Mit Mirage legt Armin van Buuren ein recht abwechslungsreiches Dance-Album vor. Die unterschiedlichen Sängerinnen und Sänger lassen die Songs öfter in Richtung Pop tendieren, manchmal bekommen sie sogar, auch durch den Einsatz von E-Giarre, sogar ein leicht rockiges Flair, und die Melodien sind zudem nicht schlagerhaft, was ja im Dance-Genre leider nicht selbstverständlich ist. Auch die Songs an sich, die natürlich in erster Linie für die Tanzfläche konzipiert sind, weisen eine große Bandbreite auf, mal klingt ein wenig Electroclash durch, mal etwas Acid, und in ruhigen Momenten fühlt man sich zuweilen an Moby erinnert. Insofern kann man sich das Album auch prima zu Hause anhören, und über Kopfhörer gibt es reichlich Details zu entdecken.
Was mich als Einziges ein wenig stört, ist, dass doch recht häufig Klischees bemüht werden, die man schon seit über 15 Jahren hinreichend oft gehört hat, und zwar sowohl was die Beats als auch vor allem einige Sounds betrifft. Gerade im Bereich der elektronischen Musik sollte da m. E. nicht mehr zwingend auf Sounds zurückgegriffen werden, die sich so auch schon in den 90ern auf Dream-Dance-Compilations und Ähnlichem befunden haben. Mag sein, dass das für den Tanzflächeneinsatz hilfreich ist, aber für mich klingt das Album so schon ein wenig altmodisch, wobei ich nicht glaube, dass dies ein gewollter Retroeffekt sein soll.
Die Remixe sind nicht auf Dekonstruktion der Songs aus, sondern betonen in der Regel den Dance-Aspekt noch etwas mehr und verlängern die Songs. Ausnahme ist hier die Orchestral-Version von The Light Between Us, die, wie der Name schon vermuten lässt, ganz ohne Beats auskommt und so eine schöne Atmosphäre schafft.
Vier Sterne sind zwar eigentlich ein bisschen zu viel aufgrund des angesprochenen Kritikpunktes, drei wären aber auch zu wenig, dreieinhalb wären genau das Richtige. Und da das Album wirklich Spaß macht, gibt es dann eben doch lieber den halben Punkt mehr, als einen halben Punkt weniger.