Vorweg: Wieder ein gelungenes, literarisch wie historisch wertvolles Buch zu den Wirren der ersten Republik, das anders als die bisherige Bronstein Saga bei Gmeiner erschienen ist.
Pittler wählt diesmal für seine Geschichten die Kurzform, was den Vorteil bietet, dass er sowohl von den Ereignissen (wie bereits erwähnt handelt jede Geschichte in einem anderen jahr) als auch von den Kriminalfällen (denen zum Teil wahre Begebenheiten zu Grunde liegen) den LeserInnen ein wunderbar buntes Spektrum bieten kann. Ein Mordfall führt ihn in das damals (noch kurz) zu Österreich gehörende Ödenburg (Sopron), er kann einen Waffenschieberring mit Hilfe der Eisenbahnerschaft aufliegen lassen, er begibt sich auf die Spur mehrer in Wien aufgefundener Leichenteile, ein Mädchenhändlerring wird ebenso wie ein Schmuckdiebstahl Ziel seiner Investigationen und Persönlichkeiten wie Bettauer oder sogar Adolf Hitler sind Figuren in seinen Geschichten.
Pittler beschreibt Historie und erzählt zugleich Histörchen, und beweist wieder einmal, dass er ein Meister seines Fachs ist. Kongenial und witzig das Duo Pokorny und Bronstein, wobei es dem Autor zuweilen gelingt, zwischen den beiden Conferencen zu entspinnen, die sogar Farkas und Waldbrunn zur Ehre gereicht hätten.
Eindeutig ein Kauf- und Lesetipp.