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Mirjam. Maria Magdalena und Jesus
 
 
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Mirjam. Maria Magdalena und Jesus [Gebundene Ausgabe]

Regina Berlinghof
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Frankfurter Rundschau, 22.5.1999, mim

Eine Liebesgeschichte also. Der Erzählerin geht es in der breit angelegten, aber kurzweiligen Geschichte nicht um historische Ausdeutung oder falsche Aktualisierung der spärlichen historischen Zeugnisse, sondern um das beziehungsreiche Wechselspiel zwischen Einst und Jetzt. Berlinghof tut das geschickt und mit Stilempfinden, und sie eröffnet neue Sichtweisen auf vermeintlich allzu Bekanntes.

Einblick, Augustheft 1997, David Luczyn

Selten erlaube ich es mir, dicke Bücher anzufangen, aber dieses hat es mir angetan, und so bin ich stundenlang in die Zeit des altenPalästina zur Zeit von Jesus von Nazareth eingetaucht, in die dieser Roman auf spannende und mitreißende Weise entführt. Es ist zu 2/3die Geschichte von Maria Magdalena (Mirjam), die ihr eigenes Leben vor und nach der ihrer Begegnung und über ihre Liebe zu Jesuserzählt. Durch ihren bildhaften und sehr emotionalen Stil gelingt es der Autorin, die Zeit, die Kultur, den Alltag, das Denken und dieGeschehnisse um den historischen Jesus sehr überzeugend zu beschreiben. Maria selbst erzählt ebenfalls vom Werdegang ihres Sohnesund seiner Kindheit. Die Dialoge und die spirituell, philosophischen Exkurse haben Tiefgang und Seele und machen dieses Buch auchfür anspruchsvolle Leser zu einem Genuß. Für überzeugte Christen mag das Buch schockierend sein und an Blasphemie grenzen, Maria und Jesus so menschlich dargestellt zu sehen, aber so wie die Autorin schreibt, klingt es authentisch und sehr lebendig. Vieles machtnachdenklich, denn einiges spielt sich in diesem Buch nicht so ab, wie wir es aus der Bibel kennen und wie es uns die Kirche glaubenmachen will. Ein mutiges Buch, das eine große Leserschaft verdient, geht es doch um die Liebe in all ihren Dimensionen. Die Autorinlebt übrigens in Kelkheim, hat sich längere Zeit in Israel und Ägypten aufgehalten und kam durch ein spirituelles Erlebnis zum Schreiben.

BuchJournal 1997/1; Inkari Wolf

Der Roman ist farbig und stark und manchen Nachdenkens wert.

Kelkheimer Zeitung, 25.6.97

"Ein Roman über eine große Liebe und viel Menschliches. Man kann zur Religion stehen wie man will: Das Buch ist eine reizvolle Lektüre, es liest sich über weite Passagen fließend weg, ist einfach im Stil, verständlich, geht teilweise sehr in menschliche Details bis hin zur Beschreibung sexueller Beziehungen. Keine Frage: Wer Jesus bisher nur als den Messias, den Propheten, den Heilsbringer, als geschlechtslose Lichtgestalt kennt, frei von allenAnfechtungen und "Sünden" dieser Welt, wird sich nur schwer einen Mann vorstellen können, der - sagen wir es mal - auch als Mann leben möchte. Das mag für manchen nicht leicht sein. Doch, hat sich nicht mancher im Geheimen eben schon solche und ähnliche Fragen gestellt? Jesus und Mirjam nackt im kühlenden Wasser eines Flusses schwimmend? Religion oder Religionen? Ja, Regina Berlinghof beschreibt viel von der israelischen Religion, den Bräuchen und Riten, die sich bis heute erhalten haben, berichtet über Bundeslade, über die Hohen Priester, die Thora. Wenn man jedoch einmal von diesen tiefergehenden Dingen absieht, ist dies ein Buch, das jemand geschrieben hat, der Land und Leute kennt: Zentimetergenau kennt. Wer auch immer in Israel länger Urlaub machte und das Land bereiste, wird fasziniert sein von der Beschreibung der Feldwege, der Pfade, die heute als Asphaltband mit elektrischen Leitungen daneben das Land durchschneiden. Regina Berlinghof's Beschreibungen übersetzen das alles zurück in die Zeit vor knapp 2000 Jahren. Städte bekommen ganz andere Konturen.Jericho, Caesarea, Tiberias, und natürlich Jerusalem. Die Beschreibung der Wüsten, des Sees Genezareth (Kinneret), der Lebensweise damals ist gleich dicht und faszinierend. Hohe Literatur? Das mögen die Feuilletonisten entscheiden. Vielleicht Marcel Reich-Ranicki und andere. Schnulze? Das wäre sicherlich zu weit gehend, auch wenn das Buch von dem einen oder anderen so abgetan werden mag. Auf jeden Fall haben wir "Mirjam" von Regina Berlinghof gern gelesen; trotz der einen oder anderen Länge, wenn sie tiefer schürft." Peter Hillebrecht

Höchster Kreisblatt, 6.9.1997, Jürgen Dehl

Durch die Hintertür schleicht sich Poesie ein.

Frankfurter Rundschau, 23.7.1999

Leserreaktionen: Buchhändlerin Eva K.: "Es ist erotisch geschrieben, feinfühlig und voller Liebe."

Frankfurter Rundschau, 22.5.1999

"Eine Liebesgeschichte also. Der Erzählerin geht es in der breit angelegten, aber kurzweiligen Geschichte nicht um historische Ausdeutung oder falsche Aktualisierung der spärlichen historischen Zeugnisse, sondern um das beziehungsreiche Wechselspiel zwischen Einst und Jetzt. Berlinghof tut das geschickt und mit Stilempfinden, und sie eröffnet neue Sichtweisen auf vermeintlich allzu Bekanntes."

BuchJournal 1997/1, Inkari Wolf

"Der Roman ist farbig und stark und manchen Nachdenkens wert.:

Höchster Kreisblatt, 6.9.1997, Jürgen Dehl

"Durch die Hintertür schleicht sich Poesie ein."

Kurzbeschreibung

Wieder werden Schriftrollen am Toten Meer gefunden: Das 'Evangelium der Maria Magdalena', aufgezeichnet von Yoram Bar Am, einem ehemaligen Essener und enttäuschten Christen, der die alte Mirjam (Maria Magdalena) in Jericho trifft. Es war alles ganz anders... Aber Mirjam erzählt erst von sich, von ihrer unglücklichen Ehe mit dem Pharisäer Jehuda, von der Begegnung mit Jeschua (Jesus), von ihrer beider großen Liebe, von den Jüngern, von dem Verrat und von der Kreuzigung, als sie damit dem fundamentalistischen und eifernden Yoram helfen kann, seine Frau wiederzugewinnen, die ihn nach seinem Ausbruch von Mißtrauen, Angst und Gewalt verlassen hat.

In diesem großen, bewegenden Roman läßt Regina Berlinghof Menschen und Schicksale im römisch besetzten Judäa um die Zeitenwende lebendig werden. Hinter allem steht die Frage: was ist der Mensch, was ist Religion, wo ist Liebe...

Der Verlag über das Buch

Regina Berlinghof wurde am 12.11.1947 in Freiburg im Breisgau geboren. Kindheit, Schule und Jura-studium in Frankfurt am Main. Frühes Interesse für Israel, die arabischen Länder und die Wüste. Längere Aufenthalte in Israel und Ägypten. Ein spirituelles Erlebnis brachte sie zum Schreiben. Heute lebt sie in Kelkheim bei Frankfurt.

Auszug aus Mirjam. Maria Magdalena und Jesus. von Regina Berlinghof. Copyright © 1997. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Aus dem 11. Kapitel: Die Begegnung
"Eine ältere Frau, die zu den Hochzeitsgästen gehörte, sprach mich plötzlich an. Wie ein Schlafender unmutig hochschreckt und den, der ihn aus süßen Träumen weckt, nicht gerade mit freundlichen Gefühlen anblickt, so starrte ich verärgert diese Frau an, die mich aus meinem schwerelosen Glück herausriß und in die Welt ihrer banalen Neugier herunterzuziehen wagte.
"Du bist also die Frau, die Jeschua geheilt hat und die bei ihm bleiben will!"
Sie schaute mich prüfend an - als ob ich ihr Rechenschaft schuldig wäre. Es ging also schon los, das Gerede der Leute! Eine Frau in der Schülerschar eines Rav!
"Meinst du mit Jeschua den Rav?" wies ich sie spitz zurecht.
"Ganz recht, Jeschua oder der Rav. Bist du in ihn verliebt?"
Das ging zu weit.
"Ich weiß nicht, was es dich angeht, ob ich bei Rav Jeschua bleibe oder nicht, ob ich bei ihm lerne oder nicht, ob ich in ihn verliebt bin oder nicht." Ich sagte es so kühl wie möglich. Aber ich spürte, wie mir das Blut ins Gesicht stieg.
"Entschuldige, natürlich geht es mich nichts an. Ich will auch nicht neugierig oder aufdringlich sein. Ich denke nur, daß es Zeit wird, daß er endlich eine Frau findet. Allerdings hatte ich mir nicht gerade gewünscht, daß es einmal eine entlaufene Ehefrau sein würde! - Ich bin seine Mutter, Mariam. Und wie heißt du?"
"Mirjam."
"Dann haben wir ja den gleichen Namen!"
Ich brachte nichts mehr heraus. Wir musterten uns. Seine Mutter stand vor mir! Und dann kam mir die Absurdität ihrer Worte zu Bewußtsein. Mir war der Rav, seitdem er mich mit seinen liebenden Augen angesehen hatte, wie ein Wunder erschienen: ein Rav mit einer übermenschlichen Liebe, die alle Menschen bezwang - sogar den argwöhnischen Ascher und selbst meinen Haß und mein Herz aus Stein. Für seine Mutter war er nichts als ein Mann, der immer noch nicht verheiratet war, wie es sich für sein Alter von etwa dreißig bis vierzig Jahren gehörte. Aus dem überirdischen Wesen, dem ich wie ein Kind ergeben war - nicht anders als seine übrigen Gefährten - wurde durch seine Mutter ein Mann, der verheiratet sein konnte, der Kinder haben konnte. Ein Mann aus Fleisch und Blut - ein Mensch wie wir alle. Die Worte seiner Mutter holten mich wieder auf die Erde zurück. Der Widerspruch zwischen dem Bild des erhabenen, übermenschlichen Rav und dem des Mannes, der zu lange Junggeselle geblieben war, war so komisch, daß ich anfing zu lachen. Ich lachte, bis ich Krämpfe und Stiche in der Seite bekam.
Mariam fiel in mein Lachen ein. Ich war mir nicht sicher, ob sie wirklich wußte, weshalb ich so lachte. Sie lachte mit der Unbefangenheit und Gutmütigkeit wirklich herzlicher Menschen, die gerne bei jeder Gelegenheit mitlachen, auch wenn sie den Witz nicht verstanden haben. Sie war frei von dem ängstlichem Mißtrauen, daß der Witz gegen sie gerichtet sein könnte. Sie war nicht sehr groß. Sie hatte die gleichen geschwungenen, vollen Lippen wie ihr Sohn und das gleiche arglos kindliche Lächeln. Ihre Augen waren dunkel und weich. Es fehlte ihnen der Glanz, das Strahlen, die bezwingende tiefe Liebe, das Wissen um den anderen, wie ich es in den Augen ihres Sohnes gefunden hatte. Ihre Haare waren schon stark ergraut und dünn. Die verarbeiteten Hände zeigten, daß sie älter sein mußte, als ich ihrem Gesicht und ihrer aufrechten Haltung nach geschätzt hatte.
"Ach", sagte sie, "endlich einmal jemand in seinem Gefolge, mit dem ich lachen kann! Wenn ich sonst so etwas zu Jeschuas Leuten sage, zu Schim'on oder Bar-Tolmai, starren sie mich immer ganz entsetzt an, als wäre er viel zu gut und heilig für die Liebe zwischen Mann und Frau, und Jeschua selbst bekommt einen verständnislosen Blick, als wäre er diesen Dingen ganz entrückt. Aber es ist nicht gut, wenn man von dieser Liebe nichts wissen will. Ein Baum muß seine Wurzeln tief in der Erde haben, wenn er gedeihen soll. Licht und Luft allein genügen nicht. Genausowenig kann der Mensch vom Geist allein leben! Aber Jeschua will davon nichts hören und nichts wissen. Vielleicht ist er auch noch nie der Frau begegnet, die ihm etwas bedeuten könnte."
Sie zwinkerte mir zu und maß mich dann mit prüfenden Augen. Mein Gesicht muß scharlachrot angelaufen sein.
"Warum bist du von deinem Mann fortgelaufen?"
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