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Mirror Ball
 
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Mirror Ball

Neil Young Audio CD
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Produktinformation

  • Audio CD (23. Juni 1995)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Wb (Warner)
  • ASIN: B000002MZ9
  • Weitere Ausgaben: Audio CD  |  Hörkassette  |  Vinyl  |  MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Hörproben
Song Länge Preis
Anhören  1. Song X (Album Version) 4:40EUR 0,99
Anhören  2. Act Of Love (Album Version) 4:54EUR 0,99
Anhören  3. I'm The Ocean (Album Version) 7:06EUR 0,99
Anhören  4. Big Green Country (Album Version) 5:08EUR 0,99
Anhören  5. Truth Be Known (Album Version) 4:39EUR 0,99
Anhören  6. Downtown (Album Version) 5:10EUR 0,99
Anhören  7. What Happened Yesterday (Album Version)0:45EUR 0,99
Anhören  8. Peace And Love (Album Version) 7:02EUR 0,99
Anhören  9. Throw Your Hatred Down (Album Version) 5:46EUR 0,99
Anhören10. Scenery (Album Version) 8:50EUR 0,99
Anhören11. Fallen Angel (Album Version) 1:15EUR 0,99


Produktbeschreibungen

SPEX

Nun hat er also Ernst gemacht: Obwohl es auf dem Cover aus vertragsrechtlichen Gründen nicht erwähnt werden darf, hat Neil Young sein 25. Solo-Album mit Musikern von Pearl Jam eingespielt. Auf ethisch zartbesaitete Gemüter, die in Eddie Vedders Band einfach so das verlogenste Gesicht des reformierten White Heterosexual Corporate Rock sehen und Neil Young als unkaputtbares Bollwerk gegen die Selbstauflösung des Rock'n' Roll, muß Youngs Personalentscheidung entweder wie eine altersbedingte Geschmacksentgleisung oder eine Maßnahme wirken, mit dem Ziel, die leicht überalterte Anhängerschaft um ein paar Millionen Postgrunger zu erweitern. Wer aber Youngs Werdegang in den letzten Jahren verfolgt hat, wird kaum überrascht sein, denn schon 1992, als er in Europa das Album »Harvest Moon« promotete, teilte er der Presse mit, Pearl Jam seien für ihn, neben Nirvana, eine der größten zeitgenössischen Rockbands. Sicher gibt es zwischen Cobain und Vedder himmelweite Unterschiede, doch aus Youngs Sichtweise mußten sich beide gleichermaßen als Projektionsfläche für seine eigenen Konflikte anbieten: Wie Vedder und Cobain hatte Young mit dem Problem zu kämpfen, als Repräsentant einer Generation festgeschrieben zu werden, und als Gegenmaßnahme wählte er den Weg eines Individualismus, der nur noch für sich selber spricht, ohne aber die Option auf den Wahrheitsanspruch von Kunstprodukten zu verabschieden. Konfrontiert mit dem Paradox, daß Kunst, produziert (und vervielfältigt) unter dem Signum der Authentizität, allemal die effektivste Wichsvorlage für Fans und das beste Verkaufsargument für >die Industrie< darstellt, mußte Neil Young vorübergehend noch den Namen >Neil Young< als Trademark und Garant für eine stabile Identität zerstören, um ihn später in eine Form von um so staunenenswerterer Haltbarkeit zu gießen, die immerzu die eigene Klassizität gegen die mannigfaltigen Anfechtungen von Korruptheit behauptet. Wie wir alle wissen, hat es Kurt Cobain nicht so weit gebracht, und der Schock darüber, daß Cobain die physische der symbolischen Selbstzerstörung vorzog, ist als Nachhall in jedem Ton von »Mirror Ball« zu hören, doch von dem resignativen, bisweilen depressiven Grundton aller Platten, die von ihm in diesem und im letzten Jahrzehnt zu hören waren, ist nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: Mit Cobains zeitweiligen Weggefährten (denen man gerne Fehlgeleitetheit in ästhetischen Belangen, nicht aber mangelnde Integrität vorwerfen kann), also mit Leuten, die sich fürs Überleben entschieden haben, obwohl sie mindestens genauso krassen Konflikten ausgesetzt sind wie Cobain, hat Young eine donnernde, satt abdampfende Apologie auf den Rock'n'Roll und auf das Weitermachen abgeliefert, die man in derart unbeschädigter Form nicht mehr von ihm erwartet hätte. Neil Young hat es geschafft, den Stil seiner neuen Band so sehr auf seine (mit dem Spätwerk der Velvet Underground diesmal überraschend kompatiblen) Vorstellungen von Garagenrock einzutunen, daß man sich fast fragen muß, warum er die Veranstaltung nicht direkt gemeinsam mit Crazy Horse durchgezogen hat. Erst nach mehreren Durchgängen wird deutlich, daß hier ein anderer Groove regiert: Das erhaben aufschäumende Schlagzeug von Jack Irons schafft eine für federnde Dynamikschwankungen offene Statik, und die erlaubt es der Gruppe, mit zwei Gitarren einen extrem dichten, wuchtigen Breitwandsound zu errichten, vor der Young die psychedelische Seite seines Spiels bis zum Exzess ausleben kann: »Ich bin nicht da, ich bin die Droge, die euch träumen macht«, singt der Alte sinngemäß in »I'm The Ocean«, einer von vielen ozeanischen Entgrenzungsphantasien, die sich musikalisch das Attribut >Hymne( redlich verdient haben. »Ich bin ein Stern, ich bin das erhabene Wissen, in der falschen Richtung. Ich bin die Gegenströmung, ich bin der Ozean, ich bin ein großer Strom im Meer.« Männer auf dem Regressionstrip, souffliert mir das Abstract'n'Roll-Gewissen, aber je häufiger ich mir dieses Meisterwerk anhöre, desto mehr komme ich zu der Überzeugung, daß ich in einer Welt, wo der berechtigte Ekel gegen Gestalt gewordene Verwertungsgesetze nur noch Kunstwerke generiert, die ihren Fetischcharakter permanent über Sophistication und formalistische Differenzorgien sublimieren, die also einlösen, was hier in dieser Zeitschrift ästhetisch gefordert wird, ( zumindest heute) nicht mehr leben möchte. Und Neil Young wirft hier sein ganzes Genie in die Waagschale, um gegen jede Smartness den Nachweis anzutreten, daß man den Fetisch, den geilen Riff, das geile Solo, ganz unstumpf genießen kann. Als eine Sache, die ebenso Effekt von Verdinglichungslogik ist, wie sie noch etwas Anderes, einen uneingelösten Überschuß an Utopie in sich trägt- darunter die Einladung zum Träumen, Tanzen, Ficken. So dreht er sich flackernd im Kreis und gibt das ständig wechselnde Licht der Geschichte als upliftenden Reflex an die Leute da draußen zurück, wie die Diskokugel aus dem »Fillmore West«, die dem Album seinen Namen gegeben hat, und dann bricht er auf in eine namenlose Zukunft, von der er doch nicht weiß, ob sie der Vorschein auf eine Freiheit ist, die vor ihrer Realisierung, aus sich heraus, längst in ihr Gegenteil umgeschlagen ist. Ein besseres Statement w kann man Cobain nicht ans Grab legen.
© Spex,Christoph Gurk

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57 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Wir schreiben das Jahr 1992. In der Abgeschiedenheit seiner Ranch im Norden Kaliforniens hockt Neil Young und grübelt. Draußen in der weiten Welt schlagen Musikkritiker seit einiger Zeit vor Begeisterung Purzelbäume angesichts einer "neuen" Stilrichtung, die man Grunge nennt. Aufrechte Jungs aus Seattle und Umgebung, die sich keinen Deut um Chartsplatzierungen scheren und ihre schlaksigen Oberkörper in karierte Flanellhemden hüllen, drehen die Verstärker auf. Neil, der sich von seiner letzten Plattenfirma getrennt hat, nachdem diese ihm wegen notorischer Unkommerzialität seiner Musik mit Klage gedroht hatte, stutzt: Agressiver Gitarrensound mit reichlich Feedback? Das hat er doch schon Ende der Sechziger gemacht! Und was die Flanellhemden betrifft: In so einem Ding wird er eines Tages begraben.
Was folgt, ist "Das Imperium schlägt zurück, Teil II". 1995 schnappt sich unser Mann, der in einigen Monaten seinen Fünfzigsten feiern wird, die sechs Jungspunde von Pearl Jam, die sich längst als glühende Bewunderer des fidelsten Althippies unter der Sonne geoutet haben, und marschiert mit ihnen ins Studio. Das Ergebnis, das Album "Mirrorball", wird ihm seinen größten Verkaufserfolg seit seinem Superseller "Harvest" (1972) bescheren und die geistige Urheberschaft der (vermeintlich) neuen Musikrichtung klarstellen. Als "Don Grungeone" oder "The Godfather of Grunge" wird Neil Young seitdem nämlich gefeiert. Los geht's mit "Song X". "Hey ho away we go/We're on a road to never..." wird da von einem rauen Shantychor die "Generation X" besungen. Das klingt wie sieben Mann auf des toten Cobains Kiste - und die Gitarren voll Feedback. Das nach vorne preschende "The Act Of Love" macht klar, dass sich auf diesem Longplayer gleich drei Gitarreros das Brett geben. Dieser Song behandelt zwar das Thema Abtreibung, es fallen aber Sätze, die in düsterer Vorahnung den 11. September vorwegzunehmen scheinen:"The holy war was slowly building heroes leaving for the great crusade/Seek reward in the ever after, ever after, ever after...". "I'm The Ocean" ist mein persönliches Lieblingsstück. Der Titel ist Programm: Nicht enden wollende Textfluten, begleitet von vorwärts treibenden Gitarren, branden über den Hörer hinweg, bis Neil nach sechs kurzweiligen Minuten zum Finale kommt: "I'm the ocean, I'm the giant undertow..." "Downtown" erweist den Größen der Sechziger die Reverenz - als auch Mr. Youngs lange Karriere begann: "Jimi's playin' in the backroom, Led Zeppelin's on stage/There's a mirrorball twirlin' and a note from Page..." Zugegeben: "Mirrorball" ist eine Neil-Young-Platte, die ausschließlich aus Neil-Young-Kompositionen besteht. Ein Titel wie "Throw Your Hatred Down" demonstriert aber eindrucksvoll, was hier anders ist: Während die Raubatze von Crazy Horse wie muskelbepackte Schwergewichtler daherstampfen, gehen Pearl Jam mit der Leichtfüßigkeit eines Sven Ottke zu Werke. Diesen Song mit seinen flinken Gitarrenläufen hätte Neil mit seiner etatmäßigen Band nicht einspielen können. So ist es leider kein Wunder, dass er all diese Stücke lediglich auf seiner 95er-Tournee, die er eben mit Pearl Jam - auf den Plakaten durften sie aus vertragsrechtlichen Gründen lediglich als "Neil Young & Friends" erscheinen - durchführte, live zum Besten gab.
"Mirrorball" ist ein Album, für das es nur fünf Sterne geben darf. Dies gilt jedoch nicht für die neunmalkluge SPEX-Rezension, die ebenfalls auf dieser Seite zu lesen ist. Nichts für ungut, aber "I'm an Aerostar, I'm a Cutless Supreme" mit "Ich bin ein Stern, ich bin das erhabene Wissen" zu übersetzen, zeugt bestenfalls von blühender Fantasie, lässt aber auch den wohlmeinensten Englisch-Leistungskurs-Lehrer zu seinem dicksten Rotstift greifen. Zur Information: "Aerostar" und "Cutless Supreme" sind amerikanische Oldtimer, von denen Neil mittlerweile einen ganzen Fuhrpark besitzt und die wohl als Metapher für die Dynamik von "I'm The Ocean" stehen. Aber wie bemerkte doch schon Ringo Starr im Rückblick auf die Beatles-Zeit: "So viele Leute interpretierten unsere Songtexte, dass wir zum Schluss selber nicht mehr wussten, was wir eigentlich damit sagen wollten..."
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Treffen der Generationen 8. Oktober 2003
Von Jörg R.
Format:Audio CD
Eine Gitarre wird eingestöpselt, Stimmen aus dem Hintergrund, dann geht's los: "Hey Ho away we go...". Die ganze Platte klingt wie im Proberaum aufgenommen, rauh, direkt, "ehrlich". Pearl Jam klingen zwar nie so "dreckig" wie Youngs angestammte Begleitband Crazy Horse (welche Band tut das schon?), dafür sind sie aber brillanter, spieltechnisch virtuoser.

Den Folk-Rock-Kompositionen (diesmal wieder mit der Betonung auf "Rock") Neil Youngs fügt das eine dezent andere Klangfarbe hinzu. "Song X" hat wirklich etwas von einem Shanty, "I'm The Ocean", die Öko-Hymne, ist mittlerweile schon fast zu einem Neil-Young-Klassiker geworden, "Downtown" ist wohl gemeint, wenn von den "Status Quo"-Qualitäten des Albums gesprochen wird, "Throw Your Hatered Down" ist eine Midtempo-Rocknummer allererster Güte und der Sound von "Scenery" hat fast ein wenig (ich sage: fast!) "Cortez"-Qualitäten.

Am Ende von "Downtown" sagt einer aus der Band: "We know that one." Und Neil Young antwortet:"That's funky!" Das könnte eigentlich für das ganze Album gelten.

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von eds1970 HALL OF FAME REZENSENT
Format:Audio CD
Die Sensation war 1995 perfekt, als Neil Young nach dem hervorragenden „Sleeps With Angels" auf dieser Platte in hautnahen Kontakt mit den Grunge-Stars von Pearl Jam ging. Der Altmeister gibt hier den Ton an, während die nicht weniger prominenten Seattle-Rocker die Begleitband mimen. Und diese besondere Mischung macht die Faszination von „Mirror Ball" aus. Angestachelt durch die Direktheit der Jungen befreit sich Young von Schwermut und Introvertiertheit des Vorgängeralbums. Man merkt der Platte den Spaß beim Musizieren, die Spielfreude regelrecht an. Der Sound ist hart und ruppig, die Songs kommen stets lässig, unverkrampft und direkt daher. Wer auf Youngs exzessive Gitarrensoli und schneidende Feedbackorgien steht, ist hier goldrichtig aufgehoben. Für mich sind die Überflieger auf der Platte „Act Of Love" (bitte die Ohren festhalten...), „Downtown" und natürlich „Throw Your Hatred Down".
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Am 6. Dezember 1999 veröffentlicht
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