans Film"vater" Dutt ausgerechnet von Jacques Breuer gesprochen - Pascal Breuers älterem Bruder.)
Natürlich gibt es Action, die in Bollywood üblichen Songs (allesamt von dem Komponistenteam Shankar/Esaan/Loy und teilweise wunderschön). Wir haben eine zarte Liebesgeschichte zwischen Altaaf und seiner Jugendfreundin Sufi (Preyti Zinta), und "Mission Kashmir" ist darüber hinaus schlichtweg saugut gemacht. Wer eine wirkliche spannende Geschichte, ein bisschen Information über den tragischen, seit Jahrzehnten andauernden Konflikt in der Kashmir-Region und hervorragende Schauspieler bei der Arbeit sehen will, dem sei dieses Drama wärmstens ans Herz gelegt,