Alan Bennett, angesehener Dramatiker aus Großbritannien, lotet mal wieder die Untiefen der biederen Provinzstraßen aus, die keiner so beschreibt wie er. Und dringt diesmal tiefer denn je zuvor: in die Abgründe der Lust. Und er tut das meisterhaft, denn erzählen kann er ja, das weiß man spätestens seit 'Die souveräne Leserin'. Allein für Passagen wie diese muss man ihn lieben:
'Was hat Bernard denn gearbeitet, Miss Fozzard?', fragte er. 'Um ehrlich zu sein, Mr. Dunderdale, er war Mörder', sagte ich. 'Ach' sagte er, 'Das ist ja ungewöhnlich.' Ich sagte: 'Na ja, er war Tabakhändler, was aufs Gleiche hinausläuft. [']'
So heiter geht es allerdings nur in den ersten Geschichten zu, die späteren werden düster ' und war ich Anfangs von der Komposition der Erzählungen hingerissen, passt die Letzte leider nicht mehr richtig zu den anderen. Nichtsdestotrotz ein lesenswertes Büchlein, wie alle Titel aus der Wagenbach SALTO-Reihe äußerst hübsch in rotem Leinen ausgestattet.
Also: Tee kochen, Kekse bereitstellen, und sich irgendwann dran verschlucken.