Teil 1 war in weiten Teilen ziemlich verwirrend und konfus, dafür aber an einigen Stellen richtig spannend (man denke da nur an die Hängepartie im Computerraum).
Teil 2 war zwar einfacher und weniger "anspruchsvoll", aber ein grandioses Actionfeuerwerk und vom Meister John Woo "ballettartig" in Szene gesetzt.
Und Teil 3?
Die Story wirkt, als wenn sie am Reißbrett in einer Kaffeepause entworfen wäre. Scheinbar ging es mehr darum ein paar bekannte Gesichter zu versammeln, interessante Schauplätze weltweit zu zeigen und alles mit ordentlich Action zu garnieren. Dabei sind einige Ideen so oberflächig, peinlich und löchrig, dass "M:I 3" schon fast als Gruselfilm durchgeht.
So dauert es bspw. nur 5 Minuten einen Plan auszudenken, um in den Vatikan einzudringen und auch nur 10, um ihn auszuführen. Material (Werkzeuge, Waffen, Fahrzeuge etc.) für alle abenteuerlichen Einbruchsversversuche und Befreiungsaktionen können stets weltweit ebenfalls in weniger als 5 Minuten besorgt werden. Bei den Aktionen selbst werden dann die Gesetze der Logik, Wahrscheinlichkeit und der Physik ständig über den Haufen geworfen - oftmals gleich alle auf einmal.
Da alles so schnell möglich ist und so einfach durchgeführt werden kann, wirkt vieles wie Flickwerk und einfach lieblos aneinander geklatscht. Dadurch ist der Film so gradlinig und direkt erzählt, dass er auch mühelos von Vorschulkindern zu begreifen wäre. Alle über 15 fühlen sich durchweg unterfordert.
Spannung kommt nicht auf. Handlungstechnisch ist allein positiv erwähnenswert, dass Ethan Hunt mal eine menschliche Seite zeigt und echtes Privatleben hat.
Die Actionsequenzen selber sind allerdings wirklich großartig, umfangreich und dynamisch in Szene gesetzt - egal ob Nahkämpfe, Waffeneinsatz, Sprengstoffe etc., es knallt, es brennt, es explodiert etc.
Nur leider hat dabei wohl der Tontechniker gerade Urlaub gehabt, denn der Sound ist geradezu unterirdisch flach! Die hinteren Kanäle werden kaum mal angesteuert und den Subwoofer habe ich während des gesamten Films nicht einmal richtig gehört bzw. gespürt!
Vom Klang her hätte man den Film auch mühelos auf einem alten Mono TV Gerät hören können!
Weiterhin fällt auf, dass die Darsteller neben Tom Cruise durchweg extrem unterfordert wirken (insb. Ving Rhames, Laurence Fishburne und Oscargewinner Philip Seymour Hoffman). Jean Reno ist deshalb vermutlich auch besser gleich abermals zu Hause geblieben. Die aufstrebenden Nachwuchsschauspieler Michelle Monaghan, Billy Crudup, Jonathan Rhys Meyers und Keri Russel werden durch diesen Film auch nicht ihren Durchbruch schaffen. Einziger echter Lichtblick ist der asiatische Filmstar Maggie Q (erster größerer Auftritt: Stirb Langsam 4.0) - was aber vermutlich auch an ihrem aufregendem roten Kleid liegen könnte.
Bei der Garde von Schauspielern ist die Ausbeute wirklich sehr bedauerlich!
Unterm Strich ist erneut eine überflüssige, banale und simple Fortsetzung entstanden. Da er dabei besser ist als bspw. "xXx 2", bekommt der Film von mir mit Wohlwollen knappe 3 Sterne.
Es ist schade, dass man sich in Hollywood offenbar nur noch damit beschäftigt, möglichst einfach Geld zu machen: Drehe eine Fortsetzung einer erfolgreichen Reihe mit einem bekannten Darsteller, dann pilgern die Heerscharen schon ins Kino. Nur dummerweise spricht sich dieses Denken auch beim Publikum rum und man hört sich erst mal die Resonanz an. Dadurch war "M:I 3" im Kino nicht der erwartete Erfolg - nachdem ich den Film jetzt gesehen habe, weiß ich warum'...