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Missachtung und Tabu. Eine Streitschrift zur Frage: Wie antisemitisch war die Gruppe 47?
 
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Missachtung und Tabu. Eine Streitschrift zur Frage: Wie antisemitisch war die Gruppe 47? [Taschenbuch]

Klaus Briegleb
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 324 Seiten
  • Verlag: Philo (1. Januar 2003)
  • ISBN-10: 3825703002
  • ISBN-13: 978-3825703004
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 664.724 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Klaus Briegleb
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Es geht dabei nicht um eine mögliche persönliche antisemitische Gesinnung von Mitgliedern dieser berühmten Literatengruppierung, sondern um den deutschen Nachkriegsantisemitismus und das Phänomen, dass die Gruppe 47 sich nicht um ihn gekümmert hat. Gerade das hat ihren guten Ruf in der kulturellen Öffentlichkeit und darüber hinaus bis weit in die Politik hinein bis heute begründet. Im Schutz dieses guten Rufs hat sich in der Gruppe eine intrigante und heuchlerische antijüdische "Politik" entfaltet, die von Missachtung einzelner jüdischer Personen und herablassender Ignoranz gegenüber jüdischer Kultur geprägt war und ist. Die Quelle dieser Haltung, die Affektformen von Verachtung, ja des Hasses annehmen konnte (z.B. gegen Paul Celan oder Marcel Reich-Ranicki), ist eine Tabuisierung der jüdisch-deutschen Differenz nach 1945.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Brieglebs Studie ist ein manchmal sicherlich nicht ganz einfach zu lesendes, aber äußerst präzises und dabei leidenschaftliches Werk, welches die Geschichte der Gruppe 47 als Abwehrformation der nachwachsenden 'Dagebliebenen' gegen die emigrierten und in Weimarer Avantgarde-Traditionen stehenden Schriftsteller nachzeichnet. Beschrieben wird unter anderem, mit welchem zum Teil hasserfüllten Affekt die Mitglieder gegen den jüdischen Außenseiter Celan vorgegangen sind; die zitierten Ausfälle lassen einen manchmal wirklich grausen und zeigen deutlich, was für antisemitische "Nachverfolgung" (Briegleb) auch von dem vermeintlichen 'anderen', 'besseren' Deutschland ausging. Eine Geschichtsschreibung anhand unterschiedlicher Konfigurationen, die eine/n die jüngsten Ausfälle von Grass und Walser, beide aus der Gruppe 47 hervorgegangen, besser begreifen lässt. - Dass das Buch von der Presse einhellig verrissen wurde, ehrt es: Da hält der Kulturbetrieb zu seinem liebsten Kind. (Bemerkenswert übrigens, dass das Feuilleton auf Briegleb mit den gleichen Reflexen reagierte wie auf Goldhagen: Erstens stimmt es nicht, und zweitens ist das doch schon längst bekannt.)
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6 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Streitschrift 31. März 2003
Format:Taschenbuch
Klaus Briegleb ist Literaturhistoriker und Prof. der Universität Hamburg. Als Herausgegber der "Sämtlichen Schriften" Heinrich Heines hat er sich einigen Ruhm erworben, den er wohl nun zu zerstören trachtet.
Der Leser sei schon einmal gewarnt, das Buch ist sehr schwer zu lesen und nicht selten würde man es gerne zuschlagen und die Augen schliessen.
Briegleb hatte nur ein Ziel und da sind sich die großen Zeitungen einmal einig: ein vernichtendes Urteil über die Gruppe 47 zu fällen. FAZ, Zeit, NZZ, taz, SZ, Frankfurter Rundschau...selten so vereint.
Der Autor ist über das Ziel hinausgeschossen. Nachdem er schon mehrfach angesetzt hatte, folgte nun die große Endabrechnung. Und das mit einer Sprache, da muss ich Steffen Graefe von Deutschlandradio beipflichten, die an die "Blut und Boden"-Thematik heranreicht. Phrasen wie "Keulenschwingender Barbar" oder Grass als "deutscher Barbar auf seinem Bauernhof". Auch für mich zählt Grass mit seiner, vorsichtig ausgedrückt, nicht sehr linken Meinung zu einer der nicht-geliebten Schriftstellern. Aber die ganze Gruppe47 diffamieren? Und wirft man dann nicht alle in einen Topf. Es mag auch dort nicht alles Gold gewesen sein, was glänzte, aber Briegleb ließ leider seine sehr gute Quellen-Arbeit ungenutzt, um wirklich einen Ansatz für eine Diskussion zu finden.
Schliessen möchte ich mit einem Zitat aus der Welt, dass es aus meiner Sicht am besten trifft: "Unkontrollierte Herabsetzungswut"
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