Es ist unumstritten eines der besten Konzeptalben der Achtziger, wenn nicht gar das beste Konzeptalbum aus dieser Zeit. Mit einem ähnlich düsteren Titel wie das Debüt, schicken uns Marillion auf eine, wenn auch etwas kommerziell angehauchte Gefühlreise durch eine bitter-süße Kindheit.
Eingeleitet wird die CD mit dem bekannten Syntie-Intro - Pseudo Silk Kimono - bei dem Fish gegen Ende zeigt, was für eine tolle Stimme er mal hatte, und zu welchen Gefühlsausbrüchen er früher fähig war. Danach kommt der große Hit - Kayleigh - der nahtlos in den zweiten Hit - Lavender - übergeht, bevor mit - Bitter Suite - der erste längere Titel kommt, und der in fünf Abschnitte unterteilt ist. Nach diesem Stück beendet das hymnische - Heart of Lothian - den ersten Teil der unangebrachten Kindheit.
Der zweite Teil schwächelt dann hier und da ein wenig, bietet aber mit - Lord of the Backstage und Blind Curve (ebenfalls in fünf Abschnitte unterteilt) - zwei exzellente Songs. Vor allem die Gitarrensoli von Steve Rothery kombiniert mit den weichen und tiefen Syntie-Teppichen von Mark Kelly lassen das Herz eines jeden Neo-Prog-Fan höher schlagen.
Misplaced Childhood ist ein sehr gutes und hörenswertes Album, das nicht nur bei den Fans zu Hause im Schrank stehen sollte.