Die 5-köpfige Band Ghinzu aus Brüssel/Belgien sind für mich so ziemlich die Interessanteste der noch existierenden Bands und hierzulande, anders als in ihrer Heimat oder in Frankreich, völlig unbekannt und chronisch unterbewertet. Seltsamerweise konnte ihr zweiter Longplayer "Blow" einen Achtungserfolg vorlegen, wogegen "Mirror Mirror" in Deutschland auch schwerer zu bekommen war und kommerziell hier völlig floppte (in Belgien selbst war er sogar auf Platz eins der Charts, habe ich gehört). "Blow" war zwar ein absolutes Meisterwerk, an das die Band vielleicht nie wieder heranreichen kann, aber auch vorliegender dritter Longplayer ist sehr gut und hat viele starke Momente. Das beginnt schon mit der Auskoppelung "Take It Easy", die mir beim ersten Hören etwas zu ruhig vorkam, aber bei jedem Hören wuchs. So ähnlich ist es eigentlich bei jedem Stück von Ghinzu-man muß sich erst hineinhören. Dabei können Ghinzu eigentlich alles spielen, und tun es auch oft. In "Dream Maker" versuchen sie sich z.B. erfolgreich an Retro Queen-Harmoniegesängen,während "This Light" eine ruhige Ballade ist und "Kill The Surfers" ein agressiver Kracher.Insgesamt gesehen ist aber dieses Werk nicht ganz so verspielt wie "Blow"; es ist etwas straighter, insgesamt etwas ruhiger und nicht ganz so experimentell. Dabei wurde das Konzept der abwechselnd ruhigen und lärmigen Passagen im Großen und Ganzen beibehalten. Deshalb bietet die Platte mit ihren 12 Tracks 47 Minuten spannende Musik, die mit zum Besten gehört, was 2009 so produziert wurde.