Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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75 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Oh dear..." - Miss Marple, wie sie Agatha Christie sah., 29. März 2008
Wunderschön, dass die 12 Marple-Filme mit Joan Hickson in der Hauptrolle jetzt auch auf Deutsch erscheinen und somit (hoffentlich) einem noch größeren Publikum zugänglich gemacht werden (allerdings sollte für meinen Geschmack Hicksons feine Diktion eh im Original goutiert werden). Die zwölf von 1984 bis 1992 entstandenen Verfilmungen der Agatha-Christie-Romane sind auch heute noch teils köstliche TV-Unterhaltung - obwohl man im einen oder anderen Fall die für heutige Verhältnisse etwas biedere Inszenierung bemäkeln dürfte.
Trotzdem wird mich nichts von den fünf Sternen abbringen können: Joan Hickson ist eine, nein, die Miss Jane Marple und nicht umsonst wollte Dame Agatha selbst sie in dieser Rolle sehen. Zwar entspricht auch Hickson strenggenommen nicht genau der Figur der Bücher - die Miss Marple in den Romanen ist noch älter, noch damenhafter, noch zarter - aber sie kommt den wichtigsten Eigenschaften am nächsten. Sie ist eine neugierige alte Dame und gleichzeitig eine brillante Spürnase - obwohl Miss Marple selbst vor diesem Begriff sicher pikiert zurückschrecken würde. Aber gerade diese auch von Agatha Christie oft hervorgehobene Kombination aus altjüngferlich-schamhafter Neugier und scharfsinnig-gnadenloser Hirnakrobatik nimmt man Joan Hickson Wort für Wort ab.
Zu den zwölf Filmen selbst: Bis auf wenige Ausnahmen schaue ich mir alle immer wieder gerne an, weil sie einen herrlich altmodischen Charme versprühen. Das kippt auch gelegentlich und dann merkt man an den Schnitten und insgesamt an der, hm, gemächlichen Inszenierung eben auch, dass das a) Fernsehprodukte sind, die dazu b) schon teilweise über zwanzig Jahre auf dem Buckel haben. Wen das aber nicht stört, der ist hier gut aufgehoben. Die Verfilmungen sind größtenteils ziemlich buchgetreu gehalten und verzichten noch - im Gegensatz zu den aktuellen Filmen mit Geraldine McEwan in der Titelrolle - auf, positiv gewendet, eigene Interpretationen des Stoffes. Ein paar kurze Worte zum Inhalt:
"Die Tote in der Bibliothek":
Eine blonde Leiche liegt in Colonel Bantrys Bibliothek - wer ist sie und wie kam sie dort hin? Miss Marple ist wie immer zur Stelle und deckt einen besonders perfiden Mord auf. - Zählt für mich nicht zu den besten Filmen, da zwischendurch etwas langatmig und, was Tat und Motiv angeht, nicht unbedingt schlagend.
"Die Schattenhand":
Jerry Burton und seine Schwester Joanna ziehen in den kleinen Ort Lymstock. Dort kursieren gerade fiese Rufmord-Briefe. Schließlich stirbt die Ehefrau des Anwalts Symmington kurz nach Erhalt eines solchen Briefs - scheinbar durch eigene Hand. Wie gut, dass Miss Marple schon Witterung aufgenommen hat... - Im Roman ist Jerry Burton der Ich-Erzähler und diese Perspektive fand ich erfrischend, hier ist er immer noch eine Hauptfigur und das tut auch dem Film gut.
"Ein Mord wird angekündigt":
Per Anzeige werden die Dorfbewohner zu einem Mord bei Letitia Blacklock eingeladen - ein nettes Spiel, denken alle. Aber dann fallen Schüsse und ein Gauner liegt tot am Boden, während Miss Blacklock verletzt ist. Wer wollte sie töten - und will es wohlmöglich noch immer? - Vielleicht der beste Film der Reihe mit guten Figuren (Hinch und Murgatroyd etc.), viel Spannung und einer sensationellen Auflösung.
"Das Geheimnis der Goldmine":
Ich gestehe - nur einmal geschaut und deshalb fast alles vergessen. Vielleicht tue ich dem Film unrecht, aber für mich war er der schwächste der zwölf.
"Mord im Pfarrhaus":
Im Arbeitszimmer des Pfarrers wird der ungeliebte Colonel Protheroe erschossen. Seine Ehefrau und ihr Geliebter beschuldigen sich beide der Tat, werden aber ebenso beide entlastet. Wer war es dann? Motive sind reichlich vorhanden. - Schöner Film mit etwas komplizierter Auflösung, dafür aber auch mit einer besonders viel Freude bereitenden Miss Marple.
"Ruhe unsanft":
Die frisch verheiratete Gwenda kauft ein Haus und merkt bald, dass es ihr sehr bekannt vorkommt - als Kind hat sie dort einen Mord gesehen! Nur: Wer waren Täter und Opfer? Sie beginnt nachzuforschen und weckt damit schlafende Hunde. - Netter Film, der etwas abrupt aufs Finale zugeht, dann aber mit einem richtig abgedrehten Täter entschädigt. Dazu gute Darsteller.
"Das Schicksal in Person":
Jason Rafiel (verwirrt vielleicht etwas, weil diese Figur chronologisch erstmals in dem - erst später gedrehten - Film "Karibische Affäre" auftaucht) ist tot. Sein letzter Auftrag an Miss Marple: Sie soll als seine "Nemesis" ein Verbrechen aufklären - es geht um seinen Sohn, der vor Jahren ein junges Mädchen ermordet haben soll. - Einer meiner liebsten Marple-Filme, wegen der herrlichen Szenerie(n) (Miss Marple geht auf Bustour) und der famosen Co-Darsteller, allen voran Margaret Tyzack; die Handlung um den zurückliegenden Mord ist zum Schluss ziemlich psychobeladen und es fehlt ein bisschen die Christie'sche Raffinesse. Trotzdem - ich mag ihn.
"Bertrams Hotel":
Miss Marple kehrt in dem Hotel ein, das sie schon als kleines Mädchen beherbergte. Alles scheint - merkwürdigerweise - noch genauso wie damals. Dann verschwindet erst Hochwürden Pennefather, die berühmt-berüchtigte Lady Bess Sedgwick taucht auf, ebenso ihre ungeliebte Tochter Elvira, auf die ein Mordanschlag verübt wird... und das alles passiert nicht zufällig im "Bertram's". - Viel passiert und sowieso ist der Roman einer der "düsteren" Christies, wo viel von menschlichen Schwächen die Rede ist und eine insgesamt traurige Stimmung herrscht. Der Film fängt das ganz gut ein, zieht sich zwischendurch etwas, punktet aber durch die kniffligen Rätsel und eine charismatische Darstellerin der Bess Sedgwick.
"16 Uhr 50 ab Paddington":
Mrs McGillicuddy beobachtet vom Zug aus einen Mord - in einem Abteil eines anderen Zugs. Niemand glaubt ihr - außer Miss Marple. Die mobilisiert die patente Lucy Eylesbarrow, um bei den Crackenthorpes als Hausdame getarnt herumzuschnüffeln. Und Lucy findet eine Leiche... - Sicher einer der bekanntesten Marple-Krimis, schon durch die Rutherford-Verfilmung, die mal locker Mrs McGillicuddy, Lucy Eylesbarrow und Miss Marple zu einer Art Super-Miss-Marple zusammenbastelte. Nicht ganz ohne Grund, denn dieser Film wirkt etwas zäh, zumal die Darstellerin der Lucy etwas dröge rüberkommt. Dennoch ein guter Film.
"Karibische Affäre":
Schon ein paarmal gesehen und immer wieder vergesse ich Namen und die Details der Handlung: Miss Marple urlaubt in der Karibik, trifft dort einen alten Schwätzer, der von einem Mord erzählt. Kurz darauf ist der Alte tot - irgend jemand fühlte sich wohl auf den Schlips getreten. Miss Marple ermittelt. - Eine interessante Abwechslung, auch weil ein bisschen Lokalkolorit gezeigt wird. Die Nebendarsteller bleiben leider ein wenig blass und die Auflösung kommt nicht vollkommen überraschend (erst recht nicht für - kleiner Augenzwinker - Liebhaber von "Pride & Prejudice"), dafür entschädigt aber der famose Gastauftritt des gut aufgelegten Donald Pleasence, dessen Kabbeleien mit Miss Marple höchst unterhaltsam sind.
"Mord im Spiegel":
Die Schauspielerin Marina Gregg mietet sich im Örtchen St Mary Mead ein. Auf ihrer Einweihungsparty stirbt ein Gast aus dem Dorf durch einen vergifteten Cocktail - offenbar hat der Anschlag Marina Gregg gegolten... - Puh. Der Film macht es auch nicht viel besser als die Hollywood-Version mit Liz Taylor u. a.; irgendwie gerät alles zu lethargisch und nicht einmal der Auftritt des von mir sehr geschätzten John Castle als Inspektor Craddock kann das retten.
"Fata Morgana":
Miss Marple besucht ihre Jugendfreundin Carrie Louise, deren Ehemann Lewis eine Art Besserungsanstalt für jugendliche Kriminelle leitet. Da sagt sich ihr Stiefson Christian Gulbrandsen an, der offenbar etwas Wichtiges auf dem Herzen hat - doch kaum angekommen, ist er schon tot. Warum - und wer war es? - Ich mag den Film weniger wegen der Krimihandlung, sondern aus anderen Gründen: Der erste heißt Jean Simmons. Der zweite besteht in der schönen, wehmütigen Schlussszene. Der Rest ergibt sich aus den unterhaltsamen Nebenhandlungen und insgesamt dem guten Personal.
Das war dann ein doch etwas längerer Überblick. Falls der Eindruck entstanden sein sollte, die fünf Sterne wären etwas zu großzügig, weil an einigen Filmen doch Kritik geübt wurde: Ich bin für jede Minute mit Joan Hickson dankbar. So - das war's dann auch!
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bin ein Fan von BBC-Verfilmungen!, 9. Februar 2008
Auch wenn ich Margaret Rutherford als Miss Marple gemocht habe, so bin ich doch ein Verfechter von buchgetreuen Verfilmungen.
Ich habe diese Filme mit Joan Hickson verschlungen und freue mich, daß diese liebevoll gestalteten wirklich originalgetreuen Verfilmungen endlich auf DVD erscheinen. Die beiden nicht synchronisierten Filme sind ein willkommener Extrabonus. Die deutsche Untertitelung ist wahrlich hilfreich bei nicht sattelfesten Englischkenntnissen und m.E. meist völlig ausreichend.
Ich werde die Box sicher kaufen und hoffe, daß bis zur Veröffentlichung noch ein bißchen am Preis gearbeitet wird ;-)
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tolle Verfilmung - komplett!, 4. Februar 2008
Schön, dass KSM diese hervorragende Serie komplett veröffentlicht, einschl. der zwei nicht synchronisierten Folgen, aber mit deutschem Untertitel. Die Schauspieler sind hervorragend, das Set stilecht und man haelt sich geradezu pedantisch an Christies Vorlagen. Der Preis ist in Ordnung - nicht mal 10 Euro pro CD. Dafuer erhaelt man auf einen Schlag 12 glaenzende Verfilmungen der gehobenen Kriminalliteratur.
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