Spätestens als Tucker Cleigh(Trevor Moore) diesen Satz sagt, dürfte dem Zuschauer klar sein, dass wir es bei -Miss March- mit einem Film zu tun haben, der die Grenzen des Guten Geschmacks nicht nur überschreitet, sondern sie komplett ignoriert. Dazu ist der Streifen absolut NICHT JUGENDFREI und in Wortwahl und Darstellung momentan wohl mit nur wenigen Hollywoodkomödien auch nur ansatzweise vergleichbar, aber: Ich habe mich 90 Minuten sehr gut unterhalten lassen.
Sollten sie nicht jeden Spaß mitmachen, hier und da auf Minderheiten Rücksicht nehmen und ganz und gar kein Freund von einem Lacher um jeden Preis sein, tun sie sich einen Gefallen: Legen sie -Miss March- bloss nicht in ihren DVD Player. Glauben sie mir, sie würden entsetzt abschalten.
Wenn sie allerdings Filme nicht wirklich ernst nehmen und sie hier und da einfach nur als Gag-Feuerwerk ohne jeglichen realen Hintergrund nutzen, dann ist -Miss March- für Sie ein absolutes Muss.
Eugene Bell(Zach Gregger) ist mit Cindy(Raguell Alesi) zusammen. Die beiden halten Vorträge über Abstinenz vor der Ehe und wollen erst am Abend des Abschlussballs zusammen Sex haben. Eugenes völlig durchgedrehter Freund Tucker kann und will das nicht verstehen. Als der Abend des Abschlussballs endlich naht, trinkt Eugene sich noch ein wenig Mut an, verwechselt die Tür, landet zuächst im Keller und dann im Koma.
Vier Jahre später wird Eugene wieder wach. Und nichts ist mehr, wie es war. Sein Vater ist verzogen, nur Tucker hockt an seinem Bett. Aber was macht der mit dem Baseballschläger in seiner Hand? Als Eugene wieder durchblickt, zeigt Tucker ihm ein Foto von Cindy. Die ist Miss March im Playboy. Und Tucker hat eine Idee. Logisch, dass die genau so schwachsinnig ist, wie Tucker. Von da an beginnt eine Odyssee ganz besonderen Kalibers...
Zach Gregger und Trevor Moore haben nicht nur die Hauptrollen besetzt, sondern nebenbei auch noch Regie geführt und am Drehbuch von -Miss March- mitgewirkt. Herausgekommen ist ein Film...also ein Film...ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Es ist ein irrwitziger Klamauk fernab aller gängigen Klischees. In erster Linie geht es um Sex, Sex und Sex, aber eigentlich doch nicht.
Dazu gibt es Szenen, wie z.B. die Sache mit dem Stroboskop-Licht, dem unglaublichen Tankvorgang, den Mädels auf dem Rücksitz oder die Geschichte mit dem Drink und dem Hund...die sind einfach nur schräg und haben mich fast vom Sofa gehauen. Als Zugabe gibt es noch eine wunderbare Rap-Persiflage und Hugh Hefner in einem Gastauftritt.
Also: Nicht, dass ich sie nicht gewarnt hätte. -Miss March- ist ziemlich harter Tobak im Comedy-Bereich. Wenn sie einiges gewohnt sind, nur zu, sie werden begeistert sein. Sollten sie ein Freund von gepflegtem, tiefsinnigen Humor sein, lassen sie bloß die Finger davon!