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Miss Bukarest
 
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Miss Bukarest [Taschenbuch]

Richard Wagner
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 190 Seiten
  • Verlag: Aufbau-Verlag; Auflage: 1. (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351029268
  • ISBN-13: 978-3351029265
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 511.822 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Richard Wagner
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein meisterlicher Roman über die rumänische Vergangenheit und die deutsche Gegenwart, erzählt von drei Protagonisten, die die verschiedensten Motive verfolgen: politische, poetische und kriminalistische. Der Tod einer faszinierenden und standhaften Frau ruft ihren ehemaligen Liebhaber als Detektiv auf den Plan. »Miss Bukarest« ist ein Buch mit unbestechlichem Blick, das sprachliche Brillanz, Gedankenschärfe und Aufrichtigkeit vereint. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Autorenporträt

Richard Wagner, 1952 im rumänischen Banat geboren, studierte Germanistik an der Universität Temeswar und wirkte als Deutschlehrer in Hunedoara. Als Berichterstatter war er für die "Karpatenrundschau" tätig, aktiv am literarischen Leben der Stadt beteiligt und Mitglied des Temeswarer Literaturkreises. Aufgrund zunehmender Repressionen der rumänischen Regierung stellte Richard Wagner 1985 den Ausreiseantrag. Er lebt in Berlin.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der ewige Spitzel 29. Januar 2003
Format:Taschenbuch
Berlin ist Bukarest, jedenfalls im neuen Roman des rumäniendeutschen Autors Richard Wagner, der als ehemaliger Exilant des Ceausescu-Regimes auf dessen literarische Bewältigung festgelegt ist. Ein großes Thema, das mittlerweile allerdings in den Hintergrund des öffentlichen Bewußtseins gerückt ist. «Ach Gott, der fängt schon wieder von Rumänien an, es ist zum Einpennen», sagt eine der Figuren des Romans, als sollte Seufzern der Kritiker vorgebeugt werden. Nein, zum Einpennen ist «Miss Bukarest» nicht. Wagner hat sich mit einigem Geschick bemüht, sein Thema in den Rahmen einer Kriminalstory zu packen. «Schön sah die Leiche nicht aus» - derart springt einen gleich der erste Satz an. Der Leser erfährt, daß die unschöne Leiche kürzlich noch eine schöne Frau gewesen ist, und will natürlich wissen, wie solch unverhoffte Wandlung zustande kam. Der Spannungsbogen ist errichtet, nun darf von Bukarest erzählt werden, Bukarest in Berlin.
Man kann Dinu Schullerus, der als Ich-Erzähler die ersten 100 Seiten bestreitet, kaum als ehemaligen Securitate-Mann bezeichnen. Denn er ist es in gewisser Weise noch immer. Wer dieser Organisation einmal angehörte, den läßt sie nicht mehr los. Schullerus war noch vor dem Ende der Ära Ceausescu aus Rumänien ausgereist. Seine Frau Lotte, eine Siebenbürger Sächsin, hatte ihm irgendwann nicht mehr geglaubt, daß er in einem «Institut für soziale Projekte» beschäftigt sei, und ihn vor die Wahl gestellt: sie oder die Securitate. Mittlerweile arbeitet Dinu in Berlin als Detektiv, der ideale Job zur Restverwertung seiner Fähigkeiten. So kommt er eines Tages auf die Spur der weiblichen Leiche. Eine Spur, die weit zurückführt in Bukarester Verstrickungen der siebziger und achtziger Jahre.
Schullerus bespitzelte damals Dissidenten in Künstlerkreisen, was vor allem bedeutete, daß er Freunde und Bekannte aushorchte und denunzierte. Seine Geliebte, die schöne Erika, war nicht nur eine gute Freundin von Ehefrau Lotte, sondern zugleich auch seine beste unwissende Informantin. Ein Betrug im Quadrat also, der die politische Durchdringung der privatesten Beziehungen in der Diktatur zeigt. Keiner, der nicht opportunistische Kurven in der Biographie hätte oder zur inoffiziellen Mitarbeit bereit gewesen wäre.
Vergleichsweise edelmütig, wenn auch nicht unbescholten, stand Erika da. Die weibliche Hauptfigur, Bezugspunkt aller anderen, wird als geheimnisvoll-attraktive Frau dargestellt, sie ist «unnahbar, ohne abweisend zu sein». Eine Gestalt, wie geschaffen, um Opfer zu werden. Als der Detektiv sie kurz vor ihrem gewaltsamen Tod mit einem ehemaligen Securitate-Offizier beobachtet, wird deutlich, daß das Berlin des Jahres 1996 nicht der geschichtsfreie Raum ist, in dem die historisch Beschädigten ihre Vergangenheit hinter sich lassen könnten.
Wagner wartet nicht mit brennend neuen Einsichten über das Leben in der Diktatur auf. «Alle haben allen mißtraut. Es war ein schleichendes Gift.» Dergleichen weiß man längst, selbst wenn man keine Ahnung davon hat, wie es sich wirklich anfühlte, im totalitären Staat zu leben. Hautnah-atmosphärische Qualitäten vermittelt Wagners Feststellungsprosa kaum. Reizvoll ist allerdings das Psychogramm des Securisten, den es in die deutsche Gegenwart verschlagen hat. Nicht gerade eine sympathische Figur, die einem da in geglückter Rollenprosa nahekommt. Seine neue Umgebung, den Westen, verachtet Schullerus zutiefst; ein lasche Gesellschaft, die sich mehr um Minderheitenrechte als um Verbrechensbekämpfung kümmere: «Da verjährt die Tat, bevor du sie begehst.»
Dabei ist er kein Dumpfkopf. Als Vorbereitung für den Spitzeldienst hatte er Germanistik studiert. Sein Weltbild ist, nicht nur in literarischen Fragen, der Nationalismus, der ihn schon 1968 zur Securitate führte; Ceausescu imponierte ihm damals, weil er sich gegen die Russen stellte. «Die Russen» sind das Feindbild, das Schullerus auch im Berliner Alltag jederzeit aktivieren kann. Kaum seien sie «mit Panzern und Schmuggelware abgerückt, stehen sie schon wieder da, diesmal mit Instrument und Hut».
Wagner hat die so ressentimentgeladene wie spannende Perspektive nicht durchgehalten. Schullerus schickt seine Aufzeichnungen an eines seiner früheren Bespitzelungsopfer, den rumäniendeutschen Schriftsteller Klaus Richartz, der ebenfalls ein intimes Verhältnis mit Erika hatte. Ab der Mitte des Buches übernimmt er die Erzählstimme; er schildert seine aufgewühlten Empfindungen bei der Lektüre und ergänzt sie durch eigene Erinnerungen. Indem Wagner den Securitate-Mann zum Schriftsteller und den Schriftsteller zum Leser des Securitate-Mannes macht, verbildlicht er die merkwürdige Symbiose von Verfolgern und Verfolgten. Die Geheimdienstler seien seine aufmerksamsten Leser gewesen, gesteht Richartz nicht ohne bizarre Wehmut.
Nebenbei erfährt man einiges aus dem Alltag exilierter rumäniendeutscher Autoren: wie sie mit ihren «Schauergeschichten vom Balkan» bei manchen Kollegen als Reaktionäre galten, sich über «Ostmitleidsstipendien» mehr oder weniger freuten und von Frauen mit «einem Hang zu politisch verfolgten Männern» zur Brust genommen wurden. Erstaunlicherweise unterlaufen dem Schreibprofi im Gegensatz zum dilettierenden Detektiv, der sich mit einem ungeschliffenen Ton begnügte, einige Stilblüten: «Der komplette Wahnsinn meiner Jugend nimmt Platz auf dem Sofa meines Hirns», heißt es angesichts des Manuskripts, von dem er «nicht lassen kann».
Die emphatischen Versicherungen, gerade einer ungeheuer aufregenden Lektüre zu unterliegen, bewirken beim Leser allerdings das Gegenteil, erst recht, wenn im letzten Viertel der Sohn von Schullerus den Staffelstab des Erzählers übernimmt. Der junge Mann möchte Schriftsteller werden und besucht zu diesem Zweck einen Schreibkurs, natürlich ausgerechnet bei Richartz, der ihm nun seinerseits den Text des Securisten zukommen läßt, wo der Zwanzigjährige manche Wahrheit über seine Familie erfahren kann.
Konstruierter geht es nicht. Der Ton ist jetzt forciert auf Jugendsprache getrimmt. Mit coolen Bemerkungen kommentiert der Fänger im Tempelhofer Roggen beim Lesen die Erlebnisse des Vaters: «Sie kämpfen kurz um die Waffe. Dinu ist der Schnellere. Toll, mein Alter. Wie im Kino.»
Hier ist Wagner offensichtlich die Puste ausgegangen. Weder als Versuch, das reißerische Geschehen der Haupthandlung in Distanz zu rücken, noch als Porträt einer Generation von Nachgeborenen, die mit Rumänien «nichts mehr am Hut hat», überzeugen diese Passagen. Aber Richard Wagner ist ein Autor mit einem Thema. Mag er den einen oder anderen literarischen Schnitzer begehen, seine Bücher bleiben dennoch lesenswert.
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Format:Taschenbuch
Dino Schullerus ist als Privatdetektiv in Berlin tätig. Für seine Kollegen ist er schlicht "der Rumäne", nicht geliebt, aber geachtet für seine präzise Detektiv-Arbeit. Die Kollegen wissen nicht, ahnen vielleicht, dass er früher bei der Securitate war, dem berüchtigten rumänischen Geheimdienst. Damals, vor der Ausreise aus Ceausescus Unrechtsstaat, als er noch Dinu Matache hieß und Dissidenten überwachte.

Bei einem Routineauftrag - ein eifersüchtiger Ehemann lässt seine Frau beschatten - wird Dino von der Vergangenheit eingeholt: die überwachte Frau ist Erika, mit der er in Rumänien ein Verhältnis hatte. Er hat die Erinnerungen an diese Zeit, an diese Frau verdrängt. Als Erika kurze Zeit später tot aufgefunden wird und zeitgleich Onescu, sein früherer Vorgesetzter bei der Securitate, wie zufällig in Berlin auftaucht, gibt es für ihn nur noch eins: Er muss Erikas Tod untersuchen! Er muss sich Klarheit verschaffen über seine Verstrickungen in ihren Tod, seine Schuld gegenüber seiner Frau Lotte, die von der Affäre mit Erika wusste und der er seine Ausreise aus Rumänien verdankt. Und über seine wahren Gefühle, die verzerrt und unterdrückt waren in der Allgegenwart des gegenseitigen des Misstrauens, der alltäglichen Bespitzelung aller durch alle in der Diktatur.

Er beginnt, auf eigene Faust zu recherchieren, unterstützt von seinem Schachfreund Schelski, einem schmierig-kumpelhaften BKA-Mann, der ihn mit Polizeiinterna versorgt.

Am Ende steht eine Wahrheit, die keine Gewinner zu kennen scheint.

Wagner ist hier ein beklemmendes und recht spannendes Stück Literatur gelungen, das insbesondere atmosphärisch glaubhaft ist.

Erzählt wird die Geschichte in drei Teilen, jeweils aus der Sicht eines anderen Erzählers. Den Anfang macht Schullerus/Matache, der seine Untersuchung - gelernt ist gelernt - in einem detaillierten Bericht festhält. Dieses Manuskript schickt er im weiteren Verlauf der Handlung einem seiner früheren "Opfer", dem Dissidenten Richartz, der ebenfalls in Erika verliebt war. Von diesem gelangt es abschließend zu Christian Schullerus, Dinos Sohn.

Von diesen beiden erfährt man auf diese Weise weitere Zusammenhänge, die über das Wissen und Erleben des ersten Ich-Erzählers Schullerus/Matache hinaus gehen.

Diese Romanstruktur ist durchaus interessant konzipiert, beinhaltet aus meiner Sicht aber auch die größte Schwäche des Romans: Die Ich-Erzähler werden in der Reihenfolge ihres Auftretens immer "schwächer", d.h. weniger glaubhaft und die Gründe für das Weiterreichen des Manuskripts (insbesondere von Richartz an Christian) wirken überkonstruiert. Zudem klingt die Erzählstimme des jugendlichen Christian sehr bemüht und wenig authentisch.

Insgesamt kann der Roman dennoch knapp eine vier-Sterne-Wertung erreichen: Ich empfand die Atmosphäre des rumänischen Alltags unter Ceausescu, dieses "Lebens in der Unwirklichkeit der Angst" glaubhaft vermittelt. Hier hat der Autor, selbst aus Rumänien nach Berlin ausgesiedelt, offensichtlich seine eigenen Gefühle und Kenntnisse in Worte gefasst.

Darüber hinaus ist meiner Ansicht nach der erste Teil um Schullerus/Matache außerordentlich gelungen. Die Figur ist glaubwürdig und facettenreich umgesetzt und vermag zu überzeugen und zu faszinieren. Schade, dass Wagner dieses Niveau nicht im ganzen Roman halten konnte, denn die Protagonisten Richartz und Christian bleiben deutlich dahinter zurück, deutlich eindimensionaler, als hätte Wagner zum Ende des Romans etwas die Lust verloren.

Für mich ist bei der Bewertung eines Buches letztendlich Folgendes wichtig: Habe ich den angefangenen Text gerne und mit Spannung wieder in die Hand genommen um baldmöglichst weiterzulesen oder lag er tagelang herum, weil es immer etwas wichtigeres zu tun gab? Ganz klar der erste Fall! Dies lässt mich über die genannten Kritikpunkte und den zugegeben nicht besonders innovativen "Krimi-Plot" um Erikas Tod hinwegsehen und dem interessierten Leser zur Lektüre dieses Buches raten.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von laruxi
Format:Taschenbuch
Die Atmosphäre und Lebensstimmung wie sie in Rumänien unter der Herrschaft der Securitate vorherrschten sind sehr gut getroffen. Die teils holprig wirkende Sprache des Buches (kurze Sätze, Wiederholungen)erweckt im Leser das Gefühl, selbst gehetzt, beobachtet und verfolgt zu werden. Die Protagonisten wissen oder ahnen, dass sie Spielbälle der Securitate sínd und benutzt werden, können sich dagegen aber nicht wehren oder sehen keine Sinn darin, es auch nur zu versuchen. Ein sehr spannendes und packendes Buch, das den Leser insbesondere auf der emotionalen Ebene anspricht.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Sehr interessant aber leider zu verwirrend
Interessant ist der Geschichtliche Hintergrund.
Aber die ganzen Personen, auch die unterchiedlichen Erzähler haben mich sehr verwirrt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Juli 2007 von Lesesüchtige
Anders... aber gut.
Eine außergewöhnliche Leseerfahrung. Sehr schwer zu beschreiben, aber der Stil ist gänzlich anders, als alles, was ich bisher gelesen habe. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Mai 2006 von Janie
"Alle haben allen misstraut!"
Dino Schullerus (früher Dinu Matache), aus Rumänien stammend, lebt seit 10 Jahren in Berlin und arbeitet bei einer Detektei. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. November 2004 von Mag Wolfgang Neubacher
Man kann es nicht aus der Hand legen
Eine wirklich empfehlenswerte Lektüre. Ich bin durch Zufall in der Bibliothek auf dieses Buch gestossen. Lesen Sie weiter...
Am 26. Januar 2004 veröffentlicht
Geister-Geschichte mit kriminellen Nachwehen
Es ist ein interessanter Roman über die Umstände im kommunistischen Rumänien und gleichzeitig eine spannende Krimigeschichte über die post-kommunistische... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. Dezember 2001 von Betsy.P@t-online.de
Spannend, bedrückend: 1968-89 im Rückblick
"Schön sah die Leiche nicht aus." Ein Privatdetektiv steht in
der Leichenhalle. Nein, er ist nicht Magnum oder einer der
anderen Privatdetektive, die... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. November 2001 von H. P. Roentgen
Rebellion und Kollaboration von Ost-Blumenkindern, 1970er
Der Tunnelblick von Ost-Abiturienten der 1970er ist auf eine Ost-Erwachsenenwelt gerichtet ( nach Prag 1968) die im kalten Krieg Amok läuft. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. September 2001 von Johann Wagner
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