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Mission Afghanistan: Erfahrungen einen UNO-Diplomaten
 
 
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Mission Afghanistan: Erfahrungen einen UNO-Diplomaten [Englisch] [Gebundene Ausgabe]

Norbert Heinrich Holl
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Herbig; Auflage: 1., Aufl. (Februar 2002)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 3776622695
  • ISBN-13: 978-3776622690
  • Größe und/oder Gewicht: 22,4 x 14,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.152.516 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Norbert Heinrich Holl
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Afghanistans Tragödie

Rückblick eines früheren Uno-Diplomaten

Nachdem die Sowjets 1989 abgezogen waren, wurde der Afghanistankonflikt von der Weltöffentlichkeit weitgehend ignoriert. Dabei war er mit dem Sieg der fundamentalistischen Mujahedin keineswegs beigelegt. Es änderte sich, als die frömmliche Barbarei der Taliban zutage trat. Doch erst die «geistige Schandtat» der Zerstörung der Buddha-Figuren von Bamian im März 2001 brachte die Welt in Rage. Dabei kam dieser Akt manchem vor wie ein seltsamer Hilfeschrei. 1996 hatten die vom Westen zuvor noch gegen die Sowjets aufgerüsteten Taliban zum Sturm auf Kabul angesetzt. Der frühere Präsident Najibullah, ein Kollaborateur der Sowjets, wurde ermordet. Der Usbeken-General Dostom, der schon Najibullah gedient hatte, wurde durch einen Vertrauten, General Malik, entmachtet. Malik soll dafür verantwortlich sein, dass im Mai 1997 in Mazar e-Sharif Hunderte, wenn nicht Tausende von Taliban-Soldaten exekutiert wurden. Bald leistet in der zersplitterten Allianz nur noch Shah Ahmad Masud Widerstand. Bis er unmittelbar vor dem 11. September 2001 ermordet wird. Der deutsche Diplomat Norbert Heinrich Holl, 1936 geboren, 1990-96 Südasien-Spezialist im Auswärtigen Amt und anschliessend Leiter der Uno-Mission für Afghanistan (UNSMA) mit Sitz in Jalalabad, stand nicht im Rampenlicht. Doch was er über seine fast dreijährige Tätigkeit - er folgte dem tunesischen Aussenminister Mestiri - als Uno-Vermittler zwischen den zerstrittenen Kriegsparteien niederschrieb, verdient die Aufmerksamkeit aller Interessierten. Das Buch enthält eine teilweise minuziöse Schilderung der letzten zehn Jahre. Es geht um das schwierige Verhältnis zu Pakistan, gegen dessen Unabhängigkeit (1948) allein Afghanistan auftrat, um alte und neue Machthaber in Kabul und um all die im Sande verlaufenen Bemühungen, das ethnisch vielfältige Bergland im Frieden zu einen. Holl kannte viele Personen, die mitspielten, solche, die in der durchaus unrühmlichen Nordallianz aufgingen, und auch einige derer, die inzwischen tot sind, wie Masud oder der Paschtunen-Kommandant Abdul Haq, den die Taliban als Verräter hinrichteten. Holl kannte auch nahezu alle führenden Personen, die heute im Kabinett sind, den früheren Präsidenten Rabbani ebenso wie den jetzigen, Karzai, Masuds Nachfolger Fahim, Verteidigungsminister, Aussenminister Abdullah oder Innenminister Kanuni. Kontaktsuche USA - Taliban Der Autor will die Koranschüler verstehen, sich nicht bloss an der «Entrüstungskampagne gegen die ‹warlords› am Hindukusch beteiligen». «Sie muten an wie irregeleitete Kinder», sagte ihm der Paschtunenführer Sayyaf, der selbst dieser Denkweise nicht fern stand. Erben einer an Gewalt überreichen Geschichte. - Usama bin Ladin ist nur ein kleines Kapitel gewidmet. Dabei hält der frühere Diplomat fest, dass die USA «noch bis Anfang 1998 einen Modus Vivendi mit den Taliban anstrebten, obwohl seit 1996 bekannt war, dass Usama bin Ladin Zuflucht in Afghanistan gefunden hatte». Die Taliban ihrerseits hätten zu Beginn um offizielle Anerkennung durch die USA geworben. Zeitweise habe sich gar eine Zusammenarbeit beim Bau einer Erdgasleitung durch die kalifornische Erdölgesellschaft Unocal abgezeichnet. Erst die Terroranschläge auf die Botschaften der USA in Dar es Salaam und Nairobi, hinter denen bin Ladin vermutet wird, brachten Washington vollends auf. Holl ist es durchaus rätselhaft, weshalb sich die Taliban auf Gedeih und Verderb mit den «arabischen Berufsterroristen» solidarisierten. Geld und verwandtschaftliche Bande allein können es nicht gewesen sein, mutmasst er. Während wir längst gehört haben von traditioneller Korruption im Land, von Warlords, die wohlgefällig die Seiten wechseln, während wir angezogen und abgestossen zugleich sind von «dieser malerischen Kaste bärtiger, freundlich lächelnder und doch jeder Gewalttat fähiger Krieger», stellt Holl das Folgende fest: «Es hat unter den Taliban keinen Verrat, keine Überläufer, keine ideologische Infiltration von aussen gegeben.» Konrad Watrin


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Format:Gebundene Ausgabe
Wer sich – unabhängig von den Ereignissen des 11.09.2001 – mit Afghanistan und dem Bürgerkrieg der letzten 10 Jahre beschäftigen will, kommt an dem Buch von Norbert Heinrich Holl nicht vorbei. Das Werk des ehemaligen UN-Sonderbeauftragten für Afghanistan beschreibt zeitweise minutiös die unterschiedlichen Abschnitte der jüngsten Vergangenheit, insbesondere seit dem Auftreten der Taliban. Kritisch beleuchtet er das selbst für Kenner kaum noch zu durchschauende Kriegsspiel um Einfluss und Macht der ehemaligen Widerstandsgruppen, die sich nach dem Abzug der Sowjets gegenseitig mit der gleichen Intensität bekriegt haben. Kenntnisreich schildert er die wechselnden Allianzen einer tribalistischen Gesellschaft, wo religöses Eifern und ethnische Verblendung eine Befriedung unmöglich machten. Ausführlich wird dargelegt, dass den Stammesführern die Sicherung ihrer Machtbereiche und diversen Geschäfte – vom Wegezoll bis zum Mohnanbau - wichtiger war, als der Wunsch nach Frieden in der geschundenen Gesellschaft. Klar legt Holl auch dar, wie unter Benazir Bhutto die paschtunischen Heilsverkünder der Religionsschulen unter Führung des pakistanischen Geheimdienstes die Taliban erst ins Leben gerufen haben – mit Millionen aus Saudi-Arabien und wohlwollender Duldung, wenn nicht gar Ermunterung der USA. Gerade der Status quo ante – ein instabiles und untereinander sich bekriegendes Afghanistan – war für die pakistanischen Machthaber das Ziel ihrer Afghanistanpolitik. Ohne die Waffenlieferungen durch den ISI, mit Dollars reichlich ausgestattet, hätten die Kriegsparteien nicht über ein Jahrzehnt hinweg das Land malträtieren können. Zu Recht arbeitet Holl hier auch die ambivalente Haltung der USA heraus. Der Supermacht ging es nie um Afghanistan. Die Mujahedin hat man benutzt, um die UdSSR zu treffen. Als diese die kommunistischen Invasoren zum Rückzwug gezwungen hatten, hat man den eigenen Rückzug angetreten und das Land sich selbst überlassen. Dann mit den Taliban liebäugelt, in der Hoffnung auf das „Große neue Spiel“, zum Wohl der Ölgesellschaft UNOCAL. Das diese zwiespältige Politik der USA, nämlich nur die eigenen Interessen zur Handlungsmaxime zu machen, nach einer eigenständigen deutschen bzw. europäischen Außenpolitk ruft, ist eine der Forderungen Holls. Sehr gut ist von ihm auch die eingeschränkte Handlungsmöglichkeit der UN dargestellt, insbesondere dann, wenn es Staaten gibt wie Pakistan, die an einer wirklichen Lösung nicht interessiert waren, und mit diplomatischen Einflußnahmen sinnvolle Ansätze schon im Keim erstickt oder unterlaufen haben mit scheinbaren Initiativen. Oder weil einfach nur verhindert werden sollte, daß der Iran als Nachbarstaat überhaupt an einer Lösung beteiligt werden sollte. Auf Druck der USA wurde es Holl als UN-Sonderbbeauftragter untersagt, an einer Konferenz in Teheran teilzunehmen. Ein absolut lesenswertes Buch, dass sich erfreulich aus der Masse der Schnellschüsse über Afghanistan und die Taliban hervorhebt. Auf einen kleinen redaktionellen Fehler sollte allerdings hingewiesen werden, da er ein falsches Datum wiedergibt: Auf Seite 177 in der ersten Zeile ist das dort angegebene Datum falsch, tatsächlich war dies der 20.03.1996.
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