Klaus Briegleb ist Literaturhistoriker und Prof. der Universität Hamburg. Als Herausgegber der "Sämtlichen Schriften" Heinrich Heines hat er sich einigen Ruhm erworben, den er wohl nun zu zerstören trachtet.
Der Leser sei schon einmal gewarnt, das Buch ist sehr schwer zu lesen und nicht selten würde man es gerne zuschlagen und die Augen schliessen.
Briegleb hatte nur ein Ziel und da sind sich die großen Zeitungen einmal einig: ein vernichtendes Urteil über die Gruppe 47 zu fällen. FAZ, Zeit, NZZ, taz, SZ, Frankfurter Rundschau...selten so vereint.
Der Autor ist über das Ziel hinausgeschossen. Nachdem er schon mehrfach angesetzt hatte, folgte nun die große Endabrechnung. Und das mit einer Sprache, da muss ich Steffen Graefe von Deutschlandradio beipflichten, die an die "Blut und Boden"-Thematik heranreicht. Phrasen wie "Keulenschwingender Barbar" oder Grass als "deutscher Barbar auf seinem Bauernhof". Auch für mich zählt Grass mit seiner, vorsichtig ausgedrückt, nicht sehr linken Meinung zu einer der nicht-geliebten Schriftstellern. Aber die ganze Gruppe47 diffamieren? Und wirft man dann nicht alle in einen Topf. Es mag auch dort nicht alles Gold gewesen sein, was glänzte, aber Briegleb ließ leider seine sehr gute Quellen-Arbeit ungenutzt, um wirklich einen Ansatz für eine Diskussion zu finden.
Schliessen möchte ich mit einem Zitat aus der Welt, dass es aus meiner Sicht am besten trifft: "Unkontrollierte Herabsetzungswut"