Wow, schon mit den ersten Klängen haut einen dieses Album um! Wuchtig, gewaltig - man hält die Luft an und staunt. Die Stimme des Sängers steht im Vordergrund, begleitet von einem Orchester. Und was für eine Stimme! Ganz klar, dies muss ein ausgebildeter Sänger sein. Er weiß seiner Stimme umzugehen: ausdrucksstark, klar, wunderschön, mal vibrierend, mal laut, mal leise. Er setzt sie ein, gnadenlos und zieht einen in seinen Bann. Die Mischung aus Kammergesang und orchestralem Pop ist momentan ja total in, und das nicht ohne Grund. Ein Hauch von Klassik und eine ausgebildete Stimme heben so manchen Popsong aus der langweiligen Einheitsbrei-Masse hervor. The Irrepressibles sind mehr, sie haben den Bogen einfach raus und ein feines Händchen für herausragende Musik. Ein Stück besser als das andere. Ein oberflächlicher Hörer tut den Kammergesang und die Falsettstimme à la Anthony & The Johnsons sicherlich als "gewisse sexuelle Ausrichtung" ab, doch das ist völliger Blödsinn, die Kammermusik ist eine alte Musikform und erlebt einfach wieder eine Renaissance in der modernen Pop- und Rockmusik. Für die Irrepressibles ist Musik wirklich noch Kunst. Für mich ist diese CD ein Meisterwerk und eine der CDs, die ich immer wieder hervor hole und die mich bestimmt noch viele Jahre begleiten wird.