Ich kenne Miss Saigon in der Stuttgarter Inszenierung, störte mich aber an den miserablen deutschen Texten und habe mir deshalb diese Version gekauft.
Ich bin so enttäuscht!!!
Ich kann nicht verstehen, wie dieses Musical in dieser Besetzung so erfolgreich sein konnte. Ganz furchtbar ist die Rolle des Chris besetzt. Der Sänger hält die Töne nicht sauber - er knödelt. Das kann man sich kaum anhören. Kim gefällt mir dagegen stimmlich sehr gut, aber zu erwachsen für ein 17jähriges Mädchen. Bei "Sun and Moon" habe ich mich allerdings gefragt, ob man den Part etwas tiefer gesetzt hat, weil sie Probleme mit den Höhen hat. Die anderen Mädchen singen teilweise auch in einer sehr tiefen Stimmlage, was zu einer Asiatin überhaupt nicht passt. Da ist man im ersten Moment irritiert.
Am schlimmsten gecastet finde ich die Rolle des Engineer. Er kommt eher wie ein braver Über-Papa rüber als wie ein gerissener Barbesitzer und seine Gesang-Parts, die ich für Highlights in diesem Musical halte, singt er eher gelangweilt herunter. - Wirklich schade.
Allerdings verzeihe ich Heinz-Rudolf Kunze diese furchtbaren deutschen Texte, seit ich das Original kenne. Da konnte man vielleicht auch nicht mehr draus machen. Der Text ist eng gedrängt und selbst für Profis eine Herausforderung.
Insgesamt wirkt die gesamte Inszenierung verstaubt und verbreitet eher einen gewissen 60er-Jahre-Gelsenkirchener-Barock-Charme. Alles wirkt ziemlich hausbacken. Da gefällt mir die modernere Stuttgarter Variante um Klassen besser.