Blue Öyster Cult galten immer als Inbegriff für den amerikamnischen Heavy Metal, das pendant zu den englischen Black Sabbath. Hört man sich den 79er Output 'Mirrors' an, fragt man sich allerdings, was das mit Heavy Metal zu tun haben soll. Klar, im Opener 'Dr. Music' (übrigens jahrelang die Titelmelodie zur kultigen NDR 2-Radiosendung 'Musik für junge Leute'), im vielschichtigen 'The vigil', 'The great sun jester' und ganz besonders bei 'I am the storm' kann man eindeutig Gitarrenriffs vernehmen, aber das ist vom Härtegrad Black Sabbaths und Judas Priests Lichtjahre entfernt. Und die anderen Titel? Poprock in Reinkultur. 'In thee', 'Mirrors', 'Moon crazy', 'You're not the one' und 'Lonely teardrops' sind allesamt reinste Poprock Perlen mit intelligenten, eingängigen Melodien und fast schon AOR-Attitüde.
Versteht mich nicht falsch, ich mag dieses Album. Es zeigt, dass Blue Öyster Cult mehr draufhatten, als auf ihre Instrumente einzudreschen. Vor allem waren sie ihrer Zeit mal wieder weit voraus, was das Songwriting angeht, denn die Phase, in der Rockmusik in der Hauptsache mitsing- und damit Radiotauglich zu sein hatte, sollte ja noch erst in den 80er Jahren kommen.
'Mirrors' ist eine tolle Platte mit enormen Spassfaktor.